Ansichten eines Clowns (1963) - Böll, Heinrich

Heinrich Böll 

Ansichten eines Clowns (1963)

Herausgeber: Bernath, Arpad; Bernhard, Hans J.; Conard, Robert C.
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Ansichten eines Clowns (1963)

Das Jahr 2002 ist ein doppeltes Jubiläumsjahr für Heinrich Böll (1917-1985):Vor 30 Jahren, im Dezember 1972, wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen, und am 21. Dezember wäre er 85 Jahre alt geworden. Im Oktober erscheinen die ersten drei Bände der Kölner Ausgabe seiner Werke. Sie stehen am Anfang eines auf neun Jahre angelegten Editionsvorhabens, das Heinrich Bölls Werk in einer 27 Bände umfassenden textkritisch durchgesehenen und kommentierten Ausgabe präsentiert.

Band 13 der Werkausgabe, herausgegeben von Árpád Bernáth, ist dem überaus erfolgreichen Roman Ansichten eines Clowns gewidmet, in dem Böll die Ära Adenauer porträtierte und sich als kritischer Chronist seiner Zeit erwies. Der Roman entfachte eine denkwürdige Debatte über die Rolle des Katholizismus in der Bundesrepublik.Band 13 (1963) enthält: Ansichten eines Clowns Kommentar


Produktinformation

  • Werke, Kölner Ausgabe
  • Bd.13
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 457 S.
  • Seitenzahl: 520
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 139mm x 37mm
  • Gewicht: 545g
  • ISBN-13: 9783462032666
  • ISBN-10: 3462032666
  • Best.Nr.: 12767010
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2003

Passion im Schützengraben
Der Autor als Fußsoldat: Heinrich Böll in der Kölner Ausgabe

Man muß sich Heinrich Böll als Zwilling Ernst Jüngers vorstellen. Das Gedankenexperiment spielt im Winter 2017: In seinem Eifelhaus feiert der Kettenraucher seinen Hundertsten. Staatskarossen fahren in Langenbroich vor. Der Gesandte des Vatikans würdigt Bölls Einsatz für den Weltfrieden, Karl Heinz Bohrer bekennt als Festredner seine geheime Liebe zum "Irischen Tagebuch", und Heinrich-Böll-Preisträger Rainald Goetz zitiert jenen Abschnitt seines 1983 geschriebenen Romans "Irre", in welchem "Herr Be" noch als Anführer einer ältlichen "Peinsackparade" auftritt.

Erfolgreiche Wiederentdeckungen setzen immer die Verfremdung ihres Gegenstandes voraus. Im Falle Ernst Jüngers, zuvor als Gewaltverherrlicher abgestempelt, schuf das unwahrscheinliche Lebensalter des Autors die richtige Distanz für neugierige Beobachter. Daß eine gescheite Gesamtausgabe im Falle Bölls, als Friedensbringer des Deutschunterrichts verharmlost, einen vergleichbaren Einschnitt in der Rezeptionsgeschichte zeitigt, bleibt wohl ein Germanistentraum. Dennoch bieten bereits die …

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Heinrich Böll, geb. am 21. Dezember 1917 in Köln, gest. am 16. Juli 1985 in Langenbroich, war Sohn eines Tischlers und Holzbildhauers, in dessen Hause in Köln ab 1933 Zusammenkünfte verbotener katholischer Jugendverbände stattfanden. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Er desertierte 1944 und kehrte 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire 'Die schwarzen Schafe' mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u.a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen das Grauen des Krieges und seiner Folgen, polemisierte er gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte er sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den 60er und 70er Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare 'Nachrüstung'. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock (Reisen in die UdSSR und CSSR). Der 1974 aus der UdSSR deportierte Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift 'L 76. Demokratie und Sozialismus' heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971-74). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so den Georg-Büchner-Preis (1967), den Literatur-Nobelpreis (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).

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