Ästhetik des Bösen - Alt, Peter-André

Peter-André Alt 

Ästhetik des Bösen

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
34 ebmiles sammeln
EUR 34,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Ästhetik des Bösen

Das Böse ist für die Literatur seit der Romantik ein Objekt der offenen Anziehung und lustvoll inszenierten Sympathie. Peter-André Alt erschließt in seinem Werk die Geheimnisse einer unmoralischen Literatur, die das Böse als ästhetisches Phänomen jenseits aller Werte sichtbar werden lässt. Erzählt wird auf diese Weise eine andere Geschichte des Schönen, von der Nachtseite der europäischen Moderne.
Wie keine andere Kunstform vermag die Literatur das Böse in imaginären Szenerien und Personen zur Anschauung zu bringen. In den überlieferten Figuren des Mythos und den Schreckgestalten des Aberglaubens empfängt es körperliche Präsenz; in psychologischen Novellen und Fallgeschichten erhält es seelische Tiefenschärfe; im Drama gewinnt es die unausweichliche Wucht einer verhängnisvollen Geschehensdynamik. Erst seit der Romantik löst sich die Literatur jedoch von den Zwängen einer moralischen Sichtweise auf die Erscheinungsformen der Sünde. Die moderne Literatur wird unmoralisch in einem programmatischen Sinn und entdeckt die ästhetischen Reize des Bösen in den Sensationen des Verbrechens, den Abgründen des Triebs und den Schrecken der Gewalt. Peter-André Alt geht den verschiedenen literarischen Genres und Formen nach, in denen moderne Texte ihre Lust am Bösen kultivieren. Von Goethe über E.T.A. Hoffmann, Shelley, Baudelaire, Huysmans, Wilde, George, Kafka bis zu Jünger, Genet, Kertész und Littell wird eine Phänomenologie des Bösen erkundet, die bis heute ein moralisches Skandalon bedeutet.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 714 S.
  • Seitenzahl: 714
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 154mm x 40mm
  • Gewicht: 960g
  • ISBN-13: 9783406605031
  • ISBN-10: 3406605036
  • Best.Nr.: 28438575
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.12.2010

Die Weltliteratur ist böse dran

Nur die Kunst im Sinn? Das kann finster enden: Eine mächtige Studie erklärt, wie das Böse in die Literatur gerät. Trotz teuflischer Zitierwut ist Peter-André Alt ein beachtliches Werk über die Ästhetik des Bösen gelungen.

In der Geringschätzung für das Nützliche besitzt das Böse eine beunruhigende Verwandtschaft mit dem Ästhetischen. "Teuflisch", meinte Immanuel Kant, könne nur eine Gesinnung genannt werden, "die das Böse will, weil es das Böse ist", "ästhetisch", sagt er an anderer Stelle, nur eine Betrachtung, die sich dem Gegenstand zuwendet, weil er dem "interesselosen Wohlgefallen" dient. Kein Wunder, dass eine artistische Praxis, die seit der Romantik bis in die Gegenwart auf "Autonomie" und "starke Wirkungen" pocht, sich zutraut, sogar ein vollkommen sinnloses Gewaltverbrechen "ästhetisch zu würdigen". Man beginne allmählich einzusehen, schrieb der englische Dichter Thomas De Quincey 1827, "dass zur künstlerischen Vollendung einer Mordtat doch etwas mehr gehört als zwei Dummköpfe, einer, der tötet, und einer, der getötet wird, ein Messer, eine Brieftasche und eine dunkle Gasse. Formgebung, …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Steffen Martus zeigt sich angesichts von Peter-Andre Alts Buch über die "Ästhetik des Bösen" restlos begeistert. Schon den dramaturgischen Bogen, den der Autor von der Bibel bis zu Niklas Luhmann schlägt, bewundert er als gelungen, und so folgt der Rezensent gefesselt Alts Streifzug durch die deutsche, angelsächsische und französische Literatur, die Sekundärliteratur und die Philosophie. Deutlich mache der Autor, dass das Böse stets im Verhältnis und in Abgrenzung zum Guten geformt ist und sich mit dem biblischen Sturz des Luzifers "gegen eine selbstgenügsame Ewigkeit die Zeitlichkeit etabliert", so der Rezensent fasziniert. Er preist die ungeheure Belesenheit, die klugen Schlussfolgerungen und die glänzenden Einzelanalysen und findet es erfreulich, dass Alt seine Leser auch unerschrocken in die Lektüre philosophischer Literatur von Adorno bis Zizek mitnimmt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.12.2010

Die feineren Künste des Teufels
Ehrgeiz, Eifersucht, Anmaßung und Misstrauen: Peter-André Alt kennt sich aus in der Literaturgeschichte des Bösen von Lucifer bis Luhmann
Peter-André Alts Studie zur „Ästhetik des Bösen“ folgt einer bemerkenswerten Dramaturgie: Sie beginnt mit der Bibel und endet bei Niklas Luhmann. Dem Soziologen, der in seinem Arbeitszimmer in Oerlinghausen eine Gesellschaftswelt erschaffen und in göttlich abgeklärter Allmacht verwaltet hat, hätte dies sicherlich gefallen. Jedenfalls teilt er mit dem biblischen Schöpfungsmythos die Vorliebe fürs Diabolische, denn die für ihn zentrale Theoriefigur des „Beobachters“ stammt „aus dem Hause Teufel“, wie er in der „Wissenschaft der Gesellschaft“ bemerkt. Am Anfang des christlichen Abendlands und an dessen Ende im Zeitalter der Globalisierung beschwören Welterklärungen den diabolischen Rebellen und Verführer, der die Welt durch seine Energie in Unruhe und Bewegung versetzt und für jenes Maß an Disharmonie, Störung und Unruhe sorgt, das wir Leben nennen.
Der luziferische Sturz vom Himmel herab in die Hölle versinnbildlicht, so Alt, wie geordnete Raumstrukturen …

Weiter lesen
Prof. Dr.] Peter-André Alt, geb. 1960, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin.

Ein Marktplatz-Angebot für "Ästhetik des Bösen" für EUR 27,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
27,00 5,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung Plesse Antiquariat Minzloff 100,0% ansehen
Mehr von