Mit seinem phänomenalen eidetischen Gedächtnis war Raoul Levkowitz
der Staatssicherheit schon als kleiner Junge aufgefallen.
Stasioffizier Kasunke hatte ihn gewaltsam von seiner Mutter
getrennt und als IM Spitzel mißbraucht. 1989 durchschaut Raoul die
Machenschaften und Intrigen seines Führungsoffiziers und schwört
Rache. Er weiß, daß Kasunke der CIA eine geheime Agentenliste
versprochen hat, die alle Deck- und Klarnamen der in den USA noch
immer operierenden Maulwürfe und Schläfer enthält. Dafür hat man
ihm eine neue Identität und einen ruhigen Lebensabend im sonnigen
Kalifornien versprochen.
Nachdem Raoul sich alle Namen eingeprägt hat, vernichtet er
Kasunkes Liste und zwingt ihn damit zur Flucht in die
entgegengesetzte Richtung. Mit Hilfe von KGB-Seilschaften gelingt
es Kasunke, den westdeutschen Fahndern zu entkommen und in der
ehemaligen Sowjetunion unterzutauchen.
Jetzt, mehr als zehn Jahre später, holt die CIA Kasunke noch einmal
nach Berlin zurück. Orplid, einer der Maulwürfe auf der
Agentenliste, ist für die Amerikaner nach langer Zeit wieder
virulent geworden. Während der verheerenden Waldbrände im Santa Fe
National Forest, als Los Alamos Hals über Kopf evakuiert werden
mußte, verschwanden aus einem Geheimbunker zwei Festplatten, die
die gesamten Geheimdiensterkenntnisse über die Atomwaffen Rußlands,
Frankreichs und Chinas enthielten ...
"Sinkels erster Roman "Bluff" hat einen guten Plot und überzeugende Figuren. Das ist mehr, als man von vielen deutschen Erstlingen sagen kann. Das Handwerk kann er. Und nutzt es für eine Geschichte mit Hang zum Agententhriller." Der Tagesspiegel
Bernhard Sinkel wurde am 19.01.1940 in Frankfurt a.M.geboren. 1.und 2. Juristisches Staatsexamen. Von 1970 bis 1972 Leiter des Archivs und der Dokumentation des "Spiegel". Seit 1974 Arbeiten als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Seine Filme und TV-Mehrteiler wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.§§Filmografie:1973 "Clinch"(mit Michael Krüger); 1974 "Lina Braake" (mit Lina Carstens und Fritz Rasp), Bundesfilmpreis; 1975 "Berlinger" (mit Martin Benrath und Hannelore Elsner) zusammen mit Alf Brustellin; 1975 "Mädchenkrieg" (mit Hans Christian Blech, Adelheid Arndt) zusammen mit Alf Brustellin, Bundesfilmpreis und Silberne Muschel von San Sebastian; 1977 "Taugenichts" (mit Jacques Breuer, Wolfgang Reichmann, Mathias Habich), Bundesfilmpreis. 1978 "Deutschland im Herbst" zusammen mit Kluge, Fassbinder, Schlöndorff, u.a. Bundesfilmpreis; 1980 "Kaltgestellt" (mit Martin Benrath, Helmut Griem und Angela Molina); 1981 "Felix Krull" nach dem Roman von Thomas Mann (mit John Moulder-Brown, Rita Tushingham, Fernando Rey, Magali Noel) als 5teilige TV-Serie; 1986 "Väter und Söhne"( mit Burt Lancaster, Julie Christie und Bruno Ganz) als 4teilige TV-Serie; 1987 "Hemingway" (mit Stacy Keach, Marisa Berenson, Geraldine Chaplin und Pamela Reed) als 4teilige TV-Serie, Golden Globe für Stacy Keach als bester Schauspieler; 1992 "Der Kinoerzähler" (mit Armin Müller-Stahl, Martin Benrath, Udo Samel, Eva Mattes), Preis der C.I.C.A.E. Zur Zeit verfilmt er Cees Nootebooms Roman "Die folgende Geschichte".