Alice und ich - Benjamin, Melanie

Melanie Benjamin 

Alice und ich

Roman

Aus d. Engl. v. Gerlinde Schermer-Rauwolf u. Thomas Wollermann
Gebundenes Buch
 
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Alice und ich

Der Roman über Alice, die Titelheldin des weltberühmten Klassikers von Lewis Carroll

"Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Hört sich das undankbar an? Das tut es. Nur, dass ich es wirklich leid bin."

Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte, die er ihr erzählt hatte, aufzuschreiben. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich der jüngste Sohn der Königin Victoria in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben.

Melanie Benjamin hat einen atmosphärisch dichten Roman über die wirkliche Alice geschrieben. Und sie erzählt von einem Leben, das von einem einzigen Buch bestimmt wurde.


Produktinformation

  • Abmessung: 215mm x 135mm
  • Gewicht: 605g
  • ISBN-13: 9783570100479
  • ISBN-10: 3570100472
  • Best.Nr.: 26924674
"Ich musste diese Geschichte erzählen, denn ohne die hinreißende Heldin meines Romans wäre die Welt ärmer, es gäbe keine Alice im Wunderland." -- Melanie Benjamin
Melanie Benjamin lebt in Chicago, Illinois, mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen. Sie schreibt zurzeit an ihrem zweiten Roman.

Mehr Informationen auf ihrer Website www.melaniebenjamin.com

Leseprobe zu "Alice und ich"

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Leseprobe zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

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Leseprobe zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

CUFFNELLS, 1932 Ach, mein Lieber, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid.

Lüfter ich bin es wirklich leid.

Ich halte inne, lege den Füllfederhalter beiseite und massiere mir die schmerzende Hand, vor allem die Gelenke der Finger, die so steif und kalt und hässlich wie knotige Äste geworden sind. Natürlich wird man viele Dinge leid, wenn man achtzig Jahre alt ist, nicht zuletzt, endlos lange Briefe beantworten zu müssen.

Doch das kann ich ja wohl nicht schreiben, nicht meinem Sohn. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was ich Caryl mit diesem Brief eigentlich sagen möchte. Er hat sich so reizend erkundigt, wie es nach unserer langen hektischen Reise um mein Wohlbefinden steht. Selbstverständlich hatte mein Sohn mich nach Amerika begleitet; um ganz ehrlich zu sein, hatte ihn die Aussicht, gemeinsam mit Alice aus dem Wunderland den Atlantik zu überqueren, wohl weitaus mehr begeistert als Alice selbst.

"Aber, Mama", meinte er in diesem verschämt-neckischen Ton, der bei einem Mann seines Alters gänzlich lächerlich wirkt, was ich ihm auch gesagt habe, "wir, ähm ... das bist du den Lesern schuldig. Was für ein riesiges Interesse an Lewis Carroll, nur weil es sein hundertster Geburtstag ist! Jeder will die echte Alice sehen. Die Ehrendoktorwürde der Columbia-Universität!" Er warf einen Blick auf das Telegramm in seiner Hand. "Interviews im Radio. Du musst reisen! Du wirst sehen, es wird ganz wunderbar."

"Wunderbar für dich, meinst du wohl?" Ich kannte meinen Sohn nur zu gut, mit all seinen Stärken und Schwächen, Letztere waren leider weitaus zahlreicher, und zwar seit jeher. Wenn ich da an seine Brüder dachte ...

Nein, verbot ich mir. Das ist lieblos Caryl gegenüber und schmerzlich für mich.

Als es dann so weit war, wurde es tatsächlich ganz wunderbar. Was für ein Wirbel um meine Person! Musikkapellen spielten, als das Schiff anlegte, überall flatterten Spruchbänder, und es regnete sogar Konfetti; ständig wurde ich beim Teetrinken photographiert - schrecklich ermüdend, aber davon konnten die Amerikaner einfach nicht genug bekommen. Alice aus dem Wunderland bei einer Teegesellschaft! Stellen Sie sich nur vor! Ein Wunder, dass sie Caryl nicht baten, sich als der Verrückte Hutmacher zu kostümieren.

Jedenfalls versetzte mich die Erfahrung, von Wissenschaftlern und Gelehrten gefeiert zu werden, unverhofft in meine Kindheit nach Oxford zurück. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr ich die anregende akademische Umgebung vermisst hatte, Glanz und Gloria und die endlosen Streitgespräche, bei denen keiner je gewann, was ja auch gar nicht Sinn und Zweck dieser Debatten war. Es ging einfach nur um die Freude an der Auseinandersetzung, um die Hitze des Gefechts.

Erschreckend war - dabei hatte man mich gewarnt -, dass ich alle in Amerika so überaus reizend fand, mit Ausnahme eines bedauernswerten jungen Spunds, der mir vor der Zeremonie in der Columbia-Universität einen Stängel von etwas anbot, das er "Kaugummi" nannte. "Was tut man damit?", fragte ich und bekam zur Antwort, ich solle es einfach kauen. "Nur kauen? Ohne zu schlucken?"

Er nickte.

"Aber wozu soll das gut sein?"

Darauf wusste der junge Mann keine Antwort und zog sein Angebot mit dümmlichem Grinsen zurück.

Wirklich misslich war allerdings - wie es immer misslich ist -, in allen Gesichtern die höflich unterdrückte Enttäuschung aufflackern zu sehen. Die Enttäuschung, kein kleines Mädchen - ein aufgewecktes kleines Mädchen in gestärktem weißem Schürzenkleid - vor sich zu haben, sondern eine betagte Dame.

Ich verstehe das ja. Mir selbst ergeht es nicht anders, wenn ich in einen Spiegel schaue und mich frage, warum seine Oberfläche so gesprungen und glanzlos ist, nur um dann mit einem Stich der Verzweiflung festzustellen, dass es nicht am Spiegel liegt.

Das ist nicht nur Eitelkeit, auch wenn ich davon ehrlicherweise ein bisschen mehr als ein gerüttelt Maß besitze. Aber andere Witwen im fortgeschrittenen Alter wurden nicht durch ein Buch als kleines Mädchen, und gar noch als Verkörperung der Kindheit selbst, verewigt. Und so stehen sie auch nicht plötzlich Leuten gegenüber, die unbedingt "die wahre Alice" sehen wollen und dann den ungläubigen Schrecken nicht verbergen können, dass es die wahre Alice nicht vermocht hat, die Zeit anzuhalten.

Ja, und das bin ich leid.

Ich bin es leid, mich verstellen zu müssen. Und mich darauf zu besinnen, wer ich bin und wer nicht. Wenn ich die beiden manchmal durcheinanderbringe - ganz wie die Alice in der Geschichte -, dann bitte ich das zu entschuldigen. Immerhin bin ich achtzig.

Auch die Frage nach dem Warum bin ich leid.

Warum ich das Manuskript verkauft habe, die Originalfassung von Alices Abenteuer unter der Erde, die Mr. Dodgson ganz allein für mich hatte binden lassen? (Einen Lewis Carroll habe ich im Übrigen nie gekannt, für mich waren das nichtssagende Buchstaben auf einem Blatt Papier. Von Lewis Carroll - sie haben rein gar nichts mit dem Mann zu tun, an den ich mich erinnere.) Wie konnte sich die Muse nur vom Zeugnis der Hingabe des Künstlers trennen? Selbst die Amerikaner, die alles sofort mit einem Preisschild versehen, konnten mich nicht verstehen.

Ich blicke zum Fenster hinaus: Die dicken Bleiglasscheiben in meinem Wohnzimmer funkeln nicht so, wie sie sollten, ich muss einmal mit Mary Ann ein ernstes Wörtchen darüber sprechen. Draußen liegt das saftig grüne, üppig mit Bäumen bestandene Anwesen von Cuffnells. An diesem Tag hängen die Wolken so tief, dass ich das verlockende Glitzern des Solent nicht sehen kann. Aber ich sehe den Rasen, auf dem die Jungen getobt haben, Alan und Rex (ja, Caryl ebenfalls); den Platz, auf dem sie so oft Kricket spielten; die Wege, auf denen sie reiten lernten und wo sie in Begleitung ihres Vaters stolz mit ihrem ersten erlegten Hirsch nach Hause kamen - und ich weiß, dass es die einzig mögliche Entscheidung war. Dieses Anwesen hier ist die Kindheit meiner Söhne, ihr Erbe und alles, was mir geblieben ist.

Das andere, dieses schlicht gebundene Manuskript, das mir an einem kalten Novembermorgen, lange nach jenem goldenen Nachmittag seiner Entstehung, zugestellt wurde, war meine Kindheit.

Kundenbewertungen zu "Alice und ich" von "Melanie Benjamin"

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Bewertung von pooh. aus Gebesee am 10.06.2011 ***** ausgezeichnet
„Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Hört sich das undankbar an? Das tut es. Nur, dass ich es wirklich leid bin.“

Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte, die er ihr erzählt hatte, aufzuschreiben. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich der jüngste Sohn der Königin Victoria in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben.

Melanie Benjamin hat einen atmosphärisch dichten Roman über die wirkliche Alice geschrieben. Und sie erzählt von einem Leben, das von einem einzigen Buch bestimmt wurde.
lice Liddell ist die mittlere der drei Töchter des Dekans von Chruist Church in Oxford und dessen Frau. Sie uns ihre Schwestern verbindet eine tiefe Freundschaft mit Charles Dogdson, einem Mathematikprofessor und Fotografen. Doch immer wieder kommt es auch zu Rivalitäten zwischen Alice und ihrer älteren Schwester Ina, liegt beiden doch sehr viel an ihm. Derweil führt dieser die Mädchen aus, erzählt ihnen Geschichten … unter anderem die von Alice im Wunderland, die er später auch veröffentlicht und damit weltweite Berühmtheit erlangt. Was danach kommt, ist jedoch weit vom Wunderland entfernt. Durch einen Vorfall an einem Sommertag kommt es zum Bruch zwischen Mr. Dogdson und der Familie Liddell, der die Geschehnisse noch sehr lange Zeit beeinflussen wird – und Alice’ Wunderland scheinbar zerstört.
Ich war überrascht, wie sehr mir ein Kind doch ans Herz wachsen kann, bin ich normalerweise alles andere als ein Kinderfreund. Doch schon zu Beginn zeichnet die Autorin Alice lebendig und sympathisch, man schließt das kleine Mädchen mit dem klugen Kopf einfach ins Herz und kommt nicht umhin, ihr Leben mit Spannung zu verfolgen. Dennoch ist „Alice und ich“ ein sehr interessantes und gelungenes Buch. Selbst wenn nicht alles, was im Roman geschieht, historisch belegt ist, wirkt die Geschichte schlüssig und korrekt, was der Autorin sehr zugute zu halten ist. Daher, und da es wieder eines dieser Bücher ist, das so ein wunderschönes, bittersüßes Gefühl hinterlässt. Nicht nur für Fans des Klassikers lohnendes Lesefutter!

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Bewertung von Bella von www.bellaswonderworld.de aus Karlsruhe am 20.05.2010 ***** ausgezeichnet
"Alice und ich" erzählt die Geschichte der Alice Liddell. Schon in jungen Jahren ist Alice ein sehr aufgewecktes Mädchen. Oft verbringt sie mit ihrem Schwestern Ina und Edith und ihrem Kindermädchen die Nachmittage. Als Alice sieben Jahre alt ist gesellt sich immer öfter der Mathematikdozent Charles Lutwidge Dodgson (Lewis Carroll) zu den Damen um mit ihnen Ausflüge zu unternehmen, ihnen Geschichten zu erzählen und sie zu fotografieren.

Zwischen Alice und Mr. Dodgson entwickelt sich schon früh ein festes Band der Freundschaft. Als Alice sieben Jahre alt ist fotografiert er sie (knapp bekleidet) als Zigeunermädchen, wie sie im Garten herumtollt. An einem anderen Tag bei einem Ruderausflug erzählt Mr. Dodgson die Geschichte von Alice im Wunderland. Die kleine Alice ist begeistert von der wunderschönen Geschichte in der sie die Hauptrolle übernimmt und bittet Mr. Dodgson immer wieder diese aufzuschreiben.

Doch schon bald kommt es zum Bruch zwischen der Familie Liddell und Mr. Dodgson. Es kursieren viele Gerüchte und Spekulationen über diesen Vorfall, doch Alice und ihre Eltern äußern sich nicht dazu.

Einige Jahre später lernt Alice den jungen Prinz Leopold kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Da auch der Prinz nicht mehr ohne Alice leben kann scheint einer Heirat nichts im Wege zu stehen, doch als die Gerüchteküche über den Vorfall zwischen Alice und Mr. Dodgson ins Königshaus schwappt bleibt Alice das Wunderland versagt....

Die amerikanische Autorin Melanie Benjamin kam durch eine Freundin auf die Idee über die Entstehungsgeschichte von Alice im Wunderland zu recherchieren. Rund um die gesammelten Daten erschafft Melanie Benjamin ein mitreisendes Werk über das Leben von Alice Liddell.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive (Alice) geschrieben. Von ihren Kindertagen an verfolgt man die Gefühle die sich in ihr abspielen. Von Alice's kindlicher Freude über die Entstehung der tiefen Gefühle zu Mr. Dodgson, die sie in so jungen Jahren noch gar nicht richtig deuten kann, rutscht Alice in eine Situation die ihr Leben verändert und sie dazu zwingt schneller erwachsen zu werden wie ihr eigenltich lieb ist. Nun schildert die Autorin die Gedanken und Gefühle einer jungen Frau die sich unsterblich in den Prinzen verliebt. Viele Momente des haderns und des nachgrübelns über die Vergangenheit und vor allem über den Ursprung des Bruchs zwischen Mr. Dodgson und ihrer Familie macht Alice zu schaffen. Immer wieder habe ich mich gefragt was zwischen ihnen passiert sein mag....und konnte mich so sehr gut in die Rolle der Alice hineinversetzen.

Gefesselt von der spannenden Schreibweise der Autorin durchlebt man als Leser die ganz eigene Welt der Alice Liddell. Viele Schicksalsschläge muss sie im Lauf ihrer Jugend aber auch ihres Erwachsenenlebens einstecken. Zuerst verliert sie ihre große Liebe Leo und als sie dann doch noch heiratet schenkt sie ihrem Mann drei Jungen wovon zwei im Krieg sterben werden. Melanie Benjamin beschreibt all diese schweren Momente mit so viel Emotionen dass mir mehr als einmal der Atem stockte und Tränen aus meinen Augen kullerten.

Im ganzen betrachtet hat mir "Alice und ich" einige schöne Lesestunden beschert, obwohl ich zu Anfang etwas ganz anderes von dem Buch erwartet hätte. Eigentlich bin ich mit dem Eindruck an das Buch herangegangen das sich mystische vielleicht auch magische Ereignisse um das Leben der Alice ranken, doch schon nach einigen Seiten wusste ich das ich es hier mit etwas ganz anderem zu tun hatte...einer richtigen Lebensgeschichte.

Mein Fazit:

Was steckt hinter der Enstehung des Kinderbuchklassikers "Alice im Wunderland"? In Melanie Bejamin's fesselndem Roman erfährt man einfach alles über das Mädchen das im Wunderland war und dem es dennoch verfährt bleiben sollte.

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Bewertung von http://phantasienreisen.wordpress.com aus Erfurt am 26.03.2010 ***** ausgezeichnet
Ein wunderschön geschriebenes Buch, dass den Leser ins Reich von Königin Victoria entführt und die Geschichte der Alice Pleasance Liddell erzählt - Muse von Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll und Vorlage für dessen Kinderbuch "Alice im Wunderland".
Melanie Benjamin zeigt hier das Leben der wahren Alice - wie es zu dem berühmten Buch kam, ihre Freundschaft zu Dodgson, aber auch wie sie sich von dem kleinen Mädchen zur erwachsenen Frau entwickelt und wie das beliebte Wunderland-Märchen ihr Leben beeinflusst und überschattet hat.
DIe Charaktere sind mit sehr viel Feingefühl beschrieben, man sieht sie förmlich vor sich und auch Oxford wirkt zum Greifen nah.

Man mag den Roman kaum aus der Hand lesen, so fesselnd ist es und hinterher wird man Alice aus dem Wunderland mit ganz anderen Augen betrachten.

Melanie Benjamins Roman ist ein Muss für jeden Fan von Alice im Wunderland, aber auch für jeden anderen Literaturliebhaber!

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