Auf der Flucht - Karasek, Hellmuth

Hellmuth Karasek 

Auf der Flucht

Erinnerungen

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Auf der Flucht

Auf der Flucht!
Sich erinnern heißt für Hellmuth Karasek Geschichten erzählen, Geschichten, die er erlebt hat, die anderen widerfahren sind, die ihn mit Freunden und Feinden, mit Frauen und Kindern, mit Kollegen und Weggefährten aus der Kulturbranche verbinden.
Für den Elfjährigen endet die Kindheit nach einem trügerisch glänzenden Weihnachtsfest 1944 mit der Flucht aus der österreichischen Tuchstadt Bielitz an der Grenze zu Galizien. Zusammen mit der hochschwangeren Mutter und drei kleinen Geschwistern, ist er unterwegs nach Schlesien, nach Sachsen und schließlich nach Sachsen-Anhalt, wo nach Kriegsende eine neue Zeit der Ängste, Lügen und Behauptungen beginnt. Mit dem DDR-Abitur in der Tasche, studiert er in Tübingen. Frontwechsel im Kalten Krieg. Die Ziele des Heranwachsenden sind klar: Er möchte satt werden und einer Welt der wechselnden Lügen entrissen - auch für den Preis der Anpassung. Dabei wird er von der Phantasie, auch der der Bücher und des Kinos getröstet und von der


Produktinformation

  • Verlag: ULLSTEIN TB
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 539 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Ullstein Taschenbuch Bd.36817
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 116mm x 34mm
  • Gewicht: 344g
  • ISBN-13: 9783548368177
  • ISBN-10: 3548368174
  • Best.Nr.: 14446136

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Es ist nicht despektierlich gemeint, wenn Dieter Hildebrandt in seiner Besprechung der Karasek-Memoiren als allererstes die Erinnerungen Harald Juhnkes in den Sinn kommen; philologische Akuratesse ist der Grund, denn sowohl der omnipräsente "Pop-Proteus" als auch der nunmehr delirierende Entertainer haben in ihren Autobiografien Horvath falsch zitiert: "Ich bin ja ganz anders, aber ich komme so selten dazu", lautet das von beiden als Motto falsch wiedergegebene Credo. Ansonsten hat Hildebrandt nicht viel zu beanstanden. Mit einem "Schuss Schwejk" und "nie larmoyant" erzählt Karasek von der Flucht der Familie in den letzten Kriegsjahren. Gerade aus den damaligen Nöten heraus habe sich Karaseks besondere Gewitztheit entwickelt, deutet der Kritiker. Wenn an den Jugendepisoden etwas störe, dann die "Schlaumeierei", mit der der alte den jungen Karasek garniere. Die Schilderung der geradlinigen Journalistenkarriere gerate zum "Wer ist wer?" der westdeutschen Intellektuellenszene mit einigen "hübsch boshaften Porträts". Der Schluss stößt dem Kritiker dann wieder etwas übel auf, denn da geht der Lebensbericht "in eine Klatschgeschichte über, in der Frauen meist nur als Vernaschkatzen vorkommen".

©

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.04.2005

Lärmender Teilhaber
Probebohrungen: Hellmuth Karaseks Lebenserinnerungen

Für einen Mann wie Daniel Doppler war im deutschen Kulturbetrieb nie eine Planstelle frei - zu unruhig war sein Temperament, zu unernst seine Sprache, zu undeutsch seine Verliebtheit in die eigenen Pointen. Doppler, so schien es, hatte im einen Ohr noch die Echos jenes alten Österreichs, dessen Selbstverrat und Untergang er als Kind erlebt hatte. Und mit dem anderen Ohr lauschte er den Dialogen aus Hollywood, so lange, bis er alle Tricks durchschaut zu haben glaubte. Nur fürs Schweigen hat Doppler immer der Sinn gefehlt, das war sein Glanz und seine Schwäche.

Doppler schrieb Glossen für den "Spiegel" und Komödien fürs Theater; diese Stücke bekamen von der Kritik immer das Etikett "Boulevard" verpaßt und wurden nur dort aufgeführt, wo es keine Boulevards gibt: in der Provinz. Und in den späten neunziger Jahren hat sich Doppler aus der Wirklichkeit zurückgezogen und ist nur noch in der Fiktion aufgetaucht. Daniel Doppler: So hieß der Schelm in dem Schelmenroman "Das Magazin", für welchen dessen Autor Hellmuth Karasek heftige Verrisse und wenig Lob …

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Hellmuth Karasek, Herausgeber des Berliner "Tagesspiegel", nachdem er über 20 Jahre im "Spiegel" für Kulturberichte und Kritik verantwortlich war und seit 13 Jahren mit Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler im "Literarischen Quartett" über Bücher streitfreudig diskutiert. Schrieb drei Theaterstücke (und zwar Komödien), eine Billy-Wilder- Biographie ("Nahaufnahme"), eine Biographie der 50er Jahre ("Go West"), stellte in "Mein Kino" seine "hundert schönsten Filme" vor, beschrieb und durchlitt die Telefonitis in "hand in handy" und schrieb den hart umkämpften Journalisten-Roman "Das Magazin".

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