Blut will fließen - Ellroy, James

James Ellroy 

Blut will fließen

Roman

Aus d. Amerikan. v. Stephen Tree
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Produktbeschreibung zu Blut will fließen

Böse Ex-Cops, intrigante Killer, feige FBI-Informanten und gefährliche Frauen im Spiel um Macht, Millionen und Sex sind sie alle willfährige Marionetten, gelenkt von Politikern und ihren zweifelhaften Freunden. James Ellroys Abschluss der Underworld-Trilogie ist ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis.

USA, 1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Korruption. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in das Amerika jener Tage. In Los Angeles beschäftigt Scotty Bennett vom LAPD der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission - und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf? Was hat Howard Hughes Nixon versprochen? James Ellroy führt zu den Hintertreppen der Macht und besticht mit seiner radikalen Gesellschaftskritik, einer explosiven Mischung aus Verschwörung und Gewalt, Besessenheit, Sex und Drogen.

Produktinformation


  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 782 S.
  • Seitenzahl: 782
  • Underworld-Trilogie Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 149mm x 52mm
  • Gewicht: 1000g
  • ISBN-13: 9783550086779
  • ISBN-10: 3550086776
  • Best.Nr.: 26376341

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit leiser Enttäuschung legt Tobias Gohlis diesen dritten Teil von James Ellroys Verbrecher-Trilogie beiseite, die aus seiner Sicht insgesamt nichts weniger versucht hat, als eine Art enigmatische amerikanische Gegengeschichtsschreibung aus dem Geist der Paranoia zu betreiben. Doch dieser letzte Band desavouiert dieses Unternehmen mit seinem Versuch, gleichzeitig zu traditionellen Erzählmustern zurückzukehren, wie der Kritiker findet. Als Krimi funktioniert der Roman für ihn noch am besten, der mit Nixons Präsidentschaftskampagne beginne und mit dem Tod des FBI-Direktors Hoover ende. Speziell in Nebenplots und -figuren, die in sich betrachtet, der Kriminalliteratur Gohlis zufolge neue Dimensionen eröffnen. Allerdings zu dem Preis, dass es eben ein Krimi bleibt und nicht das gewünschte und angesteuerte Format einer Gegenfiktion zur amerikanischen Geschichtsschreibung erreicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ellroy ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur." (Süddeutsche Zeitung)

"Ein sensationell guter Roman, weit mehr als ein Kriminalroman." (ARD Druckfrisch, 2010)

"Der versierte Roman eines Schriftstellers, der dem Mainstream fern, aber dem Höhepunkt seines Schaffens nahe." (Kölner Stadt-Anzeiger, 2010)

"Der Mann ist einzigartig - und längst ganz oben angekommen." (Hamburger Morgenpost, 2010)

"Dieser Roman ist ein Ritual, ist literarischer Voodoo." (Münchner Merkur, 2010)

"Einen tieferen Abgrund findet kein Thrillerautor, einen so unterhaltsamen auch nicht." (Die Presse am Sonntag, 2010)

"Ist der herausragende Abschluss der großen `Underworld USA`-Triologie des Autors, der vielen als bedeutendster Thrillerautor der Gegenwart gilt." (dpa, 2010)

"Literarischer Starkstrom, souzusagen. Ein echter Ellroy." (Zeit Online, 2010)

"Ein böses Buch, eine böse Geschichte - hochspannend, in rasendem Tempo erzählt, wie nur James Ellroy das kann." (Der Tagesspiegel, 2010)

"Ein Buch wie ein Box-Kampf: rau, brutal, unerbittlich" (Nürnberger Nachrichten, 2010)

"Ellroy ist ein amerikanisches Phänomen, eine Kultgestalt zwischen Thomas Pynchon und Jeff Koons." (Die Zeit, 2010)

»Blut will fließen ist Ellroy at his best.«  Stephen King in Entertainment Weekly, 30.04.2010 »Ellroy ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur.« Süddeutsche Zeitung »Amerika zwischen 1968 und 1972 als wilder Fiebertraum in Stakkato-Prosa - das kann nur der >Höllenhund der Literatur<.« FAZ, Peter Körte, 27.06.10 »Ein sensationell guter Roman, weit mehr als ein Kriminalroman.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 31.01.2010 »Ist der herausragende Abschluss der großen `Underworld USA`-Triologie des Autors, der vielen als bedeutendster Thrillerautor der Gegenwart gilt.« dpa, Ralph Guhlke, 01.02.2010
James Ellroy, geb. 1948 in Los Angeles, wurde mit dem Roman 'Die schwarze Dahlie' international bekannt. Ellroy hat über ein Dutzend Kriminalromane veröffentlicht und genießt weltweit Kultstatus.

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Kundenbewertungen zu "Blut will fließen" von "James Ellroy"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3.1 von 5 Sterne bei 11 Bewertungen ***** gut
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Bewertung von Youkixxx aus Kamp-Lintfort am 23.01.2012 ***** weniger gut
Ich habe das Buch nicht verstanden
Zu viele Personen, zu viele Verstrickungen, zu viel Politik. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein Roman, bei dem man die ganze Zeit voll dabei sein muss, um alles nachvollziehen zu können.
Mein Fall war es nicht so, obwohl die Story an sich sehr gut war.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Nazena aus Göttingen am 28.10.2010 ***** schlecht
Man wird gleich auf den ersten Seiten mit einer geballten Flut von Informationen eingedeckt, so dass man kaum nachkommt, geschweige denn sich alles merken kann. Dies setzt sich in den späteren Kapiteln fort. Man wird unmittelbar ins Geschehen gestoßen, und obwohl zu jedem Charakter eine (viel zu detaillierte) Hintergrundgeschichte geboten wird, kann man die Akteure kaum auseinanderhalten. Die Handlung ist sprunghaft, dies macht es zudem noch schwieriger den roten Faden zu finden.

Der Schreibstil ist sehr direkt, nüchtern und sachlich und besteht aus kurzen, prägnanten abgehakten Sätzen. Allerdings bleibt der Autor nur an der Oberfläche, es wird kein Einblick in das Gefühlsleben der Charaktere gewährt.

Die Handlung ist extrem verworren und ich habe sie ganz ehrlich nicht verstanden. Es passiert einfach viel zu viel, ohne Verbindung untereinander. Insgesamt vermittelte das Buch eine Stimmung wie in Amerika zur Zeit der Prohibition (a la "Die Unbestechlichen). Dieses Flair wurde sehr gut eingefangen, aber insgesamt konnte mir das Buch nichts bieten.

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Bewertung von Jones79 aus Altlußheim am 22.06.2010 ***** ausgezeichnet
Ein gnadenlos „bööööser“ Thriller

„Blut will fließen“ ist der dritte Teil einer Trilogie historischer Politthriller. Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen und kann daher sagen, dass das Buch sich durchaus auch eigenständig lesen lässt. Es schildert die dunkle Seite der US-Politik Ende der 60er Anfang 70er Jahre. Nach der Ermordung der Kennedy-Brüder und Martin Luther King. Nixon und Humphrey stecken im Wahlkampf. Amerika befindet sich mitten im Vietnam-Krieg, es herrschen Gewalt, Mafia und Rechtsextremismus.

Der Roman beginnt mit einem scheinbaren Verkehrsunfall, der innerhalb drei Seiten im ersten Blutbad mündet. Ein brutaler Raubüberfall auf einen Geldtransporter, bei dem die Beute aus mehreren Millionen Dollar und einer Menge Smaragde besteht.

Auf den dann folgenden Seiten werden die drei Hauptcharaktere vorgestellt. Drei skrupellose Männer mit rechter Überzeugung:

Der Ex-Polizist Wayne Tedrow Jr., arbeitet als Angestellter des Film- und Airline-Moguls Howard Hughes sowie für die Mafia,

Don Crutchfield, neurotischer Spanner und Gelegenheitsdetektiv. Er sabotiert den Wahlkampf, um die Wahl des Republikaners Nixon zum Präsidenten zu begünstigen.

Und der FBI-Agent Dwight Holly, er infiltriert in der "Operation böööööööser Bruder" schwarze Bürgerrechtsgruppen, um ihnen Verbrechen unterzuschieben und sie so in Misskredit zu bringen.

Diese drei Männer gehen ihren persönlichen Aufträgen nach, jenseits aller Vernunft und Menschlichkeit.

Die ersten 100 Seiten scheint alles etwas zusammenhangslos. Man braucht etwas Zeit, um sich hineinzufinden. Aber ich kann nur sagen, durchhalten lohnt sich. Prompt wird der Leser mitgerissen in einen gefährlichen Strudel aus Hass, Korruption, Drogen und Gewalt.

Die Wege der Hauptfiguren kreuzen sich immer wieder. Auch der anfänglich beschriebene Raubüberfall zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Immer wieder tauchen bei dem Raub mit Tinte beschmutzte Banknoten oder Smaragde auf.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Realitätsnähe zur damaligen Zeit. Dazu bedient sich Ellroy zahlreicher historischer Persönlichkeiten die eng mit den erfundenen Charakteren verbunden sind. Fiktion und Wirklichkeit sind kaum voneinander zu trennen. Oft weiß man nicht, was nun wahr ist oder erfunden.

Das Buch erstreckt sich über vier Jahre, es beinhaltet zahllose Schauplätze und eine scheinbar unüberschaubare Anzahl von (Neben)figuren. Zentrale Figuren sterben, meist recht plötzlich.

All dies erfordert eine 100%ige Konzentration. „Blut will fließen“ ist nicht mal schnell nebenher gelesen. Man sollte sich schon Zeit dafür nehmen und mehrere Seiten an einem Stück lesen. Dann kommt man auch gut rein und hat keine Probleme damit, dem Handlungsverlauf zu folgen, zumal auch oft Handlungen und Fakten wiederholt werden.

Sicher, es ist ein überaus gewalttätiger Roman und die Sprache steht dem in nichts nach. Äußerst brutal und derb. Ellroy nimmt kein Blatt vor den Mund, und provoziert sooft es nur geht. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer dies nicht mag, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Mich persönlich hat es allerdings nicht gestört, vielmehr bekräftigt diese Ausdrucksweise den historischen Rahmen des Romans und bringt einem den damaligen Zeitgeist näher.

Mit seinen kurzen, stakkatoartigen Sätzen unterstreicht Ellroy den rasanten Verlauf der Geschichte. Es prasseln immer mehr Ereignisse auf einen ein. Schlag auf Schlag, kein seichtes Blaabla, wobei der Inhalt nicht auf der Strecke bleibt. Es macht Spaß zu lesen, man kann und will gar nicht mehr aufhören.

Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass das Tempo am Ende etwas heruntergeschraubt wird und man nach Abschluss der Lektüre doch nicht ganz den Glauben an das Gute im Menschen verloren hat ;-)

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde die ersten beiden Teile auf jeden Fall auch noch lesen

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Bewertung von buecherwuermchen aus Mahlberg am 21.02.2010 ***** weniger gut
Der dritte Teil der Underworld-Trilogie "Blut will fließen" von James Ellroy ist ein Politthriller auf höchstem Niveau.

Das höchste Niveau bezieht sich hier aber nicht unbedingt auf den Inhalt, der einerseits ziemlich brutal und gewalttätig ist und andererseits auch zeitweise eine rassistische Ader beinhaltet, sondern hauptsächlich auf den Schreibstil. In kurzen, sehr abgehackten Sätzen verpackt der Autor eine Fülle von Informationen, die es für den Leser schwer machen, dem Inhalt zu folgen. Es ist höchste Konzentration gefordert. Auch die Anzahl der handelnden Personen ist sehr hoch. Durch häufige Szenen- und Personenwechsel werden immer neue Erzählstränge aufgebaut. Im Regelfall trägt dies zum Spannungsaufbau bei, doch in diesem Fall, durch den Schreibstil im "Drehbuchstil" ist Aufmerksamkeit und ein sehr gutes Gedächtnis von Nöten.

Inhaltlich beginnt alles mit einem Überfall auf einen Geldtransporter. Die Handlung erstreckt sich über das Amerika der 60er Jahre mit dem politischen Hintergrund von damals. Morde und Brutalität sind in diesem politischen Thriller um Nixon keine Seltenheit.

Vorteilhaft ist aber, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne die beiden vorhergehenden Teile zu kennen.

Wer sich für die politische Geschichte von Amerika interessiert, und sich für Politthriller begeistert, für den ist dieses Buch empfehlenswert. Die Geschichte ist gut konstruiert und von vorne bis hinten vom Autor sehr gut durchdacht worden. Doch der abgehackte Schreibstil macht das Lesen dieses dicken Schmökers schwierig.

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Bewertung von Leser aus Bamberg am 18.02.2010 ***** ausgezeichnet
Ich finde eines der besten Bücher von Ellroy . Er ist der Meister des amerikanischen Krimis.

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Bewertung von melange aus Bonn am 07.02.2010 ***** gut
Sex, Drugs und viele Tote

Das Buch "Blut will fließen" ist der Abschluss einer Trilogie über die vereinigten Staaten von Amerika in der Zeit von Vietnamkrieg, JFK, Flower Power, Martin Luther King und Richard Nixon und bietet viel Stoff für Verschwörungstheoretiker, die schon immer gewusst haben, dass das glänzende Gold des American Dream nur dünn auf einer Schicht von Müll aufgetragen ist.

Ellroy bedient sich dabei nicht nur schier unerschöpflicher US- und mittelamerikanischer Schauplätze, sondern zusätzlich der unterschiedlichsten Figuren: Rassen, Religionen, sexuelle Ausrichtungen, Drogen jedweder Art: Alles ist im Überfluss vorhanden. Für meinen Geschmack in zu großem Überfluss. Nach 300 Seiten hätte das Buch von mir höchstens einen Stern erhalten, weil es einfach viel zu viele Personen an viel zu vielen Orten mit viel zu vielen Hintergründen und Motiven gab und ich dadurch große Mühe hatte, den Überblick zu behalten. Dieser Umstand führte dazu, dass ich das Buch immer wieder entnervt zur Seite legte; - was natürlich die Sache mit dem Durchblick nicht besser machte.

Der Bruch erfolgte mit dem Tod einer Hauptperson. Das Buch wurde aufgeräumter, weil nicht mehr so viel Stränge in der Geschichte verwoben werden mussten und die durchaus schon vorher enthaltenen Spannungsbögen fokussiert wurden. Jetzt bekam die Story um die durch einen Überfall auf einen Werttransporter miteinander verbundene Personen, entwendete Smaragde und das ewige Grau im Gesicht von Gut und Böse mehr Fahrt und erschloss sich einer in der amerikanischen Geschichte nicht besonders bewanderten Rezensentin. Ich begann mit den noch lebenden Figuren mitzufiebern, verstand ihre Beweggründe (die Ellroy lange im Dunkeln ließ) und scherte mich nicht um die auf dem Schachbrett der Geschichte verlorenen Bauern. Von mehr Interesse waren die Damen und ein Springer, der sich später als Chronist der Ereignisse entpuppte.

Besonders interessant ist, dass Ellroy sehr viele "echte" Personen der Zeitgeschichte in seinem Buch agieren lässt, die - für ihn glücklicherweise, jedoch zum Unglück für die mit Rufmordklagen gerne beschäftigten Anwälte - alle schon gestorben sind: Ein Boxer, ein Schauspieler, ein Wirtschaftsmagnat, einige Politiker und der größte FBI-Agent. Auch diese zeigt er mit all ihren dunklen Seiten, auch hier gibt es keine Lichtgestalt.

Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. So musste ich mich durch die Hälfte des Buches kämpfen, obwohl es der Autor mit kurzen, prägnanten Sätzen und nicht zu ausufernden Kapiteln dem Leser noch relativ einfach macht, sein Opus zu erfassen. Die Abwechslung in den Schauplätzen, die verschiedenen Sichten der Figuren, die Telefon- und Tagebucheinschübe - alle schön und gut, aber hier zu oft benutzt. Der zweite Teil gefiel mir dafür richtig gut: Spannung bis zum Nägelkauen und ein Ende, welches zum Buch passt. Deshalb die drei Sterne als glorreiche Mitte.

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Bewertung von lenchen_196 aus Bayern am 18.01.2010 ***** weniger gut
Keine leichte Lektüre

Amerika in den 60ern. Die schwere Zeit der Unruhen, der Ermordungen der hohen politischen Figuren, des Kampfs um die Macht. Der abschließende Teil der Trilogie von James Ellroy spielt während des Wahlkampfs von Nixon und zeigt uns alle verdeckte Motiven und politische Hintergründe, die diese Zeit bestimmt haben. Gangster, Politiker, FBI-Leute, arme Studenten und "bööööööse Schwarze", alle sind an der Handlung mehr oder weniger beteiligt.

Den dritten Teil kann man auch ohne Bezug auf die ersten zwei betrachten. Und auch ohne Lust die vorherigen zwei zu lesen.

Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Es ist zu dick und damit zu unübersichtlich. Es kommen immer neue Personen in die Handlung und es ist zu schwer, sie sich alle zu merken bzw. zu verstehen, wer für wen oder gegen wen arbeitet, sei es offensichtlich oder heimlich. Und sie wechseln ständig die Seite, was noch mehr Verwirrung stiftet. Keiner der Charaktere ist detailliert beschrieben. Das sind alles Leute ohne Gesichter.

Die Sprache ist auch sehr gewöhnungsbedürftig, die kurzen und einfachsten Sätze, viele Wiederholungen, kaum Dialoge und sehr seltsamer Humor. Dazu noch die seitenlangen Dokumenteneinschübe, nicht unbedingt sehr interessant, eher langweilig.

Es handelt sich immer um Drogen, Sex, Gewalt, rassistischen Hass, Korruption und schmutzige politische Geschäfte – und das in Unmengen. Ja, klar, so war das Gangster-Leben damals und so ist es höchstwahrscheinlich auch heute, aber das ist nicht mein Lesestoff. Die Sprache ist absichtlich grob und hier muss ich sagen, dass es dem Autor sehr gelungen ist, mittels Sprache die Atmosphäre des damaligen Leben in solchen Kreisen in Amerika wiederzugeben.

Viele Ereignisse aus der amerikanischen Geschichte, die mehr als 40 Jahre zurückliegen, beschreibt der Autor ohne jegliche Einführung oder Erklärung, als ob alle Leser damit so vertraut wären oder sich besonders dafür interessiert hätten. Viele Hintergründe wurden als selbstverständlich jedem bekannt dargestellt. Für fast 800 Seiten ist es einfach zu viel.

Ich würde das Buch nur bedingt empfehlen und nur an solche Leser, die an der amerikanischen Geschichte der 60er einen Narren gefressen haben. Sie hätten an diesem Buch vielleicht ihren Spaß. Für Uneingeweinte dagegen ein sehr schwerer Lesestoff.

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Bewertung von tinabauer aus essingen am 17.01.2010 ***** gut
Der Schreibstil von James Ellroy ist sehr gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind kurz, fast schon abgehackt. Hinzu kommen eine Vielzahl von Personen, wechselnden Orten und Zeiten, die erst einmal verwirren und den Leser sich durch die ersten hundert Seiten quälen lassen.
Hat man diese Hürde erst einmal überwunden, offenbart sich für den Leser eine eindrucksvolle Einsicht in das Leben der späten 60er Jahre in den USA, den Rassenhass, die Intrigen des FBI und die Verwicklungen der Politik mit den Machenschaften der Kriminellen.
Dieses Buch sollte man gelesen haben!

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Bewertung von Wortakrobat am 17.01.2010 ***** weniger gut
783 Seiten die es in sich haben: Namen, Orte und reale Ereignisse aus den Jahren 1964-1972 der amerikanischen Geschichte. Die Ermordungen Kennedys und M. L. King werden verknüpft mit den Intrigen staatlicher Behörden und korrupter Polizisten. All dies ist durchdrungen von brutaler Gewalt und offenkundigem Hass gegenüber Schwarzen und Schwulen.

Für mich persönlich ein Roman, den ich nicht noch einmal lesen möchte. Nur, wer das nötige Hintergrundwissen zu den im Buch beschriebenen Daten und Personen besitzt, wird diesen Roman flüssig lesen können. Für alle anderen wird es äußerst schwierig sein. Zu viele Personen, denen kaum eine Charakterisierung zukommt, zu viele Orte, die überraschenderweise oftmals besser beschrieben sind als die Protagonisten, zu viele, meist nur angerissene historische Geschehnisse. Hinzu kommt eine stakkatoartige, durchweg derbe Sprache mit abgehackten Sätzen oder z.T. auch nur einzelne Worte, die einerseits zwar durchaus den Zeitgeist widerspiegeln, das Lesen aber erschweren.

Problematisch sind auch die "Akteneinschübe", also aufgezeichnete Telefonate oder Tagebucheinträge der Akteure. Diese tragen nur wenig zum Fortgang der Handlung bei, bremsen aber den Lesefluss ungemein.

Ellroy hebt in seinem Romane die klassischen Grundsätze der Belletristik aus ihren Angeln: Gut und böse manifestiert sich gleichzeitig in jeder einzelnen Person, eine Kategorisierung durch den Leser schließt sich aus. Erzählstränge bleiben oft allzu lange unvollendet, wodurch sich Zusammenhänge nur schwer erschließen. Eine Hauptperson als solche existiert nicht und scheinbar tragende Rollen sterben oft früh und überraschend. Genau dies macht das Buch überaus realistisch, aber zugleich für den Romanleser auch sehr ungewöhnlich.

Erst im letzten Viertel des Buches wurden viele Zusammenhänge aufgeklärt und die Geschichte einzelner Charaktere vervollständigt. Ebenfalls werden die wichtigsten vorangegegangenen Ereignisse zusammengefasst. Auch wird den (noch lebenden) Protagonisten erst an so später Stelle ein gewisses Maß an Menschlichkeit durch den Autor zugestanden.

Ich empfehle dieses Buch ausschließlich solchen Lesern, die sich für die behandelte Zeit, und die damaligen politischen Verhältnisse und Daten interessieren. Dem Leser, der in Büchern Unterhaltung sucht, möchte ich aber abraten. Politische Themen aus jener Zeit lassen sich schließlich auch in Fachbüchern nachlesen - einen Roman in dieser Form braucht es dazu wohl eher nicht.

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Bewertung von charlotte_30 aus Dresden am 15.01.2010 ***** sehr gut
Der Roman von James Ellroy „Blut will fließen“ bildet den Abschluss einer Romantrilogie. Jedes Buch ist in sich abgeschlossen und berichtet gnadenlos von einer bestimmten Zeitspanne, im ersten Roman „Ein amerikanischer Thriller“ umfasst die Jahre vor den JFK Attentat und endet mit diesem, der zweite Roman „Ein amerikanischer Albtraum“ beginnt nach dem Attentat und endet mit dem Angriff auf Martin Luther King. Der dritte Roman beginnt danach und endet 1972. Die Figur J. Edgar Hoover begegnet den Lesern in allen drei Büchern. Der Werde- und Untergang von Hoover wird von Ellroy beschrieben. Die Sprache der Romane ist vulgär und schnell, dieser schnelle Sprachrhythmus bestimmt auch das Lesen.
Der eigentliche Plot in „Blut will fließen“ ist die Jagd nach den Smaragden. Die Figurentypen, die sich auf die Suche begeben sind unterschiedlich und bilden Paare der Gegensätze. Den zweiten Handlungsstrang bildet die amerikanische Geschichte jener Zeit. Dieser Strang wölbt sich zunächst über den ersten und erst nach und nach wird der eigentliche Plot erkennbar und wie die Figuren zusammenpassen.
Der Roman beginnt mit einen Überfall, die Smaragde tauchen auf, an diesen klebt Blut und diese Blutspur wird noch mehr einfordern. Der Ich-Erzähler meldet sich zu Beginn des Buches und am Schluss. Wer dieser Erzähler ist, bleibt bis zum Ende offen. Jene Figur ist eine Nebenfigur, mit deren Wirkung keiner rechnet.
Der vulgäre Sprachstil ist teilweise abstoßend und wird in seiner Gesamtheit der Realität angepasst sein. Dennoch ist zu bemerken, dass Ellroy ein Talent der Sprache ist, denn in seinen Sprachstil werden immer wieder Zitate des klassischen Literaturkanons eingebaut.
„Blut will fließen“ ist ein Buch, das Zeit fordert und zum Nachdenken anregt.

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James Ellroy 

Blut will fließen

Blut will fließen - Ellroy, James

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  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 782 S.
  • Seitenzahl: 782
  • Underworld-Trilogie Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 149mm x 52mm
  • Gewicht: 1000g
  • ISBN-13: 9783550086779
  • ISBN-10: 3550086776
  • Best.Nr.: 26376341

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Produktbeschreibung zu "Blut will fließen"

Kurzbeschreibung

Böse Ex-Cops, intrigante Killer, feige FBI-Informanten und gefährliche Frauen im Spiel um Macht, Millionen und Sex sind sie alle willfährige Marionetten, gelenkt von Politikern und ihren zweifelhaften Freunden. James Ellroys Abschluss der Underworld-Trilogie ist ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis.

Beschreibung

USA, 1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Korruption. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in das Amerika jener Tage. In Los Angeles beschäftigt Scotty Bennett vom LAPD der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission - und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf? Was hat Howard Hughes Nixon versprochen? James Ellroy führt zu den Hintertreppen der Macht und besticht mit seiner radikalen Gesellschaftskritik, einer explosiven Mischung aus Verschwörung und Gewalt, Besessenheit, Sex und Drogen.

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*****
weniger gut
Ich habe das Buch nicht verstanden
Zu viele Personen, zu viele Verstrickungen, zu viel Politik. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein Roman, bei dem man die ganze Zeit voll dabei sein muss, um alles nachvollziehen zu können.
Mein Fall war es nicht so, obwohl die Story an sich sehr gut war.
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*****
schlecht
Man wird gleich auf den ersten Seiten mit einer geballten Flut von Informationen eingedeckt, so dass man kaum nachkommt, geschweige denn sich alles merken kann. Dies setzt sich in den späteren Kapiteln fort. Man wird unmittelbar ins Geschehen gestoßen, und obwohl zu jedem Charakter eine (viel zu detaillierte) Hintergrundgeschichte geboten wird, kann man die Akteure kaum auseinanderhalten. Die Handlung ist sprunghaft, dies macht es zudem noch schwieriger den roten Faden zu finden.

Der Schreibstil ist sehr direkt, nüchtern und sachlich und besteht aus kurzen, prägnanten abgehakten Sätzen. Allerdings bleibt der Autor nur an der Oberfläche, es wird kein Einblick in das Gefühlsleben der Charaktere gewährt.

Die Handlung ist extrem verworren und ich habe sie ganz ehrlich nicht verstanden. Es passiert einfach viel zu viel, ohne Verbindung untereinander. Insgesamt vermittelte das Buch eine Stimmung wie in Amerika zur Zeit der Prohibition (a la "Die Unbestechlichen). Dieses Flair wurde sehr gut eingefangen, aber insgesamt konnte mir das Buch nichts bieten.
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*****
ausgezeichnet
Ein gnadenlos „bööööser“ Thriller

„Blut will fließen“ ist der dritte Teil einer Trilogie historischer Politthriller. Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen und kann daher sagen, dass das Buch sich durchaus auch eigenständig lesen lässt. Es schildert die dunkle Seite der US-Politik Ende der 60er Anfang 70er Jahre. Nach der Ermordung der Kennedy-Brüder und Martin Luther King. Nixon und Humphrey stecken im Wahlkampf. Amerika befindet sich mitten im Vietnam-Krieg, es herrschen Gewalt, Mafia und Rechtsextremismus.

Der Roman beginnt mit einem scheinbaren Verkehrsunfall, der innerhalb drei Seiten im ersten Blutbad mündet. Ein brutaler Raubüberfall auf einen Geldtransporter, bei dem die Beute aus mehreren Millionen Dollar und einer Menge Smaragde besteht.

Auf den dann folgenden Seiten werden die drei Hauptcharaktere vorgestellt. Drei skrupellose Männer mit rechter Überzeugung:

Der Ex-Polizist Wayne Tedrow Jr., arbeitet als Angestellter des Film- und Airline-Moguls Howard Hughes sowie für die Mafia,

Don Crutchfield, neurotischer Spanner und Gelegenheitsdetektiv. Er sabotiert den Wahlkampf, um die Wahl des Republikaners Nixon zum Präsidenten zu begünstigen.

Und der FBI-Agent Dwight Holly, er infiltriert in der "Operation böööööööser Bruder" schwarze Bürgerrechtsgruppen, um ihnen Verbrechen unterzuschieben und sie so in Misskredit zu bringen.

Diese drei Männer gehen ihren persönlichen Aufträgen nach, jenseits aller Vernunft und Menschlichkeit.

Die ersten 100 Seiten scheint alles etwas zusammenhangslos. Man braucht etwas Zeit, um sich hineinzufinden. Aber ich kann nur sagen, durchhalten lohnt sich. Prompt wird der Leser mitgerissen in einen gefährlichen Strudel aus Hass, Korruption, Drogen und Gewalt.

Die Wege der Hauptfiguren kreuzen sich immer wieder. Auch der anfänglich beschriebene Raubüberfall zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Immer wieder tauchen bei dem Raub mit Tinte beschmutzte Banknoten oder Smaragde auf.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Realitätsnähe zur damaligen Zeit. Dazu bedient sich Ellroy zahlreicher historischer Persönlichkeiten die eng mit den erfundenen Charakteren verbunden sind. Fiktion und Wirklichkeit sind kaum voneinander zu trennen. Oft weiß man nicht, was nun wahr ist oder erfunden.

Das Buch erstreckt sich über vier Jahre, es beinhaltet zahllose Schauplätze und eine scheinbar unüberschaubare Anzahl von (Neben)figuren. Zentrale Figuren sterben, meist recht plötzlich.

All dies erfordert eine 100%ige Konzentration. „Blut will fließen“ ist nicht mal schnell nebenher gelesen. Man sollte sich schon Zeit dafür nehmen und mehrere Seiten an einem Stück lesen. Dann kommt man auch gut rein und hat keine Probleme damit, dem Handlungsverlauf zu folgen, zumal auch oft Handlungen und Fakten wiederholt werden.

Sicher, es ist ein überaus gewalttätiger Roman und die Sprache steht dem in nichts nach. Äußerst brutal und derb. Ellroy nimmt kein Blatt vor den Mund, und provoziert sooft es nur geht. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer dies nicht mag, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Mich persönlich hat es allerdings nicht gestört, vielmehr bekräftigt diese Ausdrucksweise den historischen Rahmen des Romans und bringt einem den damaligen Zeitgeist näher.

Mit seinen kurzen, stakkatoartigen Sätzen unterstreicht Ellroy den rasanten Verlauf der Geschichte. Es prasseln immer mehr Ereignisse auf einen ein. Schlag auf Schlag, kein seichtes Blaabla, wobei der Inhalt nicht auf der Strecke bleibt. Es macht Spaß zu lesen, man kann und will gar nicht mehr aufhören.

Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass das Tempo am Ende etwas heruntergeschraubt wird und man nach Abschluss der Lektüre doch nicht ganz den Glauben an das Gute im Menschen verloren hat ;-)

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde die ersten beiden Teile auf jeden Fall auch noch lesen
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Bewertung von buecherwuermchen aus Mahlberg am 21.02.2010
*****
weniger gut
Der dritte Teil der Underworld-Trilogie "Blut will fließen" von James Ellroy ist ein Politthriller auf höchstem Niveau.

Das höchste Niveau bezieht sich hier aber nicht unbedingt auf den Inhalt, der einerseits ziemlich brutal und gewalttätig ist und andererseits auch zeitweise eine rassistische Ader beinhaltet, sondern hauptsächlich auf den Schreibstil. In kurzen, sehr abgehackten Sätzen verpackt der Autor eine Fülle von Informationen, die es für den Leser schwer machen, dem Inhalt zu folgen. Es ist höchste Konzentration gefordert. Auch die Anzahl der handelnden Personen ist sehr hoch. Durch häufige Szenen- und Personenwechsel werden immer neue Erzählstränge aufgebaut. Im Regelfall trägt dies zum Spannungsaufbau bei, doch in diesem Fall, durch den Schreibstil im "Drehbuchstil" ist Aufmerksamkeit und ein sehr gutes Gedächtnis von Nöten.

Inhaltlich beginnt alles mit einem Überfall auf einen Geldtransporter. Die Handlung erstreckt sich über das Amerika der 60er Jahre mit dem politischen Hintergrund von damals. Morde und Brutalität sind in diesem politischen Thriller um Nixon keine Seltenheit.

Vorteilhaft ist aber, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne die beiden vorhergehenden Teile zu kennen.

Wer sich für die politische Geschichte von Amerika interessiert, und sich für Politthriller begeistert, für den ist dieses Buch empfehlenswert. Die Geschichte ist gut konstruiert und von vorne bis hinten vom Autor sehr gut durchdacht worden. Doch der abgehackte Schreibstil macht das Lesen dieses dicken Schmökers schwierig.
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Bewertung von Leser aus Bamberg am 18.02.2010
*****
ausgezeichnet
Ich finde eines der besten Bücher von Ellroy . Er ist der Meister des amerikanischen Krimis.
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Bewertung von melange aus Bonn am 07.02.2010
*****
gut
Sex, Drugs und viele Tote

Das Buch "Blut will fließen" ist der Abschluss einer Trilogie über die vereinigten Staaten von Amerika in der Zeit von Vietnamkrieg, JFK, Flower Power, Martin Luther King und Richard Nixon und bietet viel Stoff für Verschwörungstheoretiker, die schon immer gewusst haben, dass das glänzende Gold des American Dream nur dünn auf einer Schicht von Müll aufgetragen ist.

Ellroy bedient sich dabei nicht nur schier unerschöpflicher US- und mittelamerikanischer Schauplätze, sondern zusätzlich der unterschiedlichsten Figuren: Rassen, Religionen, sexuelle Ausrichtungen, Drogen jedweder Art: Alles ist im Überfluss vorhanden. Für meinen Geschmack in zu großem Überfluss. Nach 300 Seiten hätte das Buch von mir höchstens einen Stern erhalten, weil es einfach viel zu viele Personen an viel zu vielen Orten mit viel zu vielen Hintergründen und Motiven gab und ich dadurch große Mühe hatte, den Überblick zu behalten. Dieser Umstand führte dazu, dass ich das Buch immer wieder entnervt zur Seite legte; - was natürlich die Sache mit dem Durchblick nicht besser machte.

Der Bruch erfolgte mit dem Tod einer Hauptperson. Das Buch wurde aufgeräumter, weil nicht mehr so viel Stränge in der Geschichte verwoben werden mussten und die durchaus schon vorher enthaltenen Spannungsbögen fokussiert wurden. Jetzt bekam die Story um die durch einen Überfall auf einen Werttransporter miteinander verbundene Personen, entwendete Smaragde und das ewige Grau im Gesicht von Gut und Böse mehr Fahrt und erschloss sich einer in der amerikanischen Geschichte nicht besonders bewanderten Rezensentin. Ich begann mit den noch lebenden Figuren mitzufiebern, verstand ihre Beweggründe (die Ellroy lange im Dunkeln ließ) und scherte mich nicht um die auf dem Schachbrett der Geschichte verlorenen Bauern. Von mehr Interesse waren die Damen und ein Springer, der sich später als Chronist der Ereignisse entpuppte.

Besonders interessant ist, dass Ellroy sehr viele "echte" Personen der Zeitgeschichte in seinem Buch agieren lässt, die - für ihn glücklicherweise, jedoch zum Unglück für die mit Rufmordklagen gerne beschäftigten Anwälte - alle schon gestorben sind: Ein Boxer, ein Schauspieler, ein Wirtschaftsmagnat, einige Politiker und der größte FBI-Agent. Auch diese zeigt er mit all ihren dunklen Seiten, auch hier gibt es keine Lichtgestalt.

Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. So musste ich mich durch die Hälfte des Buches kämpfen, obwohl es der Autor mit kurzen, prägnanten Sätzen und nicht zu ausufernden Kapiteln dem Leser noch relativ einfach macht, sein Opus zu erfassen. Die Abwechslung in den Schauplätzen, die verschiedenen Sichten der Figuren, die Telefon- und Tagebucheinschübe - alle schön und gut, aber hier zu oft benutzt. Der zweite Teil gefiel mir dafür richtig gut: Spannung bis zum Nägelkauen und ein Ende, welches zum Buch passt. Deshalb die drei Sterne als glorreiche Mitte.
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Bewertung von lenchen_196 aus Bayern am 18.01.2010
*****
weniger gut
Keine leichte Lektüre

Amerika in den 60ern. Die schwere Zeit der Unruhen, der Ermordungen der hohen politischen Figuren, des Kampfs um die Macht. Der abschließende Teil der Trilogie von James Ellroy spielt während des Wahlkampfs von Nixon und zeigt uns alle verdeckte Motiven und politische Hintergründe, die diese Zeit bestimmt haben. Gangster, Politiker, FBI-Leute, arme Studenten und "bööööööse Schwarze", alle sind an der Handlung mehr oder weniger beteiligt.

Den dritten Teil kann man auch ohne Bezug auf die ersten zwei betrachten. Und auch ohne Lust die vorherigen zwei zu lesen.

Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Es ist zu dick und damit zu unübersichtlich. Es kommen immer neue Personen in die Handlung und es ist zu schwer, sie sich alle zu merken bzw. zu verstehen, wer für wen oder gegen wen arbeitet, sei es offensichtlich oder heimlich. Und sie wechseln ständig die Seite, was noch mehr Verwirrung stiftet. Keiner der Charaktere ist detailliert beschrieben. Das sind alles Leute ohne Gesichter.

Die Sprache ist auch sehr gewöhnungsbedürftig, die kurzen und einfachsten Sätze, viele Wiederholungen, kaum Dialoge und sehr seltsamer Humor. Dazu noch die seitenlangen Dokumenteneinschübe, nicht unbedingt sehr interessant, eher langweilig.

Es handelt sich immer um Drogen, Sex, Gewalt, rassistischen Hass, Korruption und schmutzige politische Geschäfte – und das in Unmengen. Ja, klar, so war das Gangster-Leben damals und so ist es höchstwahrscheinlich auch heute, aber das ist nicht mein Lesestoff. Die Sprache ist absichtlich grob und hier muss ich sagen, dass es dem Autor sehr gelungen ist, mittels Sprache die Atmosphäre des damaligen Leben in solchen Kreisen in Amerika wiederzugeben.

Viele Ereignisse aus der amerikanischen Geschichte, die mehr als 40 Jahre zurückliegen, beschreibt der Autor ohne jegliche Einführung oder Erklärung, als ob alle Leser damit so vertraut wären oder sich besonders dafür interessiert hätten. Viele Hintergründe wurden als selbstverständlich jedem bekannt dargestellt. Für fast 800 Seiten ist es einfach zu viel.

Ich würde das Buch nur bedingt empfehlen und nur an solche Leser, die an der amerikanischen Geschichte der 60er einen Narren gefressen haben. Sie hätten an diesem Buch vielleicht ihren Spaß. Für Uneingeweinte dagegen ein sehr schwerer Lesestoff.
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Bewertung von tinabauer aus essingen am 17.01.2010
*****
gut
Der Schreibstil von James Ellroy ist sehr gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind kurz, fast schon abgehackt. Hinzu kommen eine Vielzahl von Personen, wechselnden Orten und Zeiten, die erst einmal verwirren und den Leser sich durch die ersten hundert Seiten quälen lassen.
Hat man diese Hürde erst einmal überwunden, offenbart sich für den Leser eine eindrucksvolle Einsicht in das Leben der späten 60er Jahre in den USA, den Rassenhass, die Intrigen des FBI und die Verwicklungen der Politik mit den Machenschaften der Kriminellen.
Dieses Buch sollte man gelesen haben!
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Bewertung von Wortakrobat am 17.01.2010
*****
weniger gut
783 Seiten die es in sich haben: Namen, Orte und reale Ereignisse aus den Jahren 1964-1972 der amerikanischen Geschichte. Die Ermordungen Kennedys und M. L. King werden verknüpft mit den Intrigen staatlicher Behörden und korrupter Polizisten. All dies ist durchdrungen von brutaler Gewalt und offenkundigem Hass gegenüber Schwarzen und Schwulen.

Für mich persönlich ein Roman, den ich nicht noch einmal lesen möchte. Nur, wer das nötige Hintergrundwissen zu den im Buch beschriebenen Daten und Personen besitzt, wird diesen Roman flüssig lesen können. Für alle anderen wird es äußerst schwierig sein. Zu viele Personen, denen kaum eine Charakterisierung zukommt, zu viele Orte, die überraschenderweise oftmals besser beschrieben sind als die Protagonisten, zu viele, meist nur angerissene historische Geschehnisse. Hinzu kommt eine stakkatoartige, durchweg derbe Sprache mit abgehackten Sätzen oder z.T. auch nur einzelne Worte, die einerseits zwar durchaus den Zeitgeist widerspiegeln, das Lesen aber erschweren.

Problematisch sind auch die "Akteneinschübe", also aufgezeichnete Telefonate oder Tagebucheinträge der Akteure. Diese tragen nur wenig zum Fortgang der Handlung bei, bremsen aber den Lesefluss ungemein.

Ellroy hebt in seinem Romane die klassischen Grundsätze der Belletristik aus ihren Angeln: Gut und böse manifestiert sich gleichzeitig in jeder einzelnen Person, eine Kategorisierung durch den Leser schließt sich aus. Erzählstränge bleiben oft allzu lange unvollendet, wodurch sich Zusammenhänge nur schwer erschließen. Eine Hauptperson als solche existiert nicht und scheinbar tragende Rollen sterben oft früh und überraschend. Genau dies macht das Buch überaus realistisch, aber zugleich für den Romanleser auch sehr ungewöhnlich.

Erst im letzten Viertel des Buches wurden viele Zusammenhänge aufgeklärt und die Geschichte einzelner Charaktere vervollständigt. Ebenfalls werden die wichtigsten vorangegegangenen Ereignisse zusammengefasst. Auch wird den (noch lebenden) Protagonisten erst an so später Stelle ein gewisses Maß an Menschlichkeit durch den Autor zugestanden.

Ich empfehle dieses Buch ausschließlich solchen Lesern, die sich für die behandelte Zeit, und die damaligen politischen Verhältnisse und Daten interessieren. Dem Leser, der in Büchern Unterhaltung sucht, möchte ich aber abraten. Politische Themen aus jener Zeit lassen sich schließlich auch in Fachbüchern nachlesen - einen Roman in dieser Form braucht es dazu wohl eher nicht.
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Bewertung von charlotte_30 aus Dresden am 15.01.2010
*****
sehr gut
Der Roman von James Ellroy „Blut will fließen“ bildet den Abschluss einer Romantrilogie. Jedes Buch ist in sich abgeschlossen und berichtet gnadenlos von einer bestimmten Zeitspanne, im ersten Roman „Ein amerikanischer Thriller“ umfasst die Jahre vor den JFK Attentat und endet mit diesem, der zweite Roman „Ein amerikanischer Albtraum“ beginnt nach dem Attentat und endet mit dem Angriff auf Martin Luther King. Der dritte Roman beginnt danach und endet 1972. Die Figur J. Edgar Hoover begegnet den Lesern in allen drei Büchern. Der Werde- und Untergang von Hoover wird von Ellroy beschrieben. Die Sprache der Romane ist vulgär und schnell, dieser schnelle Sprachrhythmus bestimmt auch das Lesen.
Der eigentliche Plot in „Blut will fließen“ ist die Jagd nach den Smaragden. Die Figurentypen, die sich auf die Suche begeben sind unterschiedlich und bilden Paare der Gegensätze. Den zweiten Handlungsstrang bildet die amerikanische Geschichte jener Zeit. Dieser Strang wölbt sich zunächst über den ersten und erst nach und nach wird der eigentliche Plot erkennbar und wie die Figuren zusammenpassen.
Der Roman beginnt mit einen Überfall, die Smaragde tauchen auf, an diesen klebt Blut und diese Blutspur wird noch mehr einfordern. Der Ich-Erzähler meldet sich zu Beginn des Buches und am Schluss. Wer dieser Erzähler ist, bleibt bis zum Ende offen. Jene Figur ist eine Nebenfigur, mit deren Wirkung keiner rechnet.
Der vulgäre Sprachstil ist teilweise abstoßend und wird in seiner Gesamtheit der Realität angepasst sein. Dennoch ist zu bemerken, dass Ellroy ein Talent der Sprache ist, denn in seinen Sprachstil werden immer wieder Zitate des klassischen Literaturkanons eingebaut.
„Blut will fließen“ ist ein Buch, das Zeit fordert und zum Nachdenken anregt.
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

08.04.2010

Mit leiser Enttäuschung legt Tobias Gohlis diesen dritten Teil von James Ellroys Verbrecher-Trilogie beiseite, die aus seiner Sicht insgesamt nichts weniger versucht hat, als eine Art enigmatische amerikanische Gegengeschichtsschreibung aus dem Geist der Paranoia zu betreiben. Doch dieser letzte Band desavouiert dieses Unternehmen mit seinem Versuch, gleichzeitig zu traditionellen Erzählmustern zurückzukehren, wie der Kritiker findet. Als Krimi funktioniert der Roman für ihn noch am besten, der mit Nixons Präsidentschaftskampagne beginne und mit dem Tod des FBI-Direktors Hoover ende. Speziell in Nebenplots und -figuren, die in sich betrachtet, der Kriminalliteratur Gohlis zufolge neue Dimensionen eröffnen. Allerdings zu dem Preis, dass es eben ein Krimi bleibt und nicht das gewünschte und angesteuerte Format einer Gegenfiktion zur amerikanischen Geschichtsschreibung erreicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Ellroy ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur." (Süddeutsche Zeitung)

"Ein sensationell guter Roman, weit mehr als ein Kriminalroman." (ARD Druckfrisch, 2010)

"Der versierte Roman eines Schriftstellers, der dem Mainstream fern, aber dem Höhepunkt seines Schaffens nahe." (Kölner Stadt-Anzeiger, 2010)

"Der Mann ist einzigartig - und längst ganz oben angekommen." (Hamburger Morgenpost, 2010)

"Dieser Roman ist ein Ritual, ist literarischer Voodoo." (Münchner Merkur, 2010)

"Einen tieferen Abgrund findet kein Thrillerautor, einen so unterhaltsamen auch nicht." (Die Presse am Sonntag, 2010)

"Ist der herausragende Abschluss der großen `Underworld USA`-Triologie des Autors, der vielen als bedeutendster Thrillerautor der Gegenwart gilt." (dpa, 2010)

"Literarischer Starkstrom, souzusagen. Ein echter Ellroy." (Zeit Online, 2010)

"Ein böses Buch, eine böse Geschichte - hochspannend, in rasendem Tempo erzählt, wie nur James Ellroy das kann." (Der Tagesspiegel, 2010)

"Ein Buch wie ein Box-Kampf: rau, brutal, unerbittlich" (Nürnberger Nachrichten, 2010)

"Ellroy ist ein amerikanisches Phänomen, eine Kultgestalt zwischen Thomas Pynchon und Jeff Koons." (Die Zeit, 2010)

Rezensionen und Kritik

»Blut will fließen ist Ellroy at his best.«  Stephen King in Entertainment Weekly, 30.04.2010 »Ellroy ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur.« Süddeutsche Zeitung »Amerika zwischen 1968 und 1972 als wilder Fiebertraum in Stakkato-Prosa - das kann nur der >Höllenhund der Literatur<.« FAZ, Peter Körte, 27.06.10 »Ein sensationell guter Roman, weit mehr als ein Kriminalroman.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 31.01.2010 »Ist der herausragende Abschluss der großen `Underworld USA`-Triologie des Autors, der vielen als bedeutendster Thrillerautor der Gegenwart gilt.« dpa, Ralph Guhlke, 01.02.2010

Autorenporträt zu "James Ellroy"

James Ellroy, geb. 1948 in Los Angeles, wurde mit dem Roman 'Die schwarze Dahlie' international bekannt. Ellroy hat über ein Dutzend Kriminalromane veröffentlicht und genießt weltweit Kultstatus.

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