Böse Schafe - Lange-Müller, Katja

Katja Lange-Müller 

Böse Schafe

Roman. Ausgezeichnet mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2008

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Böse Schafe

Westberlin im Jahr 1987: Soja, gelernte Schriftsetzerin, Republikflüchtling, Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herzen, trifft Harry, groß, frei, still-entschlossen, abgründige Vergangenheit, düstere Zukunft. Und fortan bestimmt sein Schicksal ihr Leben. "Eine Liebesgeschichte voll unheimlicher Spannung und Dynamik, ein psychologisches Meisterporträt: Der neue Roman von Katja Lange-Müller ist eine jener großen Liebesgeschichten, wie sie in der Literatur aller Zeiten rar waren und sind." Ingo Schulze, Der Spiegel "Am Ende dieses so hinreißenden wie anrührenden Romans angelangt, möchte man - allein, um der Erzählerin noch eine Weile zuhören zu können - gleich wieder von vorne beginnen." Neue Zürcher Zeitung "Die literarische Stimme Berlins" Die Welt "Was diesen Versuch einer Liebesgeschichte am Rand der Gesellschaft so bravourös gelingen lässt: seine Glaubwürdigkeit, seine Würde, die nie pathetisch wirkt." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Es ist dies ein unerhört wesentlicher Roman des Überlebens für all jene, die sich bedenken- und grenzenlos dem Leben ausliefern." Berliner Zeitung

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Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 204 S.
  • Seitenzahl: 208
  • Fischer Taschenbücher Bd.15625
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783596156252
  • ISBN-10: 3596156254
  • Best.Nr.: 23820797
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.06.2008

Über den Tod hinaus
Sommerlesungen

Gerade ist bekanntgeworden, dass in diesem Herbst Josef Winkler (Foto) mit dem Büchnerpreis ausgezeichnet wird, dem angesehensten deutschen Literaturpreis. Den Frankfurter Lesern ist der österreichische Schriftsteller freilich bereits wohlvertraut. Nicht nur im Literaturhaus hat der Autor schon öfters gelesen, sondern er hielt vergangenen Winter auch die Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität und lebte Mitte der neunziger Jahre als Stadtschreiber in Bergen-Enkheim.

Am Montag, 30. Juni, um 20 Uhr kommt Winkler nun wieder ins Frankfurter Literaturhaus. Er präsentiert dort sein neues Buch "Roppongi. Requiem für einen Vater", in dem er offen und persönlich und in gewohnt radikaler, sinnlicher Sprache von seinem Vater Abschied nimmt. Noch einmal wird dieser "Ackermann aus Kärnten" als ein übermächtiger, strafender und liebloser Patriarch vorgestellt, der seinen kleinen Sohn niemals auch nur auf den Schoß nehmen wollte.

"Ich sag dir eines, wenn es so weit ist, möchte ich nicht, dass du zu meinem Begräbnis kommst", hatte der alte Mann geschimpft, weil er sich darüber ärgerte, dass Winkler, …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Für viele war Katja Lange-Müllers Liebesgeschichte zweier Außenseiter im Westberlin der Vorwendezeit der heimliche Gewinner des Deutschen Buchpreises 2007. Vermutlich hätte sie ihn bekommen, wäre das von der Autorin selbst eingelesene Hörbuch mit in die Wertung eingegangen. Denn mit ihrem spröden Vortrag nimmt Lange-Müller der Romanze jeden Kitschverdacht. 1986 gelangt die 40-jährige Ostberlinerin Soja in den westlichen Teil der Stadt und verliebt sich in den drogenabhängigen und HIV-positiven Exsträfling Harry. Obwohl der ihre Gefühle nur bedingt erwidert, versucht sie eine neue Therapie für ihn zu organisieren und lässt bis zu seinem Tod und auch darüber hinaus nicht von ihm ab. "Böse Schafe" ist ein langer Abschiedsbrief an den bereits verstorbenen Geliebten, kombiniert mit einigen wenigen Tagebucheinträgen Harrys. Durch diese Konzeption kann die Autorin die kompromisslose Liebe ihrer Protagonistin mit wüsten Beschimpfungen und zärtlichen Liebkosungen zeichnen, auf peinliches Pathos aber verzichten. Als einziger Kritikpunkt bleibt der nervige, weil etwas überstrapazierte 80er-Jargon. Und den kann selbst Katja Lange-Müllers Lesung nicht ausräumen. (cs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.09.2007

Sie liebt ihn, aber ob er sie liebt, weiß keiner
Traurig, wahr, von großer Wucht: Katja Lange-Müller erkundet in ihrem Roman „Böse Schafe”, wie weit Hingabe tatsächlich gehen kann
Dieses Buch hat eine Wucht, ohne pathetisch zu sein. Es ist schmerzhaft und traurig, aber frei von Tremolo. Sehnsüchtig, aber nie sentimental. Es erzählt von der Liebe, doch es schaudert einen dabei. Die Art, wie es einen rührt, ist so unheimlich, dass man nicht sicher weiß, ob man für die ausgelösten Gefühle wirklich dankbar sein soll. Dieses Buch führt den Leser in eine Welt, in der es keine Sublimierungen gibt, kein schummrig herabgedimmtes Licht, in dessen Schein die Dinge milder, sanfter und edler schimmerten. Es ist eine nackte Wahrheit, aber diese Nacktheit ist eine poetische Kraft.
„Böse Schafe” heißt der neue Roman von Katja Lange-Müller. Eine Frau, Soja, schaut zurück auf einen Abschnitt ihres Lebens. Damals gab es einen Mann, Harry. An diesen Harry richtet sie nun rückblickend einen drängenden Monolog. Einen Liebesabschiedsmonolog. Voller Fragen, wie sie existentieller nicht sein könnten. Sie hat Harry geliebt. Jetzt ist Harry tot. Sie möchte …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Was leicht ins Kitschige hätte abgleiten können, wird dank der großen literarischen Fertigkeit und sprachlicher Reflexion der Autorin zu einer Alltagsgeschichte mit ganz eigener Romantik, lobt Rezensent Dirk Knipphals Katja-Müllers Roman, den er zusammen mit Michael Kleebergs "Karlsmann" im Aufmacher der Literaturbeilage feiert. Dessen Ich-Erzählerin Soja verliebt sich im West-Berlin der frühen achtziger Jahre in den drogenabhängigen Ex-Sträfling Harry und versucht ihm zu helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen. Ihre große Liebe, die seinen Tod überdauert, wird von ihm nur eingeschränkt erwidert. Dass dies unsentimental bleibt, führt Knipphals auf die Erzähltechnik Lange-Müllers zurück, die den Roman als einen langen Brief der Protagonistin, kombiniert mit Tagebuchaufzeichnungen Harrys, anlegt. Der Roman endet mit den Ereignissen des Herbstes 1989, doch die politische Dimension bleibt gegenüber der emotionalen Erfahrungen der Erzählfigur im Hintergrund. Diese Konzentration aufs Private hebt Knipphals als ein Grundanliegen des Romans hervor und lobt die Nähe, die Lange-Müller ihren Personen gegenüber entwickelt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Katja Lange-Müller ist 1951 in Ostberlin geboren. Sie lernte Schriftsetzerin, arbeitete später als Hilfspflegerin auf psychiatrischen Stationen, lebte ein Jahr in der Mongolei und verließ die DDR 1984, fünf Jahre vor dem Mauerfall. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2008 den "LiteraTour Nord" sowie den "Gerty-Spies-Literaturpreis" der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

Blick ins Buch "Böse Schafe"

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