Beuterausch - Ketchum, Jack; McKee, Lucky

Jack Ketchum Lucky McKee 

Beuterausch

Roman. Deutsche Erstausgabe

Aus d. Amerikan. v. Häußler, Marcel
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Beuterausch

Gefangen in einer Spirale der Gewalt
Sie ist die letzte Überlebende eines Kannibalenstamms, der jahrzehntelang die Ostküste der USA in Angst und Schrecken versetzte. Geschwächt und verwundet gerät sie in die Gewalt des tyrannischen Familienvaters Cleek. Der Sadist Cleek versucht, die wilde Frau zu "zähmen", wobei er seine Familie als Komplizen missbraucht. Doch er hat den Überlebenswillen seiner Gefangenen unterschätzt. Bevor sein Experiment zu Ende ist, werden alle Unaussprechliches durchleiden müssen.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 286 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 286
  • Heyne Bücher Nr.67615
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 118mm x 27mm
  • Gewicht: 231g
  • ISBN-13: 9783453676152
  • ISBN-10: 3453676157
  • Best.Nr.: 33334312
Jack Ketchum ist das Pseudonym des ehemaligen Schauspielers, Lehrers, Literaturagenten und Holzverkäufers Dallas Mayr. Seine Horrorromane zählen in den USA unter Kennern neben den Werken von Stephen King oder Clive Barker zu den absoluten Meisterwerken des Genres, wofür Jack Ketchum mehrere namhafte Auszeichnungen verliehen wurden.

Leseprobe zu "Beuterausch" von Jack Ketchum; Lucky McKee

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Leseprobe zu "Beuterausch" von Jack Ketchum; Lucky McKee

19 (S. 107-108)

Das Verhalten des Mädchens hat sie überrascht. Sie hat sie beide um Hilfe angefleht (»Helft ihr mir, Mütter?«), aber eigentlich nicht damit gerechnet. Sie ist dankbar. Und verletzt. Alles brennt. Ihr ganzer Körper. Sie fühlt sich, als wäre sie mit Sand wund gerieben worden. Sie friert. Ihre Brüste schmerzen. Das Haar hängt ihr nass in die Augen, sodass sie kaum etwas sehen kann, und ihr fehlt die Kraft, es wegzuschütteln. Der Mann kommt näher. Leckt sich Speichel von den Lippen. Der Mann ist ein Hund mit dem Schaum des Wahnsinns vor dem Maul.

»Jetzt hast du endlich genug, oder?«, sagt er. »B-bihhhte.« Sie sagt es zum dritten Mal. Zu ihm. Nur zu ihm. »Ich bin empfänglich für gute Manieren.« Er geht zur Winde und lässt sie herunter. Nimmt etwas Spannung von ihren Armen – sie hängen nun auf Schulterhöhe. Er tut ihr einen Gefallen. Gewährt ihr ein wenig Bequemlichkeit. Er sieht, dass sie es zu schätzen weiß.

Erleichterung zeichnete sich deutlich auf ihrem Gesicht ab. Sie freunden sich langsam an. Belle kommt mit dem Verbandskasten und Handtüchern herunter. Peg ist nicht bei ihr. Er beschließt, Peggy damit durchkommen zu lassen, zumindest einstweilen. Es hat keinen Sinn, sich hier unten herumzustreiten. Er wird mit seiner verdammten Tochter später ein ernstes Wort reden müssen. »Trockne sie ab«, sagt er. Seine Frau zögert. »Ihre Arme. Du hast ihre Arme gelockert?«

»Mach dir mal keine Gedanken.« »Sagt der Mann mit neun Fingern«, meint sie. Cleek kann nicht anders, er bricht in Gelächter aus. Das verfluchte Ding pocht wie die Hölle, und er wirft sich den ganzen Tag halbe Vicodins ein, als wären es Natrontabletten, und Belle macht tatsächlich einen Witz darüber, und es ist auch noch lustig! Die Spannung löst sich auf und fließt ab wie all das Schmutzwasser auf dem Boden. Belle lächelt auch.

Dieses Mal ist es echt. Er greift sich hinten in den Gürtel, zieht die .45er heraus und hält sie der Frau an den Kopf. »Der Doktor ist da«, sagt er. »Knochentrocken. Wir wollen ja nicht, dass sie krank wird«, sagt Chris. Die Frau zittert, und Belle hört die scheußlichen Zähne klappern, aber es wird weniger, als sie ihre Aufgabe in Angriff nimmt und mit dem Haar beginnt, das eine noch viel gründlichere Waschung und eine steife Bürste bräuchte, ehe es auch nur annähernd ordentlich wäre, doch Belle ist überrascht, dass es so dick und gesund ist, und fragt sich, wie das sein kann bei dem Leben, das die Frau geführt hat.

Oder bei dem Leben, von dem Belle annimmt, dass sie es geführt hat. Sie macht mit Gesicht und Hals weiter, trocknet diese Stellen schnell ab, denn Pistole hin oder her, sie mag die Nähe zu diesem gottverfluchten Mund nicht, selbst mit dem Handtuch zwischen ihnen. Während sie nacheinander die Arme abreibt, bemerkt sie, dass ihr Mann seine Sache gründlich, wenn nicht gar brutal, erledigt hat. Die Frau ist ziemlich sauber. Es bleibt kaum Schmutz am Handtuch haften.

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