Die Frage nach der (eigenen) Endlichkeit hat
mentalitätsgeschichtlich vor allem zwei Antworten gefunden: zum
einen die Verdrängung des Todes, etwa durch Produktion von
Unsterblichkeitsmodellen, zum anderen Todesangst und Nihilismus.
Die Autoren gehen literarischen Texten des 18. bis 21. Jahrhunderts
nach, die einen dritten Weg suchen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie
den Menschen als sterbliches, körperliches Wesen mit seinen Ängsten
und Begrenztheiten ernst nehmen und die alltäglichen Mechanismen
und Hinterwelten entlarven, mit denen er sich vor der Erkenntnis
seiner Endlichkeit schützen will. Autoren wie Goethe, Lenz, Benn,
Beckett, W. G. Sebald oder Judith Hermann halten das Bewusstsein
für die Fragilität des Lebendigen wach und loten die ästhetischen
Potenziale von Anthropologien der Endlichkeit aus.Mit Beiträgen
von: Hans Adler, Oswald Bayer, Henrik Birus, Heinrich Bosse,
Heinrich Detering, Anke Detken, Gesa Frömming, Helmut Göbel,
Friederike Felicitas Günther, Timo Günther, Torsten Hoffmann,
Annelen Kranefuss, Fred Lönker, Liina Lukas, Irmela von der Lühe,
Kai Hendrik Patri, Gert von Pistohlkors, Eve Pormeister, Wolfgang
Riedel, Stefan Willer
Friederike Felicitas Günther, geb. 1972, wissenschaftliche Assistentin am Institut für deutsche Philologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
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