Wie werden Bilder bei uns verstanden, und wie in der Fremde? Welche
Macht üben sie aus und welche Folgen hat das für die Bilder? Mit
Bildern verbinden sich Machtphantasien. Dazu gehört auch der Wunsch
nach Bildern, die über kulturelle Grenzen hinaus Resonanz finden.
Wolfgang Ullrich geht verschiedenen - folgenlosen wie erfolgreichen
- Versuchen nach, Bilder auf die Weltreise zu schicken. Er zeigt,
wie sich die Visionen von Piet Mondrian und Walt Disney ähneln,
untersucht die Bildmotive des Sozialistischen Realismus, der Zeugen
Jehovas sowie der aktuellen stock photography und erklärt, was
Apoll von Belvedere und das TUI-Logo gemeinsam haben. Mit diesem
Buch setzt Ullrich seine Schule des Sehens fort und trifft ins
Schwarze der Bilder.
Anerkennend äußert sich Rezensent Wilhelm Trapp über diese Auseinandersetzung mit dem globalisierten Kunstbetrieb, den Wolfgang Ullrich vorgelegt hat. Im Mittelpunkt sieht er dabei nicht die Kritik an einer zunehmend uniformen Kunst, die sich als Dekoration und Kapitalanlage missversteht, sondern am marktförmigen globalen Umfeld der Kunst. Ullrichs historisch angelegte Aufarbeitung des Themenkomplexes "Bild und Globalisierung" von der klassischen Ästhetik bis zum Kommerzposter kommt nach Angaben von Trapp zu dem Ergebnis, dass die Kunst lange vor der Wirtschaft dem Globalen gehuldigt und ihm Vielfalt und Eigensinn geopfert hat. Abschließend bescheinigt er Ullrich, diese Globalisierung nicht zu "mythisieren", sondern sie zu analysieren und sie damit zu "entzaubern".
Wolfgang Ullrich, Jahrgang 1967, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik in München. Promotion 1994 mit einer Arbeit über das Spätwerk Heideggers. Seitdem freier Autor, Dozent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Kunstakademie München (1997 bis 2003) und Unternehmensberater, zahlreiche Arbeiten zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, über moderne Bildwelten und Wohlstandsphänomene.
2 Marktplatz-Angebote für "Bilder auf Weltreise" ab EUR 9,95
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