Anderrede vom Weltgebäude herab

Anderrede vom Weltgebäude herab

Hans Wollschläger zum Gedächtnis

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Anderrede vom Weltgebäude herab

Das Hauptwerk einer der erstaunlichsten Gestalten der deutschen Geistesgeschichte erscheint hier erstmalig in einer ungekürzten, historisch-kritischen Ausgabe.

Am 19. Mai 2007 starb Hans Wollschläger. Dieser Band enthält seine letzte große öffentliche Rede, gehalten auf der Tagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt im Herbst 2006, Nachrufe von Rolf-Bernhard Essig, Lothar Müller, Paul Ingendaay und Rudi Schweikert sowie die Trauerrede zur Beisetzung von Peter Horst Neumann.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 43 S.
  • Seitenzahl: 44
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 123mm x 3mm
  • Gewicht: 77g
  • ISBN-13: 9783835302327
  • ISBN-10: 3835302329
  • Best.Nr.: 23023453
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2008

Es gibt keinen Gott
Hans Wollschläger hält eine Grabrede auf sich selbst

Lebenszeit ist die härteste aller Valuten. Kredite in dieser Währung lassen sich nicht prolongieren. An Ultimo wartet der Tod. Um diesen definitiven Zahltag, um "das komplizierteste und unabsehbar implizierende Ernsteste Ding überhaupt" geht es in Hans Wollschlägers "Anderrede vom Weltgebäude herab", der "Kleinen Mauerschau des Alterns". Das Weltgebäude ist ein gewaltiger Bau, erstellt aus geistlichem Stoff: "O prächtig Weltgebäude, das Gott so schön gebauet" (Daniel Wilhelm Triller) oder: "Wenn ich nur dich, o starker Held / behalt in meinem Leide / so acht ich's nicht, wenn gleich zerfällt / das große Weltgebäude" (Paul Gerhardt). Der Titel enthält also weitreichende Anspielungen.

Vom Weltgebäude herab hat man einen weiten Blick ins Vergangene, aufs Gegenwärtige und in die Zukunft. Wollschläger hat es bestiegen. Er erzählt, was sich von dort oben erkennen lässt, auch auf der Seite, die der Gegenwart abgewandt ist. Seine eigene leibliche Zukunft sollte zu dem Zeitpunkt, an dem er diese Ansprache hielt, noch sieben Jahre währen. Eine erste Fassung wurde …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Bei Helmut Glück hat diese Lektüre Schrammen hinterlassen. Erbauliches nämlich oder ein "transzendentales Ziel", einen Gott gar, sucht er in Hans Wollschlägers "Gedenkbüchlein", diesem "Nekrolog auf sich selbst", vergebens. Stattdessen schaut er mit dem Autor mitten im Leben den Tod, Vergangenes, Gegenwart und Zukunft und das, "was nach dem Tode eines Denkenden ungesagt bleiben wird". Erstaunlich, findet Glück, wie "konzentriert", mit welch "großer sprachlicher Wucht" der Autor hier spricht, und versteht dieses Vermächtnis nicht nur als reinen Schrein der Bewunderung, sondern als Ermutigung, solcher "intellektuellen Courage" nachzueifern, sie fortleben zu lassen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Hans Wollschläger, 1935-2007, war Übersetzer (u.a. James Joyce »Ulysses«), Schriftsteller, Historiker, Religionskritiker, Rhetor, Essayist und Literarhistoriker. Er erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1982 den damals erstmals vergebenen Arno Schmidt Preis. Er starb am 19.5.2007.

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