Alle im Wunderland - Müller, Matthias C.

Matthias C. Müller 

Alle im Wunderland

Verteidigung des gewöhnlichen Lebens. - Mit einem Vorwort von Peter Sloterdijk

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Alle im Wunderland

Die Apologie des Spießers
Was lehrt uns die Krise ? Müssen wir unser Leben ändern und wenn ja, wie? Gier und Bluff haben ein Systembeben ausgelöst. Wenn Renditen und Boni sich von realen Werten abkoppeln, droht der kollektive Kollaps.
Zeit also zum Umdenken: Der Philosoph Matthias Müller verteidigt das gewöhnliche Leben gegen seine Verächter. Ein leidenschaftliches Plädoyer für den guten, alten Spießer, für Sparbuch und Schwarzwaldferien, für die gesunde Skepsis gegen Hochstapelei und extravagante Glückstechniken. Was zählt, ist das Einfache und Bewährte.
Die Apologie des Spießers
Die philosophische Antwort auf die Krise
Lebe lieber gewöhnlich!
Geistreicher und amüsanter Essay


Produktinformation

  • Verlag: Diederichs
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 187 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 134mm x 25mm
  • Gewicht: 295g
  • ISBN-13: 9783424350302
  • ISBN-10: 3424350303
  • Best.Nr.: 27459853

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ganz sympathisch, aber auf Dauer dann doch eher einschläfernd findet Rezensent Manfred Geier die Forderungen, die der kulturkritische Moralphilosoph Matthias C. Müller in seinem neuen Essay "Alle im Wunderland" stellt. Es müsse endlich Schluss sein mit dieser Fixierung auf das extravagante, elitäre, herausragende Individuum, das von Platon bis Nietzsche und Heidegger im Zentrum der Philosophie gestanden habe, vielmehr sollten die "gewöhnlichen, unauffälligen" Menschen mit ihren Freuden und Ängsten zwischen Taufe und Seniorennachmittag in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Fernab von allem medialen Sirenengesang rufe der Philosoph nach einer Rehabilitierung des Gewöhnlichen, denn angesichts des drohenden Todes, sei dieses doch mehr als reizvoll. Dies schütze vielleicht vor Selbstüberforderung, mehr aber auch nicht, so der gänzlich unaufgeregte Kritiker.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.06.2010

Spießerwunderland
Philosoph Matthias C. Müller
lobt das gewöhnliche Leben
Matthias Christian Müller ist ein Moralist im philosophiegeschichtlichen Sinn des Wortes. Er bemüht sich um eine gelingende Lebensgestaltung, wie sie die moderne Moralistik seit dem 17. Jahrhundert im Anschluss an die antike Tradition der praktischen Weisheitslehren entworfen und durchdacht hat. Dafür hat Müller 2007 in Stuttgart einen „Philosophischen Garten“ als Zentrum gegründet, in dem gemeinsam über den Sinn des Lebens räsoniert werden kann.
Nun hat er einen großen Essay geschrieben, der in vielfältigen Wendungen und Variationen um das „gute gewöhnliche Leben“ kreist, das eine unzeitgemäße Hochschätzung erfährt, wobei sich Müller gleich zu Beginn einen kleinen Scherz geleistet hat. Denn als Motto für sein Rehabilitierung des Gewöhnlichen hat er sich ausgerechnet einen Aphorismus des französischen Moralisten Marquis de Vauvenargues aus dessen „Betrachtungen und Maximen“ von 1746 gewählt: „Die Verachtung unserer Natur ist ein Irrtum unserer Vernunft.“ Verschwiegen hat er dabei, dass Vauvenargues die Leidenschaft als das Natürliche des Menschen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.09.2010

Gewöhnlich leben

Lieschen Müller, Otto Normalverbraucher, Erika Mustermann: So nennt man sie in der Umgangssprache, die ganz normalen Leute. Sie haben scheinbar ausgedient. Im Zeitalter einer Ökonomie der Aufmerksamkeit zählt, wer es schafft, sich auszuzeichnen und etwas Besonderes zu erreichen. Doch nun schickt sich Matthias C. Müller unter dem Titel "Alle im Wunderland" an, das gewöhnliche Leben und damit alle Normalos dieser Welt zu verteidigen: "Obwohl viele, überraschend viele, es verachten, verschmähen und verspotten, zählt es zu den eindrucksvollsten und erstaunlichsten Erscheinungen." In seiner nicht spezifisch schichtenbezogenen Analyse der Gewöhnlichkeit singt er im Sinne Arnold Gehlens ein Loblied auf Rituale und Routine und kritisiert den gesellschaftlichen Zwang zu Höchstleistung und spektakulärer Inszenierung. Der Autor plädiert dafür, sich ohne Mätzchen einzurichten in dem, was ist, anstatt sein Glück zwanghaft auf einen zukünftigen Zustand zu projizieren. Damit dieses nicht dumpfe, aber beruhigte Dasein zur Entfaltung komme, bedürfe es sicherer Grenzen und stabiler Räume. Deshalb sei das gute Leben heute besonders von dem Appell …

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Matthias C. Müller, geb. 1973, studierte Philosophie, Germanistik und Klassischen Philologie an den Universitäten Frankfurt am Main, Wien, Tübingen und Heidelberg. Der Sloterdijk-Schüler ist Lehrbeauftragter für Neurowissenschaften und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 2005 gründete er die mobile Akademie "Der Philosophische Garten".

Leseprobe zu "Alle im Wunderland" von Matthias C. Müller

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