Auf dem Weg zur "Endlösung": Der deutsche Madagaskarplan
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Geschichte Europa -
Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg, einseitig
bedruckt, Note: 1,7, Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für
Geschichtswissenschaften), 6 Quellen im Literaturverzeichnis,
Sprache: Deutsch, Abstract: Die schon im Altertum allgegenwärtige
Judenfeindschaft, prägte sich im Mittelalter weiter aus und fand
ihre Vollendung mit dem Genozid im Zweiten Weltkrieg. Aber der
Wandel, der dazu geführt hatte, muss im ausgehenden 19. Jahrhundert
angesiedelt werden. In dieser Zeit kam es zu einem Wechsel von der
klassischen Judenfeindschaft zum rassistischen Antisemitismus in
Europa. Der Jude, der losgelöst von Religion betrachtet und
diskutiert wurde, fungierte nun, kontrastiert vom arischen Europa,
als ein Mensch zweiter Klasse als Untermensch . Dieser Propaganda
musste er sich später im Dritten Reich unterwerfen. Doch nicht nur
der jüdische Mensch wurde auf diese Weise deklassiert und
herabgewürdigt, es waren auch z.B. Sinti und Roma, sowie Schwarze,
die nun ein Leben als Untermenschen führen sollten. Der Hauptfeind
der Arier aber blieb das Weltjudentum , das angeblich sowohl die
weltweiten Finanzmärkte in seinen Händen hielt, als auch als
Förderer der Kommunisten, ja sogar selbst als Bolschewist, agierte.
Dieser Ideologie unterlagen viele Menschen zahlreicher Länder
Europas. Selbst in den Ländern der späteren Siegermächte bildeten
sich hier keine Ausnahmen. Den Grundstein legten die
Antisemitenkongresse am Ende des 19. Jahrhunderts in Europa. Der
größte Streitpunkt bei diesen Treffen war die Lösung der Judenfrage
, wobei die Deportation als eine Variante diskutiert wurde. Ein
möglicher Lösungsansatz war die Insel Madagaskar, die nach den
Vorstellungen der Kongressteilnehmer, für alle Juden ein
Nationalheim werden sollte. In meiner Arbeit werde ich mich mit
diesem Plan beschäftigen. Zunächst widme ich mich der Quellenlage
und der Grundlage des Madagaskargedankens im 19. Jahrhundert.
Desweiteren beleuchte ich die Planungsphase in Nazideutschland,
wobei ich auf die Entwicklung des Krieges, die maßgeblich am
Verlauf der Planung beteiligt war, eingehen werde. Ziel meiner
Arbeit ist es, mich kritisch mit den Ursachen des Scheiterns dieses
Projektes auseinanderzusetzen, sowie zu prüfen, ob es je eine
reelle Chance zur Umsetzung gegeben hat.
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