Ausgesetzt - Oates, Joyce C.

Joyce C. Oates 

Ausgesetzt

Roman

Aus d. Amerikan. v. Silvia Morawetz
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Ausgesetzt

Joyce Carol Oates persönlichstes Buch ist eine intime und einschneidende Chronik der sechziger Jahre Amerikas: elitäres Collegeleben und Aufbruch in die sexuelle Freiheit. Oates erzählt mit unvergleichlicher Intensität - unheimlich und packend.Anellia ist jung, neugierig und bereit, sich mitten ins Leben zu stürzen. Schonungslos durchbricht sie die stickige Enge des Frauencolleges. Sie wird gefeuert ausgesetzt, sie katapultiert sich aus jedem sozialen Gefüge. Doch Verner fängt sie auf, er ist schwarz, wesentlich älter und Philosophiestudent. Er entführt sie in die Welt abgehobener Gedanken und körperlicher Leidenschaft. Anellia lebt endlich ihr eigenes Leben. Sie wähnt sich in Sicherheit, ihre Kindheit hat sie abgelegt, glaubt sie. Doch dann ein verstörender Anruf: Der längst tot geglaubte Vater liegt im Sterben. Die Reise zu ihm wird zur Entdeckung der eigenen Vergangenheit.Eine bissige Zeitstudie mit doppeltem Boden, ein aufreibendes road movie »der großzügigen, unendlich wissbegierigen und meisterhaften Autorin«. Washington Post Book World


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 333 S.
  • Seitenzahl: 333
  • Fischer Taschenbücher Bd.15826
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 19mm
  • Gewicht: 252g
  • ISBN-13: 9783596158263
  • ISBN-10: 3596158265
  • Best.Nr.: 20851815

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Carol Joyce Oates bleibt ihren Themen treu, meint Rezensent Jörg Magenau nach der Lektüre ihres jüngsten Romans "Ausgesetzt". Auch in dieser Geschichte um Oates' namenloses (weil noch nach seiner Identität suchendes) alter ego, eine schwarze Studentin und Außenseiterin, arbeitet sich Oates an "Emanzipation der Frau, Bürgerrechte und Rassismus in den USA, die Weite der amerikanischen Landschaft und die Engstirnigkeit provinzieller Moral" ab. Gemeinsamer Nenner aller Episoden des Romans ist für den Rezensenten die Macht der Bilder und das Bedürfnis, Bilder zu schaffen. Dies werde deutlich im Scheitern der Beziehung mit dem intellektuellen Vernon, das von ihrer zu großen Identitätsabhängigkeit von ihm verschuldet wird, besonders aber in der Begegnung mit dem todkranken Vater, als dieser der Tochter befiehlt, sich ihm abgewandt zu nähern, damit sie sein Gesicht nicht sieht. Die Tochter, berichtet der Rezensent, widersetzt sich in einer mythologischen Wendung, indem sie einen Handspiegel zuhilfe nimmt. Wenn auch in den Sechziger Jahren angesiedelt, ist "Ausgesetzt" keine Chronik dieser Epoche. So wie auch die Emanzipation der Protagonistin keine politische, sondern "eine sehr persönliche und recht einsame Angelegenheit". Mit diesem Roman, der sehr ein feines Gespür für "innere Zustände" beweist, so das wohlwollende Fazit des Rezensenten, betreibt Oates "Forschungsarbeit am eigenen, vergangenen Ich".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.07.2005

Das Bild des Vaters im Taschenspiegel
Porträt der Autorin als rebellische junge Frau: Im Roman "Ausgesetzt" erzählt Joyce Carol Oates die Geschichte einer Karriere

Ich-Geschichten, Selbstfindungen, Literatur als autobiographisches Verwirrspiel - haben wir davon immer noch nicht genug? Immer noch nicht genug von den Variationen und Verfremdungen des Literatenlebens? Nein, haben wir nicht. Ein mitreißendes, bestürzendes, erheiterndes, erschütterndes, tragisches und komisches Buch ist anzuzeigen: der Roman "Ausgesetzt" von Joyce Carol Oates.

Ob Bürgersöhne oder Farmerstöchter, auf eine prekäre Jugend blicken viele Schriftsteller zurück, auf eine Zeit voll Unordnung, Leid, Gefährdungen und Peinlichkeiten. Künstlertum und frühes Außenseiterdasein sind schon lange unauflösbar verbunden. Die Introvertierten unter ihnen blinzeln ein wenig wehmütig nach dem Leben und seiner Gewöhnlichkeit. Bedrohlicher dagegen erscheint eine Sehnsucht nach Normalität, die zur fixen Idee wird, zu einem inneren Anpassungszwang, vor dem man sich nur in Grenzüberschreitungen, bis hin zu Wahnsinn und Raserei, retten kann.

Eine solche riskante …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.07.2005

Die List der Spiegelscherbe
Wie man sich selbst erobert: In ihrem neuen Roman „Ausgesetzt” erzählt Joyce Carol Oates eine Erweckungsgeschichte
Ein verstörendes Gefühl von Irrealität liegt über diesem Roman der großen realistischen Erzählerin Joyce Carol Oates. Wer andere Romane der amerikanischen Autorin kennt, etwa die zuletzt auf Deutsch erschienenen „Hudson River” und „Wir waren die Mulvanys”, ist zunächst irritiert. Die sprudelnde Eloquenz, die ihren Stil sonst so geschmeidig macht, scheint versiegt. Zwar gibt es emphatische Evokationen - „Ach, könnten Sie es nur sehen! Und zwar mit meinen Augen!” -, insgesamt aber herrscht ein trockener, manchmal beinahe ungelenker Ton. Je mehr man sich in diesen Roman hineindenkt, desto einleuchtender wird das allerdings. Denn „Ausgesetzt”, im Original unter dem Titel „I’ll Take You There” 2002 erschienen, ist eine sympathisch-unprätentiöse Erweckungsgeschichte.
Joyce Carol Oates, inzwischen eine weltweit anerkannte Autorin, erzählt von ihren Anfängen. Auch wenn man die namenlose Ich-Erzählerin nicht mit der Autorin gleichsetzen darf, so ist dieser Roman doch deutlich autobiografisch …

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Joyce C. Oates, geb. 1938 in Lockport (NY), zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihre zahlreichen Romane und Erzählungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem National Book Award. Joyce C. Oates lebt in Princeton, New Jersey, wo sie Literatur unterrichtet.

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