Bitte sagen Sie jetzt nichts - Loriot

Loriot 

Bitte sagen Sie jetzt nichts

Gespräche

Ausgew. v. Daniel Keel u. Daniel Kampa
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Bitte sagen Sie jetzt nichts

"Das Mikrophon ist jetzt an, Herr von Bülow. Wussten Sie, dass so ein Gerät bis zu zwölf Stunden aufnehmen kann?" - Loriot: "Dann halte ich jetzt einfach den Mund." Auch in diesem Interview mit dem etwas unglücklichen Einstieg sagte Loriot dann doch noch etwas, und sogar etwas mehr. Die besten Gespräche von Loriot sind nun zum ersten Mal in einem Buch versammelt. Ganz gleich, wie die Fragen lauten, ob ernst oder unfreiwillig komisch, enigmatisch oder klar - immer antwortet Loriot in seiner unnachahmlichen Art und Weise. Dabei verrät er vieles über seine Kindheit, seine Karriere, sein Leben und Werk und macht sich Gedanken über Humor (auch über den deutschen), über Preußen, Wagner, Möpse, die Ehe, Politik und Religion, Liebe und Tod und andere 'gefragte' Themen.


Produktinformation

  • Verlag: (Diogenes)
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 255 S. 188 mm
  • Seitenzahl: 255
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 20mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783257067873
  • ISBN-10: 3257067879
  • Best.Nr.: 33371596

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Heiterkeit und Melancholie sind die vorherrschenden Gefühlslagen, in die diese gesammelten Loriot-Interviews den Renzensenten Jörg Thomann versetzt haben. Wenn der älter werdende Humorist sein sich verkürzendes Leben betrachte, sei "Wehmut" vorprogrammiert. "Hochkomisch" aber findet Thomann die Gespräche dennoch; beispielsweise, weil Vicco von Bülow ein ums andere Mal, als eine Art Running Gag, sein letztes Interview gegeben habe. Auch widerlegten der spontane Witz des Künstlers - etwa, wenn er seine berühmten Knollnasen als natürlichen Erosionsprozessen unterworfene Spitznasen beschreibt - dessen Behauptung, nur mittels penibler Vorbereitung gut sein zu können, so Thomann. Und noch in einem weiteren Punkt meldet der Rezensent Widerspruch an: Entgegen Loriots eigener Ansicht hält Thomann es sehr wohl für "abendfüllend", wenn jener über sich selbst rede. Zumal auch eine Menge über die Privatperson zu erfahren sei, die sich hinter dieser "großen Karriere" verborgen habe.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.09.2011

Sa-gen-haft!
Der Rest ist Lachen: Ein jetzt erschienener Band versammelt Interviews mit Loriot und rundet das Bild des ernsten Spaß-Architekten
Loriot war ein soignierter Herr, einer, dem man ansah, dass er ungern Einblicke in das Innere des Vicco von Bülow zuließ. Wenn einer das Recht hatte, indiskret zu sein, die Distinguiertheit der Bürger zu brechen und in eine bis heute unfassbare Komik zu überführen, dann war es Loriot selbst in seinen Zeichnungen, Sketchen und Filmen. Als er im Spätsommer dieses Jahres starb, konnten selbst die eifrigsten Wanzen des deutschen Boulevards nichts Nennenswertes über seine letzten Stunden berichten.
Dieser souverän gepflegten Privatheit, der Angemessenheit, mit der Loriot die neugierigen Fragen über sein wahres Selbst aufnahm und in elegantes Understatement verwandeln konnte, ist jetzt in einer schönen Interview-Sammlung nachzuspüren, die Loriots Freund Daniel Keel unter dem Titel „Sagen Sie jetzt nichts“ bei Diogenes noch mit herausgegeben hat. Der große Verleger starb drei Wochen nach seinem Hausautor – der nebenbei wohl einer der drei, vier wichtigsten und ertragreichsten für Diogenes war. Jedem …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.10.2011

Und es ist doch abendfüllend

Dies ist das letzte Buch, an dem Loriot mitgewirkt hat: In den siebzehn Gesprächen, die es versammelt, zeigt sich, dass Vicco von Bülow eben doch nicht nur nach akribischer Vorarbeit witzig war - sondern ebenso im schnellen Schlagabtausch.

Man sollte älteren Herren, und seien sie noch so liebens- und vertrauenswürdig, nicht unbedingt immer glauben. Selbst dann nicht, wenn sie, wie Loriot es in einem Interview im Jahre 1973 tat, sich selbst bescheinigen, "sehr verlässlich" zu sein. Knapp dreißig Jahre darauf gab derselbe Loriot dem "SZ-Magazin" ein Interview, welches, wie er versicherte, sein letztes sein würde: "Es ist nicht abendfüllend, über sich selbst zu reden. Außerdem ist noch viel anderes zu tun." Das Gespräch war ein würdiger, melancholisch-heiterer medialer Schlussakt einer großen Karriere, eines jener Interviews, bei denen man sich als Journalist ärgern darf, es nicht selbst geführt zu haben. Zumal es das letzte sein sollte: Auf Loriots Wort konnte und musste man sich ja verlassen.

Hätte man es doch nicht getan! Schon im darauffolgenden Jahr meldete Loriot sich wieder zu Wort, ausgerechnet im …

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Loriot, eigentlich Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Von Bülow wuchs bei Großmutter und Urgroßmutter in Berlin auf, bis die Familie 1938 nach Stuttgart zog. Dort besuchte er ein humanistisches Gymnasium, das er 1941 mit Notabitur verließ.
Er begann in der Familientradition eine Offizierslaufbahn, es folgte ein dreijähriger Militäreinsatz an der Ostfront in Russland. Nach dem Krieg arbeitete er kurzzeitig als Holzfäller in Niedersachsen, 1946 legte er das Abitur ab. Von 1947 bis 1949 studierte er Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Nach dem Abschluss legte er erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und erfand das charakteristische "Knollennasenmännchen".
Ab 1950 war von Bülow als Cartoonist zunächst für das Hamburger Magazin "Die Straße", im Anschluss für den "Stern" tätig. Seit dieser Zeit verwendete er den Künstlernamen Loriot, die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentiers der von Bülows.
1967 wechselte Loriot das Medium: Er moderierte zunächst die Fernsehsendung "Cartoon", die er auch als Autor und Co-Regisseur verantwortete. Loriots anfänglich reine Moderation wurde zunehmend zu einem eigenständigen humoristischen Element

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