Balzac - Willms, Johannes

Johannes Willms 

Balzac

Eine Biographie

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Balzac

Ein Leben wie ein Roman, voller Hoffnungen und Träume. Ruhm, Geld und Liebe, all das schien für Balzac immer in Reichweite zu sein, blieb ihm aber doch zeitlebens verwehrt. Der ausgewiesene Biograph Johannes Willms schildert mit Verve, was Balzac umtrieb, im Leben wie in der Kunst.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 366 S.
  • Seitenzahl: 366
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 124mm x 24mm
  • Gewicht: 352g
  • ISBN-13: 9783257066241
  • ISBN-10: 3257066244
  • Best.Nr.: 22802343
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.12.2007

Verschuldeter Optimist
Von SZ-Autoren: Johannes Willms porträtiert Honoré de Balzac
Ein Mann wie ein Vulkan, der Tag und Nacht Literatur ausspie und ein Romangebirge aus sich heraus schrieb, dem er den provozierenden Obertitel „Comédie Humaine” gab, in der weit über tausend Figuren lebendig werden dank Balzacs brennender Phantasie. Dabei wollte dieser Honoré de Balzac vor allem ein Leben in Reichtum und Genuss führen. Danach strebte er mit all seinen häufig an Dilettantismus, überzogenen Spekulationen oder unerfüllbaren Wunschvorstellungen scheiternden Unternehmungen.
Johannes Willms erzählt eindringlich den Lebensroman dieses von geradezu selbstzerstörerischer Schreibwut besessenen Genies, berichtet von seiner unheilbaren Sucht nach dem Luxus von Mahagonimöbeln, edlen Spazierstöcken und gelben Glacéhandschuhen und seiner dafür notwendigen Meisterschaft im Schuldenmachen. Willms porträtiert schließlich Balzac als aberwitzigen Optimisten, der, trotz verheerender Rückschläge kurz vor seinem Ende doch noch gleichsam die Prinzessin zur Frau bekommt in Gestalt der polnischen Gräfin Eveline Hanska und seine Hoffnung auf Reichtum durch Heirat erfüllt sieht. SZ
JOHANNES WILLMS: Balzac. Eine Biographie. Diogenes Verlag, Zürich 2007. 368 Seiten, 24, 90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die große Verehrung, die Balzac in Frankreich und Großbritannien zuteil wird, hat der Dichter der Comedie Humaine in Deutschland nie erfahren, konstatiert Rezensent Andreas Kilb, den Deutschen seien Balzacs Konkursverwalter, Spekulanten und skrupellosen Bankies wahrscheinlich nie "tief" genug gewesen. Umso begrüßenswerter findet Kilb diese Biografie von Johannes Willms, der - im Gegensatz zu Stefan Zweig - auch nicht der Versuchung erliegt, wie der Rezensent feststellt, aus Balzacs Leben einen Roman zu machen. Willms wählt, so erfahren wir, einen sehr "nüchternen Blick" auf den Dichter und dessen eigenen "poetisch-ökonomischen Realismus". Meist findet Kilb dies auch sehr angemessen, vor allem wenn es um Balzacs Versteckspiel mit seinen Gläubigern geht, sein Dandy-Gehabe oder seine Mutter. Doch ein wenig schießt Willms nach Meinung des Rezensenten übers Ziel hinaus, wenn er Balzac zynisch erscheinen lässt. Die "kalte Cleverness" seiner Helden war Balzac nämlich selbst fremd, betont Kilb.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.10.2007

Der Imaginationsweltmeister

Die Verschwörung der 91 Romane: Johannes Willms beschreibt das Leben des Honoré de Balzac, dessen größte Hits jetzt auch wieder aufgelegt werden. Eine Begeisterung

Honoré de Balzac ist erstens ein Skandal und zweitens ein Rätsel - und wer sich mit Balzacs Werk, mit Balzacs Leben oder mit beidem zugleich befasst, kann eigentlich gar nicht anders, als sich immer wieder die folgenden Fragen zu stellen: Wie kommt es, dass ein so dummer Mensch so ein kluges Werk schaffen konnte? Woher nahm Balzac, dem man ja, je genauer man ihn kennenlernt, nicht nur materielle Armut bescheinigen möchte, die Ressourcen für ein so schwerreiches Werk? Und wie gelang es diesem Schriftsteller, der sich, außer für Sex, anscheinend nur für Geld interessierte und für das, was man für Geld bekommt; und der, selbst wenn er sich verliebte, was er oft, heftig und, wie er wohl selber fand, mit großer Unabweisbarkeit tat, von kaum einem weiblichen Reiz so sehr erregt wurde wie von einem schönen, runden Vermögen, das ihn, wie er nicht aufhörte zu hoffen, endlich retten würde - wie kam es, dass dieser Mann eine Prosa schrieb, welche, um es mal …

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Johannes Willms, geb. 1948, war von 1988 bis 1992 Leiter der Redaktion "aspekte" beim ZDF und ist jetzt Kulturkorrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Paris. Er hat vielbeachtete Werke zur deutschen und französischen Geschichte vorgelegt.

Kundenbewertungen zu "Balzac" von "Johannes Willms"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 02.05.2008 ***** gut
Nach seiner Napoleon-Biographie widmet sich Johannes Willms zum zweiten Mal einem Franzosen. Auch diesmal gelingt es ihm, die Zeit und ihre Umstände treffend einzufangen. Wir lernen Balzac vor allem in seinen Nöten kennen, die ihn in einer schweren Kindheit, wie als armen Poeten in einer kalten Dachgeschosswohnung zeigt. Sein manischer Arbeitseifer ist seinem Überlebens-, wie Geltungswillen zuzuschreiben. Akribisch weist Willms die einzelnen Schritt aus, begründet die Verschwendungssucht des Erfolgreichen, reiht seinen Schulden auf, seine Phantasien, die ihn stets aller Sorgen entledigen sollten, nennt Affären wie Niederlagen und zeigt ihn im Kampf um eine späte Ehe mit einer ukrainischen Adligen. Was fehlt, ist das literarische Werk, der Zyklus La Comédie humaine. Er taucht eher am Rand auf, findet Beleg als biographischen Spiegel. Willms lenkt sein Augenmerk vor allem auf den Privatmenschen Balzac. Natürlich ist ein so vielbändiges Werk wie Die menschliche Komödie nicht in seiner Gänze vertretbar, aber den Menschen Balzac machte vor allem sein schriftstellerisches Leben aus. Willms widmet sich lieber den Goldverzierungen, den überbordenden Ausstattungen der Häuser als Balzacs schrifstellerischen Kunst, seiner Zeit ein Denkmal zu setzen. Die Verschwendung, die Schulden wiederholen sich mit der Zeit, ohne einen weiteren Aufschluss über Balzac zu bieten. Schillernder wäre es gewesen, Balzac auf beiden Seiten seines Lebens zu zeigen: in der Realität und der Phantasie.

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