Barry Trotter und die schamlose Parodie - Gerber, Michael

Michael Gerber 

Barry Trotter und die schamlose Parodie

Übersetzer: Anders, Heinrich; Hohl, Tina
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Barry Trotter und die schamlose Parodie

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Als die Hogwash-Schule für Zauberer durch dunkle Machenschaften der Filmindustrie von der totalen Vernichtung bedroht wird, sieht sich ihr prominentester Schüler Barry Trotter seiner größten Herausforderung gegenüber. Zusammen mit Hermeline und Lon muss er Horden von rabiaten Fans entkommen, seinen ewig schnorrenden Patenonkel Serious Blech abschütteln und den mächtigen Lord Valumart vernichten. Doch das erweist sich als Kinderspiel gegenüber dem wahren Feind: den dunklen Mächten Hollywoods ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 252 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Goldmann Taschenbücher Bd.45815
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 118mm x 20mm
  • Gewicht: 198g
  • ISBN-13: 9783442458158
  • ISBN-10: 3442458153
  • Best.Nr.: 12848553
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.11.2003

Kuddelmuddel

Gutgemachte Parodien sind etwas für Kenner, die jede subtile Anspielung und Verzerrung bemerken und genießen können. Deshalb sind Parodien immer auch Hommage an das Original. "Harry Potter" fordert eine Persiflage geradezu heraus - nur hätte man sich eine würdigere, intelligentere, vor allem witzigere gewünscht. Im Gegensatz zu seinen Lesern hat sich der amerikanische Publizist Michael Gerber beim Schreiben von "Barry Trotter und die schamlose Parodie" offenbar köstlich amüsiert; sein Ton strotzt nur so vor Stolz über den eigenen - stark begrenzten - Einfallsreichtum. Barry Trotter ist zwar schon über zwanzig, besucht aber, zusammen mit seinen Freunden Lon Measley und Hermeline Cringer, noch immer die Hogwash-Schule für Zauberei, da er zigmal sitzengeblieben ist. Die Bücher einer gewissen J. G. Rollins haben den Faulpelz so berühmt gemacht, daß er nur noch dummes Zeug, und das meist in Fäkaliensprache, von sich gibt, um Muddel-Mädchen zu imponieren. Und nun will Wagner Bros. auch noch seine Geschichte verfilmen, was Direktor Bumblemore zur Weißglut treibt. Die einzig relevante Seite für die - hoffentlich wenigen - Leser dieses Buchs …

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"Eine witzige Attacke auf das Potter-Fever und seine Marketing-Strategien."
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"Wer schon mal was von Harry Potter gehört hat, wird sich vor Lachen kaum halten können!"
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"Seite um Seite Schabernack. Auf dem Buchumschlag steht völlig zu Recht: 'Das ist nicht das Original - es ist komischer!'"
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"Wer schon mal was von Harry Potter gehört hat, wird sich vor Lachen kaum halten können!"
Michael Gerber, geboren 1970, ist Amerikaner, sieht sich als Autor aber eher in der Tradition großer englischer Komiker wie Monty Python. Er wurde bekannt durch seine Raymond-Carver-Parodie "What We Talk About When We Talk About Doughnuts" ("Wovon wir reden, wenn wir von Doughnuts reden") und schreibt unter anderen für den "New Yorker" und das "Wall Street Journal". In Amerika ist inzwischen auch der zweite Band seiner höchst erfolgreichen Harry-Potter-Parodie erschienen.

Leseprobe zu "Barry Trotter und die schamlose Parodie"

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Leseprobe zu "Barry Trotter und die schamlose Parodie"

Immer Ärger mit den Muddeln

Die 'Hogwash-Schule für Zauberer' war die berühmteste Schule der Welt der Magie und Barry Trotter ihr berühmtester Schüler. Allein seinetwegen bewarben sich Jahr für Jahr zwanzig Kandidaten auf jeden freien Platz, obwohl die Schulgebühren immer unverschämter wurden. Das hatte dazu geführt, daß Barry und die Schule zu einer stillschweigenden Übereinkunft gekommen waren: Unabhängig von seinen Noten durfte Barry so lange auf Hogwash bleiben, wie er wollte. Sein elftes Jahr auf der Schule war gerade angebrochen. Aufgrund dieses Arrangements brauchte Barry nicht zu lernen, und statt mit hektischem Pauken konnte er die Abende damit verbringen, entspannt über die Ereignisse des Tages nachzusinnen. Darüber hinaus blieb ihm hinreichend Zeit, allen möglichen Unfug anzustellen.

In einen weichen Polstersessel im Grittyfloor-Aufenthaltsraum gelümmelt, vor einem gemütlichen Vielfarb-Kaminfeuer, bedauerte Barry im stillen die anderen Schüler. Und auch die Lehrer - eigentlich alle, die nicht so eine ruhige Kugel schieben konnten wie er. Er drehte den Walkman lauter, auf dem er seine Lieblingsband hörte, Valid Tumor Alarm, eine Band, die dermaßen haßerfüllt war, daß jeder Song, der keinen Mordaufruf im Titel trug, automatisch als Ballade galt.

'Wir nehmen unsere Angst und machen sie zu einem Gott', las Barry. Was zum Teufel sollte das heißen? Prompt gingen ihm tausend andere Dinge durch den Kopf, wie immer, wenn er sich mit einem komplizierten Gedanken konfrontiert sah.

Er legte das Buch 'Existentialismus für Anfänger' beiseite und nahm seine Zauberpfeife aus der Tasche. Die hatte er letzte Woche in der Pinkelgasse gekauft, der Londoner Einkaufsstraße für Zauberer. Barry fand, sie verlieh ihm eine geheimnisvolle Aura und eine gewisse Reife, das einzige, was der ewige Schülerstatus nicht mit sich brachte. Die Mädchen schienen das genauso zu sehen (na ja, zumindest die Muddel-Mädchen).

Zauberpfeifen waren um Längen besser als die Muddel-Version: Weder machten sie süchtig, noch führten sie zu galoppierender Mundfäule. Außerdem mußten sie nie gestopft werden. Barry klemmte sich das kleine Wunder zwischen die Zähne.

"Kolibri!"

Die Pfeife ging an, und Rauch schlängelte sich empor. Der Pfeifenkopf war aus feinstem magischen Meerschaum, der sich, genau wie in der Werbung behauptet wurde, zu einem exakten Abbild seines Besitzers zu formen begann. "Cool!" sagte Barry und nahm die Pfeife einen Moment aus dem Mund, um die entstehende Büste zu betrachten. Aus dem Mund seines Alter ego ragte sogar eine winzige Pfeife - an der sich, wie Barry annahm, eine noch kleinere Büste bildete ... o Mann, solche Gedankengänge ließen einem das Gehirn käsen.

Barry hustete. Er hatte die Pfeife bisher noch nie richtig angezündet, sondern sie bloß als Requisit benutzt. Was der Reiz am Rauchen sein sollte - außer mit dem Rauch herumzuspielen -, war ihm ein Rätsel. Er hatte einen Geschmack im Mund, als würde er Baumrinde kauen. Die Sache mit dem Rauch war allerdings wirklich toll - der Qualm einer Zauberpfeife ließ sich in jede erdenkliche Form bringen. Barry verpaßte sich in rascher Folge einen Sombrero, einen Pfeil durch den Kopf und Teufelshörner.

Während er so vor sich hin paffte, sah Barry die ohnehin schon geringe Chance dieses Buches auf den Arschtritt-Lindgrün-Preis im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgehen. Tja, dachte er, wenn eh schon alles keinen Sinn mehr hat, kann ich ebensogut ein bißchen Spaß haben.

"Verdammt!" Asche war in seinen Schoß gefallen. Er wischte sie hektisch weg, aber es war zu spät: In das alte Tarncape seines Vaters hatte sich ein kleines Loch gebrannt. "Mist!" sagte Barry. "Ich mach das blöde Ding besser aus, bevor ich noch in Flammen aufgehe." Die Pfeife ging von selbst aus, und Barry steckte sie in seine Tasche. Dann schleuderte er sein Buch ins Kaminfeuer. Da es ein Zauberbuch war, jaulte es laut auf.

Mit einem kleinen Rülpser, der nach Großküchenpudding schmeckte, warf Barry sich sein Tarncape um und ging zum Portal von Hogwash. Er war die Faulheit in Person, außer wenn es darum ging, in Schwierigkeiten zu geraten, irgendwo ein bißchen Kohle abzusahnen oder beides auf einmal; und es machte ihm großen Spaß, immer wieder auszuprobieren, wie weit er es mit dem alten Bumblemore und den anderen treiben konnte. Seine ersten Schuljahre waren wirklich angenehm gewesen - immerhin war er der Star der Schule, die anderen machten ihm schöne Augen oder buhlten um seine Anerkennung, dann und wann wurde ihm eine Unterhose geklaut und hastig bei eBuy verkauft. Aber dann hatte irgendeine Journalistenbekannte seiner Muddel-Tante und seines Muddel-Onkels für ein paar Hundert Pfund ein paar (größtenteils fiktive) Bücher über sein Leben geschrieben. Und von da an wurde die Sache interessant.

In der Nähe des Eingangs schwebte der Beinahe Hirnlose Bill vorbei. Er zog sein Kleinhirn und sein Rückenmark hinter sich her wie eine Tigerente. Es hinterließ eine Spur Gespensterschleim. Barry unter seinem Tarncape gab acht, daß er den Geist nicht anrempelte und sich damit verriet - allerdings hatte er das letzte Mal, als ihm das passiert war, leise "Muh!" gemacht, und seither glaubte Bill, eine unsichtbare Geisterkuh spuke in den Gängen der Schule. "Mich graust bei dem Gedanken daran, welch scheußliche Umstände dazu geführt haben mögen, daß ihr Geist in diesen modrigen Korridoren gefangen ist. Vielleicht ein Mord? Oder eine tragische Liebesaffäre?" hatte Bill ein paar Tage später beim Abendessen gesagt, und vor lauter Anstrengung, nicht zu lachen, hatte Barry sich eine Bauchmuskelzerrung zugezogen.

Inzwischen hatte er das Schulgebäude verlassen und bewegte sich schnellen Schrittes durch die dreckverschmierte, übelriechende Menge von Kindern. An den Gestank, der allabendlich seinen Geruchssinn beleidigte, hatte er sich einfach nicht gewöhnen können. Waren die Fans anderer Leute auch so abstoßend? Es war nicht nur die unangenehme Muffigkeit, die entsteht, wenn zu viele Menschen auf zu engem Raum ohne sanitäre Einrichtungen zusammenleben, sondern ein alles übertönender, durchdringender Gestank, der auf eine offenbar weitverbreitete organische Störung schließen ließ. An diesem Abend hing zusätzlich der unverkennbare Geruch von gegrilltem Zentaurenfleisch in der Luft. Zusammen mit dem Nachgeschmack des Pfeifentabaks bildete er ein unbeschreiblich widerwärtiges Aroma. Barry hustete und spuckte, um den Geschmack loszuwerden. Der Qualster landete auf einem kleinen, dünnen Mädchen mit Brille, das im Schneidersitz auf der Erde saß und zum x-ten Mal 'Barry Trotter und der Steinpilz der Weisen'* las.

(*Im Original unter dem Titel 'Barry Trotter and the Magic Mushroom' erschienen. Wie die Leserinnen und Leser des ersten Buches wissen, verlieh der Pilz - getrocknet und zu Tee verarbeitet -, demjenigen, der ihn einnahm, Unsterblichkeit. Der böse Lord Valumart jedenfalls, der Zinseszinsen für die einzige Macht hielt, die die seine übertraf, sah in dem magischen Pilz die Chance für seine Karriere - Unsterblichkeit gab der "Buy and hold"-Strategie eine völlig neue Dimension. Nachdem Barry die Pläne Valumarts vereitelt hatte, schloß Bumblemore den getrockneten Pilz in seinem Schreibtisch ein. Er wollte ihn eigentlich wegwerfen, aber dann machte sich eine Maus daran zu schaffen und wurde unsterblich. Die anderen Mäuse erklärten sie logischerweise zum Messias, und seitdem gedieh ein gefährlicher Kult in den Wandtäfelungen von Hogwash.)

Sie betastete ihren Kopf und schaute dann gen Himmel. Barry lachte. Wenn sie wüßte, was sie da getroffen hatte, würde sie sich nie wieder die Haare waschen!

Barry gelangte zum Vergessenen Wald. Auf einer Lichtung stand Hafwid, der riesenhafte Wildhüter der Schule, umgeben von etwa zwanzig Frauen aller Größen und Hautfarben. Zwei Zentauren, Thelonious und Bird, standen bei Hafwid, unterhielten sich mit ihm und rauchten winzige Zigaretten. Zentauren treten selten ohne Baskenmütze und nie ohne Sonnenbrille auf und sind die Hipster der Zauberwelt.)

Barry ließ sein Tarncape von den Schultern gleiten, und alle Muddelfrauen schnappten unisono nach Luft. Davon konnte er nie genug kriegen.

"So, so, Slim will sich ein bißchen das Rohr polieren lassen", sagte Thelonious.

"Hi, T! Hi, Bird! Reicht die Flossen, Genossen. Wer brutzelt da am Spieß?"

"Das ist Diz. Ich konnte ihn noch nie leiden." Thelonious schaute Barry über seine Sonnenbrille hinweg an. "Ein totaler Loser, wenn du mich fragst."

"Wir müssen los", sagte Bird, und er und Thelonious schoben ihre Baskenmützen zurecht und trabten in den Wald. In der Ferne war eine einsame Bongotrommel zu hören.

Barry wandte sich dem riesenhaften Wildhüter zu. "Danke, Hafwid, alter Kumpel", sagte er und warf dem gigantischen Schwachkopf eine Münze zu. Dieser griff daneben. "Du kennst das ja: Geh für ein, zwei Stunden zu deinen zahmen Bogeys."*

(*Ein Bogey kann unsere größten Ängste verkörpern- in Gestalt des Schauspielers, den man am wenigsten leiden kann.)

Hafwid hob die Münze auf und biß hinein. "Danke, Barry", sagte er und stolperte unsicher in den Wald, eine in braunes Papier verpackte Flasche umklammernd.

Jede Nacht eine neue Schar von Groupies. Inzwischen ödeten sie Barry nur noch an, aber er brauchte sie, weil sie ihn auf seltsame Weise daran erinnerten, daß er eine Berühmtheit war, jemand Besonderes. Und außerdem (redete er sich ein) gehörte es sich schließlich, seinen Fans etwas zurückzugeben. "Okay, Mädels: Aufstellen für den Entlausungszauber, und dann kann's losgehen", sagte Barry. "Habt ihr auch daran gedacht, euch zu waschen?"

Am nächsten Morgen beim Frühstück schilderte Barry einer Gruppe gebannt an seinen Lippen hängender Speichellecker bis ins kleinste Detail seine Heldentaten. Wie üblich wurden sie dabei von der weiblichen Belegschaft Hogwashs mit berechtigtem Mißfallen beäugt. Gerade als eine besonders entrüstete Neuntkläßlerin namens Penelope Bluggs einen Juckpulverzauber vorbereitete, trafen die Morgeneulen ein. Alle deckten schnell ihre Gläser und Schüsseln zu, damit keine der Federn und Milben hineinfielen, die jede Lieferung begleiteten. Eulen waren eine ziemlich unappetitliche Art der Postzustellung.

Barry bekam einen Brief vom Schulleiter. Er zeigte ihn den anderen.

"Vielleicht sind es gute Neuigkeiten. Womöglich hat der alte Snipe Zauberstabkrebs", sagte Manuel Rodriguez, ein Siebtkläßler, der keinen weiteren Auftritt in diesem Buch hat und nur auftaucht, damit nicht alle in dieser Geschichte weiß, gutbürgerlich und britisch sind.

"Das glaub ich kaum - es ist ein Jauler." Barry öffnete ihn. "Kommen Sie sofort in mein Büro!" jaulte der Brief los. "Und bringen Sie diesen Nichtsnutz Lon mit!" Vereinzelt ertönte ein Kichern, das Barry mit einem bösen Blick und einer typischen Barry-Trotter-Geste zum Verstummen brachte.

Lon Measly, Barrys Busenfreund, war tatsächlich zu nichts nutze. Oder zumindest zu ziemlich wenig. Im fünften Schuljahr hatte er einen tragischen Quaddatsch-Unfall gehabt - ein Drescher hatte einen Matscher schlecht getroffen, worauf dieser sich mit großer Geschwindigkeit in Lons Birne bohrte. Alle Versuche, den Ball zu entfernen, hatten nur dazu geführt, daß er immer weiter hineinwanderte, bis er schließlich auf der anderen Seite wieder austrat, so daß Lons Kopf nun ein Guckloch von der Größe einer Ein-Pfund-Münze hatte. (Wenn der Wind aus der richtigen Richtung blies, war ein Pfeifen zu hören.) Schwester Pommefritte hatte ihm aus dem vollkommen inadäquaten Grips eines hastig euthanasierten Golden Retrievers ein neues Gehirn zusammengebastelt. Nun besaß Lon die geistigen Fähigkeiten eines leicht beschränkten, gutmütigen Siebenjährigen, der zuweilen ausgesprochen hündische Verhaltensweisen an den Tag legte.

"Komm schon!" Barry schreckte Lon aus seinem Versuch auf, sich zu lecken. "Das Fusselgesicht will uns sehen." Lon roch noch übler als sonst. "Hast du dich wieder in Waschbärkacke gewälzt?" Überdies pflegte Lon Autos hinterherzujagen. Andererseits war er extrem treu.

Penelopes Juckpulverzauber knallte hinter ihnen an die Wand, als sie den Raum verließen. "Ihr Schweine!" brüllte sie.

"Pffft." Alpo Bumblemore mischte einen Satz Spielkarten und betrachtete dabei die woodstockmäßige Szene unten vorm Haus. Er zog eine Karte. "Kreuz-As? Nein. Verdammt." Auf dem Rasen vor Hogwash stand ein Zeltlager der unschönsten Sorte, seit der 'Schmirror', das mieseste Revolverblatt Großbritanniens, vor ein paar Wochen die Wegbeschreibung zur Schule veröffentlicht hatte. "Besser Schmierkram als Langeweile!" lautete das Motto der Zeitung, dem sie jeden Tag aufs neue gerecht wurde. Zu Ruhm hatte sie es vor allem dadurch gebracht, daß sie alle Fotos von Frauen so am Computer bearbeitete, daß sie nackt aussahen. Für die Auflage wirkte das Wunder, außer wenn es etwas über Queen Mum zu berichten gab.

Wie auch immer, der Rasen vor Hogwash war prompt von den Massen von 'Schmirror' lesenden, Barry liebenden Muddeln, die darauf kampierten, in eine knöcheltiefe Schlammwüste verwandelt worden. Bumblemore zog eine Grimasse, als sich jemand ganz unverfroren in den See erleichterte. Er murmelte ein Wort, und ein kleines, neunaugenähnliches Seeungeheuer verbiß sich in den unsittlich entblößten Körperteil. "Das wird dir eine Lehre sein", sagte Bumblemore laut.

Er hörte ein Platschen; die Muddel schubsten einander von dem hohen Felsen vor der Schule. Inzwischen kamen sie auf fünf pro Stunde. Der Hauskrake stand gut im Futter. Einer seiner Tentakeln hielt ein Transparent über Wasser, auf dem "SPRING!" stand. Leider verringerte das nicht die Anzahl der Fans - es kamen jeden Tag neue.

Blöde Hippies, dachte der Schulleiter, als er ein Fan-Pärchen entdeckte, das im Gras "das Buch mit zwei Deckeln" machte. Drogensüchtige. Dungeons-&-Dragons-Spieler. Wenn er könnte, würde er sie alle zu Asche zerfallen lassen, selbst die harmlosen kleinen Leseratten, die bloß auf einen Hype und cleveres Merchandising hereingefallen waren. Doch unter den Menschenmassen waren auch ziemlich viele Erwachsene. Vielleicht Fans des Buches, vielleicht Wölfe à la Charles Manson, die sich zwischen den Schafen verbargen.

"Was soll's", sagte er. "Gott ist mit den Betrunkenen, den Blondinen und den Muddeln." Ein As fiel aus Bumblemores weitem Ärmel. "Da bist du ja, du Verräter."

Worum mag es wohl gehen - um die Mädchen, oder um die Wegbeschreibung, die ich an die Zeitung verkauft hab, oder um irgendwas anderes, was ich angestellt, aber wieder vergessen habe, fragte sich Barry, als Lon und er die baufällige Treppe zu Bumblemores Büro hinaufstiegen. Die Sache mit der Wegbeschreibung konnte ihm niemand vorwerfen; schließlich brauchte er das Geld. Sein Patenonkel Serious Blech hatte sein gesamtes Erbe für irgendein schwachsinniges Projekt in den Sand gesetzt, und das Geld, das er von J. G. Rollins für seine Lebensgeschichte bekommen hatte, hatte Barry schon längst auf den Kopf gehauen. Um einen ganzen Sommer in der Muddelwelt durchzustehen - noch dazu im miefigen Schoß der Familie Dimsley -, bedurfte es zahlreicher Zigaretten und einer Menge Bier.

Doch damit konnte er Bumblemore nicht kommen. Letztes Jahr wollte dieser Barry dazu bringen, Leine zu ziehen. "In der ganzen Geschichte Hogwashs ist niemals jemand fünf Jahre hintereinander sitzengeblieben!" hatte er gebrüllt. "Trotter, Sie sind eine Schande. Ich weiß, daß Sie das mit Absicht machen. Der ganze Rummel um Ihre Person hat Sie zu einem unglaublich phlegmatischen Faulpelz mit eher mäßigen Zauberkräften gemacht. Tun Sie uns allen einen Gefallen und wechseln Sie zu den Doofen Mächten von der Konkurrenz - das wird denen den Rest geben!"

Der muffelnde alte Zauberer hatte recht, und Barry wäre der erste gewesen, der das zugegeben hätte. Aber wer konnte ihm verdenken, daß er an der Schule blieb? Hier war er ein König, ein Gott. Berühmt und umgeben von willfährigen Anhängern, die alle nur allzu bereit waren, für den großen Barry Trotter Autos zu mieten, Wäsche zu waschen oder ihm sonst irgendeinen Gefallen zu tun. Hiernach kann es eigentlich nur bergab gehen, dachte er.

Zumindest aus Barrys Sicht war sein letzter Coup äußerst erfolgreich gewesen. Nicht nur, daß er einen Haufen Geld für die Wegbeschreibung kassiert hatte, jetzt kampierte auch noch ein nichtswürdiger, stinkender Haufen seiner Fans auf dem Rasen vor Hogwash. Angesichts dieser fünftausend Kopf starken Horde von Wandalen, die bereit waren, für ihn ihr Leben zu lassen, würde kein Lehrer ihm etwas anhaben können.

Doch inzwischen war sogar er ein bißchen genervt. Zu der visuellen Belästigung durch die schlecht gesicherten, klapprigen Zelte und die ungeheure Abgerissenheit der Menschen kam die akustische der gebetsmühlenartigen, stumpfsinnigen Fan-Chöre. Nicht genug damit, daß sie nervten und stanken - bald hatten sie Hafwids Schnapsbrennerei entdeckt und angefangen, sich kollektiv zu besaufen.

Jeder vernünftige Mensch würde die Finger von Hafwids Schnapsvorräten lassen: Wenn Hafwid einem nicht persönlich den Garaus machte, dann taten es seine Alkoholika, die eher Flugzeugtreibstoff glichen als Schnaps. Eine Magnumflasche mit magischem 900-prozentigen Brandy, die Barry ihm als Entschuldigung überreicht hatte, konnte zumindest zwischen ihm und dem Wildhüter die Wogen glätten.

Kundenbewertungen zu "Barry Trotter und die schamlose Parodie"

7 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.6 von 5 Sterne bei 7 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
 
(4)
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Bewertung von Downstroy am 26.08.2011 ***** schlecht
Ich bin absolut kein Harry Potter-Fan und habe mir von der Parodie viel versprochen, wurde aber stark enttäuscht. Mit Freude beim Lesen hat das nichts zu tun. Lächerlich aber nicht lustig. Leider.

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Bewertung von gummibärchen aus Weida am 06.05.2011 ***** sehr gut
Barry Trotter ist die etwas umgeschriebene Variante von Harry Potter. Zusammen mit Hermeline und Lon muss er gegen die dunklen Mächte Hollywoods kämpfen. Ob er gewinnt oder verliert?
Ich fande dieses Buch (bis auf die umgeschriebenen Namen) einfach nur Schwachsinn. Es hat nichts mit dem richtigen Harry Potter zu tun und man findet fast nie Zusammenhänge zwischen 2 Kapiteln. Ich würde dieses Buch allen, die Harry Potter NICHT kennen und min.11 Jahre alt sind empfehlen.

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Bewertung von Kathy aus Kirchseeon am 12.06.2010 ***** schlecht
In dem Buch geht es um Barry Trotter.
Eigentlich ist er ja schon viel zu alt um auf Hogwash zu gehen, aber da die Schule wegen ihm ,so beliebt wurde, darf er noch viel länger bleiben. Jetzt wissen nähmlich auch die Muggle wo Barry ist. Als er wiedermal aß, musste er zum Schulleiter. So beginnt das Abenteuer von Barry, Hermeline und Lon, der zu garnichts nützlich war, da er einen Unfall hatte und jetzt strohdumm ist.
Barry und seine Freunde müssen nun etlichen Fans entkommen, Serious Blech entkommen , Lord Valumart vernichten und die dunklen Kräfte Hollywoods entkommen.
Ich finde das Buch total blöd, weil es überhaupt nicht komisch und voll langweilig ist . Es zieht Harry Potter voll in den Dreck. Das einzig schöne daran ist, dass hinten im Buch ein Brief ist, mit dem man ihm richtig die Meinung sagen kann.
Ich empfehle es auf gar keinen Fall weiter!

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Bewertung von meihong aus groebenzell am 22.08.2009 ***** schlecht
also ich habe mir darunter ja was ganz tolles vorgestellt, so richtig zum totlachen mit witz und so, aber dieses Buch, war eines der wenigen die ich je gelesen habe, das wirklich schlecht war. Sorry!

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 09.10.2007 ***** schlecht
So ein schwachsinniges Buch habe ich noch nie gelesen. Eine derart primitive Darstellung der Geschichte ist eine reine Beleidigung. Ich würde dieses Buch echt keinem empfehlen, der Harry Potter mag.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 30.12.2006 ***** ausgezeichnet
das buch is total lusig ma was anderes . ich kaufe mit auf jedenfall noch mehr teile sobald es den neue gibt. deises buch faszenietr mich und bring mich zum lachen es verleit mir gute laune.

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Bewertung von Sina Gerber aus Hamburg am 28.04.2006 ***** ausgezeichnet
Schamlos, frech und sehr zu empfehlen, auch für Potter-Liebende! Habe herzhaft gelacht über sexistische Witze oder Verdrehungen des Originals, welche man sich nicht besser hätte ausdenken können. Zum Schluss etwas verwirrend, aber es folgt eine Erklärung. Tipp: Man sollte auch das drumherum lesen, wie das Beschwerdeschreiben, Anmerkungen des Autors, etc.!

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