Am Strand - McEwan, Ian

Ian McEwan 

Am Strand

Roman. Ausgezeichnet mit dem Reader's Digest Author of the Year 2008

Aus d. Engl. v. Bernhard Robben
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Am Strand

Das Schlimmste am Heiraten ist die Hochzeitsnacht. Zumindest für Edward und Florence, 1962 im prüden England. Begierde und Befangenheit, Anziehung und Angst sind miteinander im Widerstreit in der Hochzeitssuite mit Blick aufs Meer. Die Nacht verändert das Schicksal der Liebenden für immer.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 206 S.
  • Seitenzahl: 208
  • detebe Diogenes Taschenbücher Bd.23788
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 113mm x 15mm
  • Gewicht: 176g
  • ISBN-13: 9783257237887
  • ISBN-10: 325723788X
  • Best.Nr.: 23821429
kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.07.2007

Und dann klemmt der Reißverschluss
Letzter Triumph des Puritanismus: „Am Strand”, das neue Buch von Ian McEwan, ist die Novelle einer missglückten Hochzeitsnacht mit eingebautem zeithistorischem Roman
Es könnte so einfach sein: „Seine Hand war dort, weil er ihr Mann war; und sie ließ sie dort, weil sie seine Frau war.” Es ist aber nichts einfach in dieser Hochzeitsnacht in einem Strandhotel an der Küste von Dorset, England, im Jahre 1962. Ein Muskel zuckt, und schon zieht sich die Hand zurück. Eine Hand greift im falschen Moment zu, und schon ist die Katastrophe da. Die Ehe, die Florence und Edward am Tag geschlossen haben, wird diese Nacht nicht überleben.
So will es der Autor Ian McEwan, geboren 1948 in London, ausgewiesen im Konstruieren von Handlungen, in denen kleine Missgeschicke große Konsequenzen haben und verschwiegene Wahrheiten ihren Tribut vom Leben fordern. In seinem neuen Roman „Chesil Beach”, der nun unter dem Titel „Am Strand” in der gewohnt souveränen Übersetzung von Bernhard Robben auf deutsch erschienen ist, hat McEwan sein junges Hochzeitspaar zu tragikomischen Helden des sexuellen Ungeschicks gemacht.
Weil …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.07.2007

Im Käfig der Liebe

Ian McEwans neuer Roman "Am Strand" erzählt vom Scheitern einer jungen Liebe: ein bewegender Hochzeitsnachtskatastrophenroman und eine geniale Tragödie der Verkennungen.

Von Hubert Spiegel

Ein kleines Malheur: Wenn der Reißverschluss, der geöffnet werden soll, damit dünner Stoff an glatter Haut heruntergleite, nicht mit der linken Hand ein wenig gestrafft wird, kann ihn die rechte nicht öffnen. Das muss man lernen. Sonst ist Faltenwurf die Folge, und der Reißverschluss verhakt sich. Erst wird genestelt, dann gezerrt, dann geflucht. Schon ist er vorüber, der magische Moment des Übergangs zur Nacktheit. Und der dünne Stoff des Sommerkleids hat sich wieder in eine Rüstung verwandelt, durchscheinend und undurchdringlich.

Für Florence und Edward ist dieses kleine Malheur Teil einer großen Katastrophe. Sie hat sich angebahnt seit jenem Augenblick, da die beiden einander zufällig bei einer Veranstaltung der Anti-Atom-Gruppe in Oxford begegnet sind. Sie reicht ihm ein Flugblatt, das erklärt, was passiert, wenn eine Wasserstoffbombe auf die Stadt fällt, und er bildet sich ein, dass es kein Zufall sein könne, …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensentin Margret Fetzer zeigt sich sehr angetan von Ian McEwans neuem Roman, in dem sich Sex vor allem als sehr schwierig erweist und bisweilen heikle bis traumatische Folgen für die Beteiligten hat - selbst wenn kein Missbrauch im Spiel ist. Insofern stört sich Fetzer auch daran, dass McEwan bei der Tragödie, die sich hier in einer Hochzeitsnacht abspielt, zum Ende hin doch eine so gelagerte Vorgeschichte angedeutet. Doch alles in allem findet die Rezensentin den Roman in fünf Kapiteln "überzeugend" und sie ist sehr zufrieden damit, dass sich der Autor über weite Strecke dem Erklären und Psychologisieren verweigert: die "wahre Größe dieses Romans" besteht ihr Meinung nach "in der Entschiedenheit, mit der er sich weigert, eine befriedigende Antwort zu geben".

© Perlentaucher Medien GmbH
Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1999 erhielt er den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk und 2011 wurde er mit dem Jerusalem Preis für Literatur ausgezeichnet. Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Kundenbewertungen zu "Am Strand" von "Ian McEwan"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
 
(2)
***** gut
***** weniger gut
 
(2)
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Bewertung von buchwürmchen aus reutlingen am 20.09.2010 ***** weniger gut
Das Buch behandelt die misslungene Hochzeitsnacht von Edward und Florence, eines Paares im Jahre 1962, aus dem prüden England (hätte aber auch sonst wo geschehen können). Ich liebe den präzisen und einfachen Schreibstil von McEwan, dieser überschaubare Roman ist jedoch langatmig, höchstens Stoff für eine Kurzgeschichte.

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Bewertung von sabatayn76 am 25.04.2010 ***** weniger gut
Inhalt:
Edward und Florence befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise und quälen sich beide mit Befürchtungen, Ängsten und Pflichtgefühlen. Während Edward sexuelles Versagen antizipiert, zeigt Florence gar kein Interesse an Sex und fühlt sich regelrecht abgestoßen. Keiner erwähnt dem anderen gegenüber, was wirklich in ihm vorgeht – und so befinden sie sich bald in einer Spirale aus Schweigen, Interpretation der Aktionen und Reaktionen des anderen, Paranoia und Wut.

Mein Eindruck:
Die Sprache McEwans mag zum Ort und zur Zeit der Handlung passen, doch waren mir seine Schilderungen bisweilen zu schwülstig und künstlich (z.B. '(…) daß der empfindlichste Teil seiner selbst (…) für eine gewisse Zeit (…) in der natürlichen Höhlung dieser fröhlichen, liebenswerten und so außerordentlich intelligenten Frau weilen würde' oder 'anschwellender Leibeszustand'). Die Protagonisten wirkten auf mich wenig glaubwürdig und nicht lebendig, die Handlung erschien zu konstruiert. Alles in allem empfinde ich 'Am Strand' als einen belanglosen Roman, trotz oder gerade wegen der gewollten psychologischen Tiefe, die der Autor meiner Meinung nach jedoch nicht erreicht.

Mein Resümee:
Ian McEwan kann es besser. Romane wie 'Abbitte', 'Der Trost von Fremden' oder 'Liebeswahn' haben mich vor Jahren begeistert und sehr bewegt. 'Am Strand' bleibt meiner Meinung nach deutlich hinter diesen Büchern zurück.

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Bewertung von Polar aus Aachen am 11.09.2007 ***** sehr gut
Mißverständnisse, darauf beruhen einige der besten Romane, kommt dann noch eine verklemmte Sexualität hinzu, die durch eigene Ängste ins Übermenschliche gesteigert wird, hat eine frisch gestiftete Ehe es schwer, aus den Startlöchern zu kommen. Wie fehlgeleitetes Geschlechtsleben Schicksale erzeugt, das Leben in Bahnen lenkt, die jemand sich zuvor anders ausgemalt hat, beschreibt Ian McEwan nicht erst in diesem Roman. Neben Zementgarten hat er vor allem in Abbitte erzählt, wie allein die fehlgeleitete Vorstellungskraft einen Menschen unschuldig in eine Tragödie hineinschlittern lassen kann. Was in Abbitte noch als großes Panorama erscheint, wird Am Strand zum kleine Kammerspiel, das zwischenzeitlich das Kennenlernen des Liebespaars und deren Familien kurz umreißt, aber sich weitgehend auf die Ereignisse, Hoffnungen wie Enttäuschungen der Hochzeitsnacht zwischen Edward und Florence konzentriert. Wer dabei von beiden die größere Schuld auf sich nimmt, ist nicht die entscheidende Frage, vielmehr schafft es McEwan durch seine meisterliche Führung und Sprache ein Pschogramm zweier Menschen zu beschreiben, die sich besser nie kennengelernt hätten, da sie eigentlich jemand an ihrer Seite benötigen, der ein ganzes Leben auf sie aufpaßt. So schnell platzt die Zukunft, und auf den letzten Seiten erzählt McEwan davon, wie selbst die Zukunft nach der Trennung eine Geschichte der verlorengegangen Träume ist. Kurz und schonunglos, faszinierend in der Hilflosigkeit.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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Bewertung von Enno Kleinhans aus Hochzoll am 08.06.2007 ***** sehr gut
Nachdem ich "Abbitte" großartig fand, bin ich mit hohen Erwartungen an den neuen Roman gegangen. Das Ergebnis war eine gewisse Enttäuschung. "Roman" ist eine zu hochtrabende Bezeichnung für "Am Strand", denn im Mittelpunkt steht eine einzige Szene: die Hochzeitsnacht der Protagonisten Florence und Edward im prüden, unaufgeklärten Jahr 1962. Die beiden stellen sich unglaublich ungeschickt an, und McEwan traut dem Leser so wenig Einfühlung in die Zeit zu, dass er wiederholt erklärt, wie die Leute damals so waren, was mich nervte. Entweder einer kann das mit erzählerischen Mitteln transportieren, oder er schweigt. Der Schluss versöhnte mich wieder mit dem im übrigen sehr gut erzählten und beobachteten Buch.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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