Der "Animismus" ist eine Erfindung der Ethnologie des 19.
Jahrhunderts, geprägt auf dem Höhepunkt des europäischen
Kolonialismus. Animisten bevölkern die unbelebte Natur mit Seelen
und Geistern. Das erklärt man als eine die materielle Realität
verkennende "Projektion", durch die den Dingen und der
Natur Leben und Handlungsmacht zugeschrieben wird. Animismus wird
so zum Gegenbild moderner Wissenschaft, zum Ausdruck eines
"Naturzustands", in dem Psyche und Natur als ungeschieden
gelten. Wenn sich letzthin ein neues Interesse am Animismus
herausgebildet hat, liegt das nicht daran, dass der Begriff als
wissenschaftliche Kategorie rehabilitiert wurde. Vielmehr ist die
kategorische Trennung von subjektiver und objektiver Welt selbst in
Bewegung geraten. Der Band versammelt zentrale Texte dieser
Debatte, die hier erstmals einer deutschsprachigen Leserschaft
zugänglich gemacht werden.
Mit Beiträgen von Bruno Latour, Eduardo Viveiros de Castro, Alf
Hornborg, Nurit Bird-David, Isabelle Stengers, Gabriele Schwab,
Erhard Schüttpelz, Esther Leslie, Oksana Bulgakowa, Edwin Carels,
Harry Garuba, Angela Melitopoulos, Maurizio Lazzarato, Elisabeth
von Samsonow, Sergej Eisenstein, Anselm Franke, Irene Albers und
Diedrich Diederichsen.
Irene Albers ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und für Romanische Philologie an der FU Berlin und Mitglied des Exzellenzclusters Languages of Emotion.
Ein Marktplatz-Angebot für "Animismus" für EUR 18,45
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