Auf verlorenem Posten - Zizek, Slavoj

Slavoj Zizek 

Auf verlorenem Posten

Übersetzer: Born, Frank
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Auf verlorenem Posten

Der Kapitalismus, so Slavoj i ek, gleiche einer Comicfigur, die stolz über den Dachfirst hinaus ins Leere läuft um dann jäh abzustürzen. In seinem neuen, kämpferischen Buch setzt sich i ek mit den Perspektiven der Linken auseinander: Er entlarvt die Widersprüche des Neoliberalismus, diskutiert die Positionen von Alain Badiou und Antonio Negri und erklärt, warum wir angesichts von Wirtschaftskrise, Biotechnologie und Umweltkollaps der Diktatur des Proletariats eine neue Chance geben sollten. Dabei erweist er sich wieder einmal als das externe Hirn seiner Leser: Er sieht die Filme, registriert die Nachrichten und macht sich darüber die Gedanken, für die wir keine Zeit haben.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 319 S.
  • Seitenzahl: 319
  • Edition Suhrkamp Bd.2562
  • Best.Nr. des Verlages: 12562
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 107mm x 23mm
  • Gewicht: 194g
  • ISBN-13: 9783518125625
  • ISBN-10: 3518125621
  • Best.Nr.: 23845236

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Als höchsten Genuss für "jeden, der intellektuell abheben will, um humane Lebenswelten für das 'posthumane' Subjekt zu erfinden", bezeichnet Rezensentin Ingeborg Szoelloesi dieses Buch des "zornigen" Philosophen, für sie auch eine "gewagte Reise zu alten und neuen Horizonten". Doch ihr Glück ist bei weitem nicht ungetrübt, denn bei politisch engagierten Menschen kann dieses Buch aus ihrer Sicht nur als "ein großes Ärgernis, ja - der reinste Hohn" empfunden werden. Zwar sei das Buch aus linken Theorien souverän zusammenkomponiert. Doch denke Zizek damit gerade an jenen vorbei, die er, der eigenen Auskunft zufolge, erreichen wolle, "die links eingestellten Bürger". Weder nämlich sei das Buch wirklich als Anleitung zur Weltverbesserung zu gebrauchen, noch liefere es brauchbare Ansätze zum Verständnis akuter Ungereimtheiten wie das Verhalten von Menschen und Regierungen in der Klima- oder Finanzkrise. Weshalb man sich mit Slavoj Zizeks Buch "Auf verlorenem Posten" tatsächlich auf verlorenem Posten befinde.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.11.2009

Im Banne des Z
Über Slavoj Zizek und sein Buch „Auf verlorenem Posten”
Wer den mittlerweile auch schon 60-jährigen slowenischen Philosophen und Zeitdiagnostiker Slavoj Zizek je leibhaftig denken gesehen hat, der weiß, dass das ein sehr eigenes Erlebnis sein kann. Zizek schwitzt stark und tippt sich mit seinen Fingern unausgesetzt an Stirn, Ohren, Nase und Haare. Seine Körpersprache strahlt eine Unruhe und Nervosität aus, die es den Betrachter kaum für möglich halten lässt, dass es Zizek gelingen könnte, auch nur einen einzelnen halbwegs klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn zu formulieren. Aber es klappt doch immer wieder. Und es ist, allen vernichtenden Kritiken zum Trotz, natürlich kein Zufall, dass es diesem Philosophen nicht nur gelingt, in Ljubljana, Paris, London oder New York Hörsäle zu füllen, sondern auch in Buenos Aires vor ein- oder zweitausend Menschen zu sprechen.
Seine philosophische Wachsamkeit ist schließlich eine, die zwar extrem sprunghaft, aber sich doch im besten Sinn für nichts zu schade ist. Denker dieser Art sind rar. Pornographie, die Figur „Borat” des Komikers Sacha Baron Cohen, die deutsche …

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"Machen wir es kurz: Slavoj Zizek und sein Traktat Auf verlorenem Posten ist grandios-utopisch in dialektischer Analyse und Schlussfolgerung zu Umweltfragen - im Hier und Jetzt. [...] Auf verlorenem Posten wirkt als gewinnmaximierende Utopie sondergleichen für unsere machtinstallierten Eliten."<br />w.p. kultur-punkt.ch

»Der aus Slowenien stammende Philosoph, Kulturkritiker und Psychoanalytiker Slavoj Zizek hat sich mit seinem neuen Buch viel vorgenommen: Er will nicht weniger, als die Umrisse einer neuen, linken Strategie skizzieren. ... Provozierend plädiert Zizek deshalb für eine neue Diktatur des Proletariats, die er nicht im Sinne Josef Stalins als Abschaffung, sondern im Sinne Rosa Luxemburgs als Erweiterung der Demokratie begreift. ... Dabei handelt es sich nicht um ein Manifest oder eine klar strukturierte Gebrauchsanleitung. Sein assoziatives Buch bietet aber wichtige Anregungen, die geeignet sind, den Rahmen des im Westen vorherrschenden alternativlosen Denkens zu sprengen.«
Slavoj Zizek, geb. 1949 in Ljubljana, Psychoanalytiker und Professor für Philosophie, rief schon früh eine Gruppe von Theoretikern ins Leben, die ihr Denken an den Thesen von Jacques Lacan schärfte. Die slowenische Lacan-Schule war ein geistiges Widerstandsnest im orthodoxen Ex-Jugoslawien, und Slavoj Zizek ging als global operierender Philosophie-Entertainer daraus hervor. Zahlreiche Publikationen (u.a. Die Grimassen des Realen, Die Metastasen des Genießens, Das Unbehagen im Subjekt, Plädoyer für die Intoleranz) machten ihn international bekannt.

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