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Stewart O'Nan 

Alle, alle lieben dich

Alle, alle lieben dich - O'Nan, Stewart

Roman

Aus d. Engl. v. Thomas Gunkel

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
  • EUR 19,90
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Produktinformation
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 410 S.
  • Seitenzahl: 410
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 34mm
  • Gewicht: 514g
  • ISBN-13: 9783498050382
  • ISBN-10: 3498050389
  • Best.Nr.: 23844748

Leseprobe zu "Alle, alle lieben dich"

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Produktbeschreibung zu "Alle, alle lieben dich"

Beschreibung

Es ist ihr letzter Sommer vor dem College, der beste Sommer seit der achten Klasse. Kim badet im Fluss, steigt in ihren alten Chevy und macht sich auf den Weg zum Schnellrestaurant, wo sie arbeitet. Dann verliert sich ihre Spur.Familie, Freunde, Polizei plötzlich sind alle betroffen. Kims Verschwinden rührt an den Grundfesten der mittelständischen Ordnung. Aus Menschen, die sie kannten, werden solche, die sie bloß zu kennen glaubten. Sie werden sich selbst und einander verdächtig. Und halten nach Kräften an dem fest, was ihnen zu entgleiten droht: Kim oder die Erinnerung an sie, die kleinstädtische Ruhe - und die eigenen Geheimnisse.Mit feinem Gespür für die abgründigen Schattierungen des Alltäglichen zeichnet Stewart O Nan das Psychogramm einer Kleinstadt im Ausnahmezustand. Ein hochliterarischer Thriller - unaufdringlich anrührend und von nachgerade beklemmender Präzision.

07.02.2009

Und sie erwachten in einem Albtraum

Stewart O'Nan erzählt in seinem ergreifenden neuen Roman "Alle, alle lieben dich" von einem Weiterleben ohne Tochter, Schwester und Freundin.

Von Alexander Müller

Eigentlich wollte Kim Larsen nur weg aus Kingsville, Ohio. Sie freute sich darauf, nach diesem Sommer aufs College zu gehen, wo sie ein anderer, unabhängiger Menschen werden wollte, der nichts mehr mit der beklemmenden Kleinstadt des Mittleren Westens zu tun hat. Doch dann verschwindet die Achtzehnjährige spurlos, und ihr zunächst ungewisses Schicksal schreibt ihren Namen umso tiefer in die Heimat ein. Die erhoffte Veränderung einer Einzelnen, die nun fehlt, erzwingt die ungewollte Veränderung aller, die sie vermissen: ihrer Familie, ihrer Freunde, letztlich der ganzen Gemeinde, die sich an der Suche nach Kim in unterschiedlichster Form beteiligt.

Mehr als zehn Jahre habe ihn die Idee zu diesem Roman beschäftigt, sagte Stewart O'Nan vor wenigen Tagen bei der Vorstellung von "Alle, alle lieben dich" im Münchner Amerika-Haus. Anlässlich eines authentischen Falls, der sich im Bundesstaat Minnesota ereignet hatte, habe er darüber …

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21.01.2009

Das Leben nach der Katastrophe
Stewart O’Nan erzählt in seinem neuen Roman „Alle, alle lieben dich” vom Verschwinden eines Mädchens
Im Kreis der Familie Larsen gibt es ein eingespieltes Ritual: „Jedes Mal, wenn sie sich auf engem Raum drängten wie in der Küche, rief der Erste, dem es auffiel: ‚Die ganze Familie in einem Zimmer.‘” Eine kleine, etwas alberne Angewohnheit, die ab dem Juli 2005 aus dem Leben der Larsens getilgt ist, wie sich überhaupt dieses Leben schlagartig verändert – Kim, die achtzehnjährige Tochter, verschwindet an einem heißen Sommertag spurlos. Gerade war sie noch mit ihren Freundinnen am Fluss baden, hat sich in ihr Auto gesetzt, um zur Arbeit zu fahren, einer Aushilfstätigkeit an der Tankstelle. Dann verliert sich ihre Spur. Es sollte der beste Sommer ihres Lebens werden, „der Sommer, von dem sie seit der achten Klasse geträumt hatten.”
Bereits in seinem im Jahr 2005 erschienenen fabelhaften Roman „Abschied von Chautauqua” zieht sich das Motiv eines an einer Tankstelle verschwundenen Mädchens bedrohlich über die brüchige Idylle einer Sommerfrische. Nun hat O’Nan aus diesem Stoff einen ganzen …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

18.03.2009

Jürgen Brocan hat sich von Stewart O'Nans neuem Roman völlig aufsaugen lassen. So realitätsnah und intensiv findet der Rezensent das Szenario, so präzise und scharfsichtig die Beschreibung des amerikanischen Alltags, dass er das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Erzählt wird in "Alle, alle lieben dich" (diesen deutschen Titel findet Brocan allerdings etwas melodramatisch) die Geschichte eines Verschwindens: Die junge Kim Larsen scheint sich eines schönen Sommertages in Luft aufgelöst zu haben. Die Familie ist ratlos, organisiert Suchaktionen und wartet mit schwindender Hoffnung auf ein Lebenszeichen. Nicht die Gründe für Kims Verschwinden stehen bei O'Nan im Fokus des Interesses, informiert der Rezensent, sondern das, was diese Leerstelle mit denen macht, die mit der Ungewissheit leben müssen. Kims Vater zum Beispiel, der sich plötzlich nutzlos vorkommt, oder ihre Mutter, die im Gegenteil in erstaunlichem Aktivismus aufblüht. Das weiß O'Nan meisterhaft darzustellen, findet Brocan, der aber bereits bessere Roman des Autors gelesen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag

Ein junges Mädchen verschwindet spurlos - eben noch war sie mit ihren Freunden beim Baden, ein paar Stunden später schon wird sie vermisst. So beginnt "Alle, alle lieben dich", und was auf den nächsten 400 Seiten folgt, ist die Chronologie einer verzweifelten Suche. Statt sich auf die Ermittlungsarbeiten der Polizei zu stürzen oder dem vermissten Mädchen Kim durch die Qualen einer Entführung zu folgen, konzentriert sich Stewart O'Nan in seinem Roman voll und ganz auf die Zurückgebliebenen. Während Kims Mutter Fran sich mit jedem weiteren Tag des Wartens und Suchens zu einer Expertin im Eintreiben von Spendengeldern und dem Umgang mit der Presse entwickelt, zieht sich Vater Ed immer mehr zurück; Kims jüngere Schwester Lindsay handelt derweil mit sich selbst Versprechen aus, was sie alles tun wird, wenn die große Schwester wieder zurückkommt. Als allwissender Erzähler nimmt O'Nan abwechselnd die Blickwinkel aller beteiligten Personen ein und zeigt die vielfältigen Gefühle und Reaktionen, die das Verschwinden einer Tochter, einer Freundin, einer Schwester auslösen kann. Spannend im Sinne eines Krimis ist das nicht - eher quälend und zäh. Doch genau das ist das Grandiose an "Alle, alle lieben dich": Die Geschichte trifft, sie nagt an den Emotionen des Lesers. Und während man in einer Sekunde Kims Mutter für ihren betroffenen Blick in die Fernsehkameras tierisch doof findet, fragt man sich in der nächsten: Wie würde ich eigentlich reagieren? (jul)

Autorenporträt zu "Stewart O'Nan"

Stewart O'Nan wurde 1961 in Pittsburgh geboren und wuchs in Boston auf. Er arbeitete als Flugzeugingenieur und studierte in Cornwell Literaturwissenschaft. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Conneticut. Für sein Esrtlingsroman "Engel im Schnee" erhielt er 1993 den William-Faulkner-Preis.

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