Bilder des Krieges, Krieg der Bilder - Paul, Gerhard

Gerhard Paul 

Bilder des Krieges, Krieg der Bilder

Die Visualisierung des modernen Krieges

Buch mit Leinen-Einband
 
Führen wir nicht mehr
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Bilder des Krieges, Krieg der Bilder

Wie der Irak-Krieg gezeigt hat, sind moderne Kriege immer auch Kriege der Bilder. Paul analysiert in seiner reich illustrierten Studie von den ersten fotografierten Kriegen des 19. Jahrhunderts bis zu den via Internet präsentierten und transportierten postmodernen Kriegen die Gesichter und die Ursachen dieser Bilder-Kriege.

Seine Fragestellung zielt in eine doppelte Richtung: Wie und auf welche Weise setzte sich der moderne Krieg in Bilder um? Und wie geriet das Bild dabei selbst zur propagandistischen und militärischen Waffe?

Pauls These ist, dass die immer stärkere Visualisierung des Krieges Hand in Hand mit dem Unsichtbarwerden seiner Realitäten geht, ja dass sich der moderne Krieg letztlich der Darstellung in den Bildmedien entzieht. Diese formten das katastrophisch-antizivilisatorische Ereignis Krieg vielmehr zu einem zivilisatorischen Akt um und gaben ihm damit eine visuelle und narrative Ordnung, die der Krieg per se nicht besitzt.

In diesem Sinne leistet die Studie auch einen Beitrag zum vielfach geforderten Visual Turn in den Geisteswissenschaften.

Neun in die Darstellung integrierte Bildessays mit mehr als 200 Abbildungen dienen der ästhetischen "Kennung" der einzelnen Kriege.

Ein Vorspann beleuchtet die ikonographischen Muster der Kriegsdarstellung in Malerei und Graphik von der Renaissance bis ins ausgehende 19. Jahrhundert, die der frühen Kriegsfotografie vielfach als Vorbild dienten. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen die modernen Bildmedien Fotografie, Film und Fernsehen. Abschließend wir die Rolle des Internets in den postmodernen Kriegen untersucht.

Wie zuletzt der Irak-Krieg zeigt, sind moderne Kriege immer auch Kriege der Bilder. In seiner reich illustrierten Pionierstudie analysiert der Flensburger Historiker und Sozialwissenschaftler Gerhard Paul die Gesichter, die Ausprägungen und die Ursachen dieser Bilder-Kriege von den ersten fotografierten Kriegen des 19. Jahrhunderts bis zu den via Internet präsentierten und transportierten Kriegen der Gegenwart. Neun in die Darstellung integrierte "Visual Essays" mit mehr als 200 Abbildungen dienen der ästhetischen "Kennung" der einzelnen Kriege. Pauls Buch ist ein großer Wurf: die europaweit erste Gesamtdarstellung des Bildes und der Bilder des modernen Krieges.

Pauls Fragestellung zielt in eine doppelte Richtung: Wie und auf welche Weise setzte sich der moderne Krieg in Bilder um? Und wie geriet das Bild dabei selbst zur propagandistischen und militärischen Waffe? Ausgehend von den Kriegen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Krim-Krieg, Amerikanischer Bürgerkrieg, deutsche Reichseinigungs-Kriege, Pariser Commune, Spanisch-Amerikanischer Krieg), skizziert der Autor auf der Grundlage der internationalen Forschungsliteratur und eigener Studien die Visualisierung des modernen Krieges im 20. Jahrhundert (Erster Weltkrieg, Spanischer Bürgerkrieg, Zweiter Weltkrieg, Vietnam-Krieg) bis zu den post-modernen Kriegen der Gegenwart (Golf-Krieg, Kosovo-Krieg, Anschlag vom 11.9.2001, Krieg in Afghanistan). Ein Vorspann beleuchtet die ikonographischen Muster der Kriegsdarstellung in Malerei und Graphik von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert, die der frühen Kriegsfotografie vielfach als Vorbild dienten.

Im Zentrum der Darstellung stehen die modernen Bildmedien Fotografie, Film und Fernsehen. Abschließend wird die Rolle des Internets in den postmodernen Kriegen untersucht. Pauls überzeugend vorgetragene und belegte These ist, dass die immer stärkere Visualisierung des Krieges Hand in Hand mit dem Unsichtbarwerden seiner Realitäten geht, ja dass sich der moderne Krieg letztlich der Darstellung in den Bildmedien entzieht. Diese formten das katastrophisch-antizivilisatorische Ereignis Krieg vielmehr zu einem zivilisatorischen Akt um und verpassten ihm damit eine visuelle und narrative Ordnung, die der Krieg per se nicht besitzt. Auf diese Weise - so Paul - trügen die modernen Bildmedien zur immer neuen Illusion der Plan- und Kalkulierbarkeit von Kriegen bei.

Mit seinem Buch leistet der Autor überdies einen Beitrag zum vielfach geforderten "Visual Turn" in den Geisteswissenschaften. Auch in diesem Sinne stellt Bilder des Krieges - Krieg der Bilder eine Pionierleistung dar.


Produktinformation

  • Abmessung: 27, 5 cm
  • Gewicht: 1820g
  • ISBN-13: 9783770540532
  • ISBN-10: 3770540530
  • Best.Nr.: 12889515

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Relativ beeindruckt, wenn auch letztlich nicht restlos überzeugt zeigt sich Rezensentin Ulrike Brunotte von dieser umfangreichen empirischen Untersuchung der Kriegs-Bildgeschichte, die der Historiker und Sozialwissenschaftler Gerhard Paul nun vorgelegt hat. Im Zentrum sieht Brunotte die "detektivische Entlarvung" der Allianz von Krieg und Bild. Schon bei den frühmodernen Schlachtengemälden entdecke Paul eine "Ambivalenz von Zeigen und Verhüllen", eine Ästhetik, die sich mit Beginn des fotografischen Kriegsbilds gesteigert habe, und in eine Tendenz mündete, die von Medientheoretikern des 20. Jahrhundert als "Verschwinden der Realität" bezeichnet wurde. In seiner Bildtheorie orientiere sich Paul an einschlägigen Autoren wie Virilio, Baudrillard, Rötzer, Belting und Susan Sontag. Kritisch sieht Brunotte, dass Paul, nachdem er knapp 600 Seiten lang überzeugend Bilder des Krieges dargestellt und in ihrer ganzen Ambivalenz von Zeigen und Verhüllen vorgeführt habe, die Absage des Autors ans Bild. "Was Kriege sind, warum sie geführt werden, welche Folgen sie für die Menschen haben, erschließt sich nicht aus Bildern", sondern nur "in der anstrengenden Reflexion im Medium der Sprache", zitiert sie Paul. Im Gegensatz zu Susan Sontag, die ein ausgeprägtes Gespür für die verstörende Leistung des künstlerisch ambitionierten Bildes habe, kranke Pauls Studie am Ende "an mangelndem Vertrauen in die reflexive Potenz von Bildern".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.12.2004

Krieg der Bilder
Fotografien können keine Abbildung der Realität sein, die Forderung nach Authentizität muss deshalb ins Leere laufen
Bildpolitik und Bildkritik gehören zusammen. Spätestens seit dem Golfkrieg von 1991 begleitet eine zunehmend selbstreflexive Berichterstattung die Informationspolitik kriegführender Parteien. Fotografen und Journalisten missbilligen den Inszenierungscharakter einer medial konstruierten Wirklichkeit, während die Bilder in derselben Zeitung, im selben Fernsehprogramm die Vorstellung vom sauberen Krieg verbreiten. Die Geschichtswissenschaft ist langsamer. Wenn Historiker ihre Monografien mit Bildern vom Krieg illustrieren, fragen sie selten danach, was diese genau zeigen und wie sie genutzt worden sind. Die Studie des Flensburger Historikers Gerhard Paul erhebt nun den Anspruch, die Bilder selbst, ihre Funktion im Krieg und im Krieg der Erinnerungen analytisch zusammenzuführen.
Über einen Zeitraum von 150 Jahren, vom Krimkrieg, dem Amerikanischen Bürgerkrieg über die Weltkriege und den Vietnamkrieg bis zum 11. September und dem Krieg in Afghanistan geht Paul dem Verhältnis von Krieg, Kameraobjektiv und Zuschauerauge …

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Gerhard Paul, geb. 1951, seit 1994 Professor für Geschichte an der Universität Flensburg; zahlreiche Veröffentlichungen zum NS-Herrschaftsapparat.
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