Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Sehr angeregt berichtet Tilman Spreckelsen von der Lektüre dieser Romanbiografie über den Entdecker der "Kontinentaldrift", Alfred Wegener. So instruktiv er die Lektüre schildert, es ist doch ein Roman, der niemals prätendiert, ein authentisches Bild des Forschers zu liefern, versichert der Rezensent, dem ganz besonders gefallen hat, wie Lendle die Bewegung der Kontinentaldrift auch auf andere Verhältnisse überträgt - etwa die Liebe Wegeners zu seiner Frau - ohne sie zu auffälligen Metapher werden zu lassen.
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"Ein großartiges Buch. Ein wunderbarer Roman über Alfred Wegener - ein Sonderling, aber auch ein genialer Mensch." -- Wolfgang Herles, ZDF
"Ich habe das Buch fasziniert gelesen. Grönland im Winter. Diese Dunkelheit, diese Kälte. Auch diese ewige Todesnähe. Man spürt den eisigen Wind, man spürt die Gefahr und man spürt diese Einsamkeit, der er sich ausgesetzt hat. Sehr spannend und schön zu lesen." -- Antje Deistler, WDR 2, Bücher
"Jo Lendle erweist sich einmal mehr als gewandter Reiseführer, indem er eine Persönlichkeit aus der Naturwissenschaftsgeschichte birgt und sie poetisch fruchtbar macht. Dabei erfindet er auf wundersame Weise eine Figur, die Einsamkeit in ihren topografischen und psychologischen Extremen erlebt, die sich von der Welt trennt um sie in ihrem Innersten zu erklären. Eine poetische Biografie, so originär und wunderbar zu studieren wie eine Eisblume." -- Katrin Schumacher, DeutschlandRadio
»Jo Lendle erweist sich einmal mehr als gewandter Reiseführer, indem er eine Persönlichkeit aus der Naturwissenschaftsgeschichte birgt und sie poetisch fruchtbar macht. Dabei erfindet er auf wundersame Weise eine Figur, die Einsamkeit in ihren topografischen und psychologischen Extremen erlebt, die sich von der Welt trennt um sie in ihrem Innersten zu erklären. Eine poetische Biografie, so originär und wunderbar zu studieren wie eine Eisblume.«
 | Besprechung von 31.12.2011 |
Warten auf eine neue EiszeitIn den Romanen von Jo Lendle und Ilija Trojanow finden Männer ihr Glück im ewigen Eis - einmal zur Freude der Leser, einmal nicht.
Dass einer, der reist, davon auch zu erzählen hat, ist sprichwörtlich verbürgt. Dass sich aber, je leichter inzwischen noch die entlegensten Ziele zu erreichen sind, das Erzählen umso weniger auf das bloße Schildern des Ziels zurückziehen kann, ist ebenso evident. Und so ist die Erfahrung aus zweihundert Jahren Reisepublizistik die einer fortgesetzten Entzauberung: Wer heute noch das Lesepublikum durch einen dürren Bericht über seine Reise zu den Nilquellen fesseln kann, ist ein Genie. Und wenn inzwischen beim Nacherzählen historischer Entdeckungsfahrten gewöhnlich ein wesentlicher Punkt in der Darstellung all dessen liegt, was damals schwerer war, das Ertragen extremer Witterung, die mangelnde Kommunikation mit der Außenwelt, die Unsicherheit über die Rückkehr, dann verliert gleichzeitig die schiere Landschaft einen Teil ihrer Faszination. Nach Legionen von Bildbänden meinen wir sie zu kennen. Auch wenn die abgelegensten Orte der Erde, die Polkappen, gegenwärtig einem Wandel …
"Der Wissenschaftsroman überzeugt besonders in den Abschnitten, die die verschiedenen Expeditionen Wegeners schildern. Man meint, den Wind, die Kälte, den Schnee und die grenzenlose Einsamkeit im ewigen Eis zu spüren." Ruhr Nachrichten, 05.09.2011
Mit großem Interesse hat Rezensent Christian Jostmann Jo Lendles neuen Roman "Alles Land" gelesen, in dem der Autor die Lebensgeschichte des deutschen Polarforschers Alfred Wegeners erzählt. Schon in seiner Kindheit, so berichtet der Kritiker, fiel Wegener durch seine Wissbegierde auf: als Säugling sei er bereits eine Ameisenstraße entlang gekrochen oder habe beim Nägelschneiden von der Mutter die Schöpfungsgeschichte erzählt bekommen. Diese Bilder lasse Lendle wieder auftreten, wenn er letztlich das Erfrieren des Forschers bei seiner vierten Grönland-Expedition schildere. Dazwischen erfährt der Rezensent viel über den intellektuellen Mut Wegeners, der etwa richtungsweisende Hypothesen zur Entstehung der Mondkrater aufstellte. Jostmann lernt hier aber auch einen gelehrten "Sonderling" kennen, der an seiner Nicht-Anerkennung leidet und sich immer mehr von Frau und Kindern entfremdet. Der Kritiker lobt neben dem Einfallsreichtum, mit welchem Lendle über Wegeners Leben schreibe, insbesondere dessen gekonnte Nachahmung des knappen Jargons der spätwilhelminischen Zeit.
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Jo Lendle wurde 1968 in Osnabrück geboren. Er war Herausgeber der Literaturzeitschrift Edit und als Dozent und Gastprofessor an den Universitäten München, Leipzig und Hildesheim tätig. Jo Lendle lebt heute in Köln.