Sandro Botticelli zählt neben Leonardo da Vinci und Andrea del
Verrocchio zu den wichtigsten Vertretern der italienischen
Frührenaissance. Seine Gemälde verliehen den Ansprüchen, Idealen
und Wünschen der wirtschaftlichen und kulturellen Elite seiner Zeit
Ausdruck und Glanz, allen voran denen der Familie de'
Medici.
Botticelli hat die Malerei in weiten Bereichen entscheidend weiter
entwickelt und mehr als vierzig Jahre lang über alle Krisen hinweg
eine der bedeutendsten Werkstätten Italiens geleitet. Er war
Mitbegründer der großformatigen Allegorie, er revolutionierte das
Porträt, bereicherte das Altar- und Andachtsbild um neue Konzepte
und entwickelte eine eigene Dramatik der Bilderzählung.
Für seine biographische Darstellung befragt Ulrich Rehm die
vielfältigen Quellen aufs Neue und deckt die Widersprüche zu
Giorgio Vasaris erstmals 1550 erschienenen Vita Botticellis auf,
die bisher als maßgebliche Quelle galt. Zahlreiche Zeitgenossen,
Politiker, Prediger, Poeten, Kaufleute, Kunstagenten,
Künstlerkollegen und nicht zuletzt der Bruder Botticellis, Simone,
kommen zu Wort. So entsteht das höchst lebendige Bild einer
prominenten Künstlerpersönlichkeit der Renaissance und ihrer
Position in der Florentiner Gesellschaft.
Ausstattung/Bilder: 2009. 280 S. m. 52 Farb- u. SW-.Abb.
Seitenzahl: 280
Reclam Universal-Bibliothek Nr.10716
Deutsch
Abmessung: 203mm x 133mm x 25mm
Gewicht: 412g
ISBN-13: 9783150107164
ISBN-10: 3150107164
Best.Nr.: 26365351
Ulrich Rehm ist Professor für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Sein besonderes Interesse gilt den Bildkünsten des Mittelalters und der Frührenaissance, vor allem der Buchmalerei und der Funktion von Bildern in Textzusammenhängen.
Inhaltsverzeichnis Florenz, 17. Mai 1510 Der frühe Nachruhm Die getrübte Fama Stadt und Familie Lehre und Beruf Erste Erfolge und Scheitern in Pisa Im Umkreis der Medici Pracht und Minnekult Frauenleben und weibliches Porträt Ein Attentat und seine Folgen Konfl ikt und Versöhnung mit dem Papst Liebesgärten und Keuschheitswächter Malerei und Poesie Madonnen im Rund und der Ruf der Werkstatt Humanistischer Namenskult und männliches Porträt Auf den Altären der Florentiner Kirchen Konkurrenz und ästhetische Grenzgänge Scherz- und Ernsthaftigkeit Im Schatten des Todes Moralisches Beben und politische Krise Sodom und der Fall Savonarolas Landleben und Liebesgötter Dante und die Dramaturgie menschlicher Grenzerfahrung Scheiterhaufen und das Überleben der heidnischen Götter Reue und Zufluchtssuche Der Tod des Propheten und die Stimme des Gewissens Vision und Vermächtnis Kurs halten auf hoher See Anhang Quellen 1. Die Notizen des Florentiner Kaufmanns Antonio Billi (vor 1530) in einer Abschrift des Kanonikers Antonio Petrei (1560er Jahre) 2. Die Notizen eines anonymen Kunsthistoriographen, des sogenannten Anonimo Magliabechiano (ca. 1540er Jahre) 3. Die Vita Sandro Botticellis von Giorgio Vasari (1568) Literaturhinweise Bildnachweise Nachwort Personenregister
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