Ändere dein Leben - erfinde dich neu! - Puig, Mario Al.

Mario Al. Puig 

Ändere dein Leben - erfinde dich neu!

Wie Sie Blockaden erkennen und den Neubeginn wagen

Übersetzung: Brodersen, Imke
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Ändere dein Leben - erfinde dich neu!

Wie wir die Grenzen unseres Denkens überwinden und das erreichen, was bislang unmöglich schien
Wir stoßen im Leben immer wieder auf Hindernisse und Probleme, auf die wir häufig wie gelähmt reagieren. Dr. Mario Alonso Puig zeigt, dass es unser eigener Verstand ist, der uns in unseren Möglichkeiten beschränkt. Doch sobald wir die Grenzen unseres Denkens überwinden, können wir das erreichen, was bislang unmöglich schien. Sei es im privaten Umfeld, in der Beziehung zum Partner oder bei beruflichen Veränderungen wer sein wahres Ich entdeckt, gewinnt ein neues, glücklicheres Leben.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 175 S. 183 mm
  • Seitenzahl: 176
  • Goldmann Taschenbücher Bd.17286
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 13mm
  • Gewicht: 180g
  • ISBN-13: 9783442172863
  • ISBN-10: 3442172861
  • Best.Nr.: 33334142

Leseprobe zu "Ändere dein Leben - erfinde dich neu!"

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Leseprobe zu "Ändere dein Leben - erfinde dich neu!"

15 / Das nötige Rüstzeug (S. 84-85)

»Manche Dinge versteht man nicht, indem man sie lernt, sondern indem man zulässt, dass sie uns etwas lehren.«
Mutter Teresa


Wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie unserer Meinung nach laufen sollten, neigen wir dazu, unsere Enttäuschung offen zu zeigen. Vor allem aber suchen wir gern einen Schuldigen oder eine Lösung, die nichts mit uns zu tun hat. Das Leben interessiert sich nicht für unser subjektives Wohlergehen. Es wünscht, dass wir seine Lektionen lernen, damit wir Stück für Stück unser wahres Potenzial entfalten und den Kern dessen erkennen, was hinter dem äußeren Schein liegt. Der Satz »Im Leben gibt es weder Freunde noch Feinde, nur Meister« sollte uns nachdenklich stimmen. Denn vielleicht sind gerade die Menschen, die uns am meisten auf die Palme bringen, diejenigen, von denen wir am meisten über uns selbst lernen können. Nicht selten gestatten sie uns zu erkennen, wie viel Reizbarkeit, Ungeduld und Mangel an Mitgefühl wir noch immer in uns tragen.

Es gibt eine Geschichte, die sehr gut veranschaulicht, was ich damit meine. In der Nähe von Paris gab es eine spirituelle Gemeinschaft, die von Gurdjieff gegründet worden war. Dieser Mann hatte sich in verschiedenen Wüstenklöstern Tänze und Rhythmen angeeignet, die – zusammen mit anderen Übungsformen – den Menschen halfen, ihre Spiritualität zu entwickeln. In dieser Gemeinschaft lebte nun ein älterer Herr, mit dem die Leute nicht zurechtkamen. Er galt als unangenehmer Griesgram, und obwohl er mitten unter ihnen lebte, wurde er nicht als Teil der Gemeinschaft akzeptiert.

Eines Tages kam dieser Mann zu dem Schluss, dass dies nicht der richtige Platz für ihn sei, und ging weg. Als Gurdjieff von dem Vorfall hörte, machte er sich auf die Suche, bis er den Mann schließlich ausfindig machte. Dann versuchte er, ihn zur Rückkehr zu bewegen, was der Mann ihm jedoch rundheraus abschlug. Gurdjieff blieb hartnäckig und versprach dem Mann, er würde ihm sogar etwas dafür zahlen, wenn er in die Gemeinschaft zurückkäme.

Daraufhin lenkte dieser ein. Als die Leute begriffen, dass sie nicht nur Gurdjieff für das Leben in der Gemeinschaft etwas zahlen mussten, sondern auch noch dafür zahlen sollten, dass dieser so unangenehme Mensch dort lebte, erhoben sie Einspruch. Sobald Gurdjieff von dieser Reaktion hörte, rief er alle seine Schüler in einem Saal zusammen und sprach: »Ihr habt nichts verstanden. Einen solchen Menschen in dieser Gemeinschaft zu haben, ist das beste Geschenk, das ich euch machen konnte, denn es ist die beste Methode, euch Mitgefühl zu lehren, etwas, das derzeit keiner der Anwesenden zu haben scheint.

Ohne den Geist des Mitgefühls werden meine Lehren euch nichts nützen, und deshalb müsst ihr mich bezahlen, und ich bezahle ihn.« Uns solche Reaktionen bewusst zu machen, ist nicht selten so schmerzlich, dass wir es am liebsten unterlassen würden. Unser Gehirn möchte dem Schmerz, sich unangenehmen Tatsachen zu stellen, viel lieber ausweichen. Wenn wir also spüren, dass etwas Unangenehmes ansteht, neigen wir daher zu Schockstarre und Flucht.

Überlegen Sie einmal, wie es Ihnen erging, nachdem Sie sich dieser Art des Leids tapfer gestellt hatten – was Ihnen zweifellos schon mehr als einmal geglückt ist. Sehr wahrscheinlich werden Sie sich eingestehen, dass etwas in Ihrem Inneren sich dadurch verändert hat. So als hätten Sie sich ausgedehnt, als hätten Sie eine innere Evolution erlebt. Dabei handelte es sich um nichts anderes als das Überschreiten der Grenzen der eigenen Identität, des eigenen Egos, was Ihnen eine – wenn auch vorübergehende – neue Erfahrung der Realität ermöglichte.

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