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Alles bestens
Produktinformation
- Verlag: Rowohlt, Reinbek
- 2002
- Ausstattung/Bilder: 2002. 284 S.
- Seitenzahl: 288
- Deutsch
- Abmessung: 211mm x 134mm x 27mm
- Gewicht: 374g
- ISBN-13: 9783498029661
- ISBN-10: 3498029665
- Best.Nr.: 10307212
Produktbeschreibung zu "Alles bestens"
Beschreibung
29.04.2002
Scharfeinstellung
Von SZ-Autoren: Ralph
Hammerthaler „Alles bestens”
Langsam beginnen im Rückspiegel die neunziger Jahre zu verschwinden. So recht begriffen haben wir sie noch nicht. Jetzt hat Ralph Hammerthaler einen Roman geschrieben, der den Rückspiegel justiert. Das Auto, in dem das geschieht, ist ein Volvo. Darin sitzt einer, der häufig von Berlin nach Jena und zurück fährt. Die Wende ist schon Legende: etwas für sentimentale Erzählungen vom Aufwachsen in wilder Zeit. In Jena gibt es Nicole und eine Gegend, die Paradies heißt. Bei der Rückfahrt verschwindet im Rückspiegel der Zeiss-Turm, das halbe Fernrohr. Das ist kein Zufall: Dies ist ein Roman der Scharfeinstellung, auch erotisch.
Der Held ist auf der Höhe der Zeit: er lebt nicht schlecht vom Vertrieb von Wissen. Das einzige Unglück in seinem Leben ist, dass alles so gut funktioniert. Das Geschäft, die Liebe, und das Erklären, warum die Welt so funktioniert, wie sie funktioniert. Es ist alles bestens. Der Held hat einen Freund, und dieser Freund hat ein Zauberwort, mit dem sich dieses Funktionieren wunderbar beschreiben lässt: „System”. Aber der Systemtheorie von …
27.08.2003
Der Kapitalismus ist literaturfähig geworden, verkündet Anton
Thuswaldner emphatisch und preist den Debütroman von Ralph
Hammerthaler als gelungenen Abgesang auf den Kapitalismus und
Verkünder des Unheils. Anders als andere Autoren seiner Generation
interessiere sich Hammerthaler für mehr als das eigene ereignislose
Leben. Das Leben, das der Debütant beschreibt, ist bislang alles
andere als ereignis- oder erfolglos verlaufen: Hammerthalers
Protagonist ist ein Erfolgs- und Machtmensch, ein Machertyp, der
alle dirigiert und nie verliert. Der Preis dafür ist hoch,
analysiert Thuswaldner: Weltverdrängung, Sebstisolierung sind die
Folge, ein immer stärker aussetzendes Bewusstsein, das die
Zerstörung von innen - nicht von außen - bringt. Der Autor mache
sich diesen allmählichen inneren Kontrollverlust, diesen
Auflösungsprozess perspektivisch völlig zu eigen, lobt Thuswaldner:
diese "Kunst des gleitenden Übergangs" mache Hammerthaler
so schnell keiner nach. Zugleich erzähle der Roman auch von der
Kolonisierung des Ostens durch den Westen, die sich dem Erzähler
erst als Verlierer erschließe.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Ralph Hammerthaler"
Der Herausgeber Ralph Hammerthaler, 1965 in Wasserburg am Inn geboren, ist Autor der Süddeutschen Zeitung und lebt in Berlin. Bisher von Hammerthaler erschienen sind u.a. 'Theater in der DDR - Chronik und Positionen' (Co-Autor), 1994; und 'Die Weimarer Lähmung. Kulturstadt Europas 1999 - Szenisches Handeln in der Politik', 1998.
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