Abschied von den Feinden - Jirgl, Reinhard

Reinhard Jirgl 

Abschied von den Feinden

Roman. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Stadt Marburg 1994

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Abschied von den Feinden

Der Roman des Ost-Berliner Autors Reinhard Jirgl beginnt in der Nachkriegszeit und endet Anfang der Neunziger Jahre. Zwei Brüder versuchen, die Erinnerung an ihre alptraumhafte Kindheit zu verbannen. Einig sind sie sich in ihrem Hass auf das DDR-System und in ihrer Liebe zu derselben Frau. Sie, die Rothaarige, die Füchsin, heiratet dann aber einen Chefarzt in Ost-Berlin, der sie, da ihm ihre Westkontakte schaden könnten, schon bald darauf in die Psychiatrie einweisen lässt. Jirgl erzählt von "großen" und "kleinen" Leuten, von Einfältigen und Gerissenen, von Informanten und Stummen, von Seilschaften und vom Kampf um Pfründe, Macht, Einfluss und ein bißchen Glück.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Neuausg. 2010. 327 S.
  • Seitenzahl: 330
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23680
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm x 131mm x 25mm
  • Gewicht: 474g
  • ISBN-13: 9783446236806
  • ISBN-10: 3446236805
  • Best.Nr.: 31195884
"Ein literarisches Ereignis, auch wenn in ihm die Hoffnung nur noch als heiseres Lachen am Abgrund widerhallt. Mit Abschied von den Feinden hat sich Reinhard Jirgl in die vorderste Reihe deutschsprachiger Literaten geschrieben." (Frankfurter Rundschau)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.05.1995

Gehege des Absterbens
Reinhard Jirgls DDR-Metamorphosen · Von Gustav Seibt

Die Lektüre von Reinhard Jirgls Roman ist Marter und soll es sein. Er enthält ein grausam ausgemaltes Kompendium aller Scheußlichkeiten der untergegangenen DDR, poetisch gesteigert zu einem grandiosen Bild vom Unglück aller menschlichen Geschichte. Suchte man ein ästhetisches Pendant zu dieser Prosa, dann müßte man an den expressiv verzerrten Realismus der wie Gedärme vollgestopften Apokalypsen eines Bernhard Heisig erinnern. Ähnlich kunstvoll und überladen ist Jirgls Buch. Es verwandelt die DDR in eine Tropenlandschaft von Verwesung, Angst und Häßlichkeit. "Was zum Atmen blieb, legte sich wie eine schwere Hand vor Mund & Nase. Manchmal, aus schmutzig-gilben Wolken, 1zelne Regentropfen; sie waren verdunstet noch vorm Berühren von Pflaster & Asfalt, staubigen, fettigen Tentakeln in den Schattierungen von Grau, Stein, der hier verwelken konnte (.), Luft geklebt an porige Häuserschluchten, darauf ein Himmel sich legte, ringend nach Atemluft selber."

Jirgl hat viel dafür getan, die Lektüre zu erschweren. Die eigenwillige, an Arno Schmidt erinnernde …

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Reinhard Jirgl wurde 1953 in Berlin (DDR) geboren. An seine Ausbildung zum Elektromechaniker schloss sich ein Studium der Elektronik an. 1978 kam er zur Berliner Volksbühne, dort arbeitete er als Beleuchtungstechniker.
Seit 1996 lebt Jirgl als freier Schriftsteller in Berlin. Er ist Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und seit 2009 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2010 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen.
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