Als Poesie gut - Bruyn, Günter de

Günter de Bruyn 

Als Poesie gut

Schicksale aus Berlins Kunstepoche 1786 bis 1807

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Als Poesie gut

Berlin in den Jahren um 1800. Zwischen Schloß und Charité, Münzstraße und Köllnischem Fischmarkt erlebt der Leser die Schicksale der Schadow und Schinkel, der Tieck, Clausewitz, Kleist und Zelter. Er blickt in die Salons der Henriette Herz und der Rahel Levin und wird mit den Liebes- und Kriegsabenteuern des Prinzen Louis Ferdinand vertraut.
Während anderswo in Europa Kriege toben, erlebt die Haupt- und Residenzstadt des neutralen Preußen eine erstaunliche kulturelle Blüte. In ständiger Korrespondenz mit Weimar wird die werdende Großstadt durch Frauen und Männer verschiedener Gesellschaftsschichten zu einem künstlerischen und geistigen Zentrum, in dem sich der Umbruch zum bürgerlichen Zeitalter vollzieht.
De Bruyns großangelegter Essay zu dieser klassischen Zeit Berlins bietet eine imponierend detailgenaue Geistesgeschichte in Poträts und Bildern und verzaubert durch Erzählen. An der Wahl des Titels - Als Poesie gut! - beweist sich die leise Ironie, die schon immer ein wesentliches Kennzeichen des de Bruyn schen Stils gewesen ist, denn mit diesem Ausspruch begründete König Friedrich Wilhelm III., der wenig kunstsinnige Gemahl der legendären Königin Luise, einst die Ablehnung einer politischen Denkschrift.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 523 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 528
  • Fischer Taschenbücher Bd.17488
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 138mm x 38mm
  • Gewicht: 655g
  • ISBN-13: 9783596174881
  • ISBN-10: 3596174880
  • Best.Nr.: 25576745
""In diesem monumentalen Buch zeichnet Günter de Bruyn aus zahlreichen Einzelporträts das Gesicht eines Zeitalters, er macht uns vor einem gewaltigen Bogen von Biographien und Bildern zu Zeugen von Preußens größter Epoche. Und läßt uns, wie nebenbei, die Erfindung einer wunderlichen und weltbewegenden Strömung miterleben: der Romantik. Ein Werk, das eher über als zwischen allen Gattungen steht, das in gleichem Maße erstrangige Geschichtsschreibung ist und große Literatur." Daniel Kehlmann"

»In diesem monumentalen Buch zeichnet Günter de Bruyn aus zahlreichen Einzelporträts das Gesicht eines Zeitalters, er macht uns vor einem gewaltigen Bogen von Biographien und Bildern zu Zeugen von Preußens größter Epoche. Und lässt uns, wie nebenbei, die Erfindung einer wunderlichen und weltbewegenden Strömung miterleben: der Romantik. Ein Werk, das eher über als zwischen allen Gattungen steht, das in gleichem Maße erstrangige Geschichtsschreibung ist und große Literatur.« (Daniel Kehlmann)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.10.2006

Die märkische Muse
Fortsetzung folgt: Günter de Bruyns „Als Poesie gut”
„Märkische Forschungen”: Der Titel eines verschollenen Heimatgeschichtlichen Jahrbuchs diente Günter de Bruyn 1979 als Titel einer„Erzählung für Freunde der Literaturgeschichte”. Sie stellte den Kampf eines Institutsleiters und Wissenschaftsfunktionärs mit einem Dorflehrer und Heimatforscher dar, die sich über einen denkbar entlegenen Gegenstand in die Haare kommen, einen vergessenen Dichter aus dem märkischen Oderland in Deutschlands großer Zeit um 1800. Jakobiner oder Reaktionär, lautet die Frage, um welche die beiden gleichermaßenkompetenten Experten streiten, der Funktionär Menzel mit geschichtsphilosophischem Blick auf die großen Linien der Epoche, der Lehrer Pötsch mit untheoretischer Liebe zum persönlichen Detail. „Pötsch liebte, was ihm nah war”, heißt es, „und nahm dadurch in Besitz, dass er es so genau wie möglich kennenlernte. Stand Menzel gleichsam auf einem Aussichtsturm und schaute durch ein Fernrohr in die Weite, so Pötsch mit Lupe auf platter Erde, wo jede Hecke ihm den Weg versperrte.”
Damit charakterisierte der Erzähler zwei ewige …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.11.2006

Märkische Forschungen
Aus Preußens Kunstepoche: Günter de Bruyns Lebensprojekt

Seit im Jahr 1979 Günter de Bruyns Roman "Märkische Forschungen" erschien, kann sich derjenige, der sich mit der Erforschung mittlerer und kleinerer Literaten vergangener Zeiten beschäftigt, auf zwei Modelle berufen: "Pötsch" und "Menzel", zwei Figuren, die sich bei de Bruyn hingebungsvoll einem jener unzähligen vergessenen Autoren widmen, die um das Jahr 1800 in Deutschland publizierten. Menzel ist der arrivierte Akademiker, der für das gebildete Publikum der DDR einen neuen "deutschen Jakobiner" entdeckt und der an dem ominösen Dichter Max von Schwedenow einzig jene Züge hervorhebt, die diese Zuschreibung rechtfertigen.

"Von dieser Systematik, dieser Konsequenz, von diesem Blick aufs Allgemeine auch, mit dem man große Aufgaben sieht, um sie in seinem Einzelgebiet zu erfüllen, war bei Ernst Pötsch die Rede nicht. Denn Pötsch liebte, was ihm nah war, und nahm es dadurch in Besitz, daß er es so genau wie möglich kennenlernte. Stand Menzel gleichsam auf einem Aussichtsturm und schaute durch ein Fernglas in die Weite, so Pötsch mit Lupe auf platter Erde, …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensentin Evelyn Finger verneigt sich voller Respekt vor Günter de Bruyn, dessen Buch sie tiefe Einblicke in das Wie und Warum des deutschen Sonderweges verdankt. Beeindruckt lobt sie auch Scharfsinn, Freundlichkeit und radikale Toleranz dieser Porträts. De Bruyns ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein kann sie bis tief in sprachliche Nuancen spüren. Auch begeistert sich die Rezensentin für die "Lässigkeit", mit der dieser Autor immer wieder "Vergangenes auf die Gegenwart" anzuwenden versteht. Neben aller Tiefendimension sei das "dickleibige" Buch außerdem "flott lesbar". Seinem Titel bescheinigt die Rezensentin freilich eine gewisse Schrulligkeit, obwohl er, wie sie wissen lässt, aus einem Zitat des "königlichen Kunstbanausen" Friedrich-Wilhelm III. stammt.

© Perlentaucher Medien GmbH

""In diesem monumentalen Buch zeichnet Günter de Bruyn aus zahlreichen Einzelporträts das Gesicht eines Zeitalters, er macht uns vor einem gewaltigen Bogen von Biographien und Bildern zu Zeugen von Preußens größter Epoche. Und läßt uns, wie nebenbei, die Erfindung einer wunderlichen und weltbewegenden Strömung miterleben: der Romantik. Ein Werk, das eher über als zwischen allen Gattungen steht, das in gleichem Maße erstrangige Geschichtsschreibung ist und große Literatur." Daniel Kehlmann"
Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in einem märkischen Dorf. Seine beiden autobiografischen Bücher "Zwischenbilanz" und "Vierzig Jahre" machten Furore. Zu Günter de Bruyns zahlreichen Auszeichnungen zählen der Heinrich-Mann-Preis, der Thomas- Mann-Preis, der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste, der Jean-Paul-Preis, der Deutsche Nationalpreis, der Jacob-Grimm-Preis, der Hoffmann-von-Fallersleben-Preis und 2011 der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.


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