Abschied vom Spiegelbild - Ohms, Wilfried

Wilfried Ohms 

Abschied vom Spiegelbild

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Produktinformation


  • Verlag: C.H.Beck
  • 2000
  • ISBN-13: 9783406465758
  • ISBN-10: 3406465757
  • Best.Nr.: 08903843

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die Geschichte ist ein Drama. Der Erzähler erfährt vom Selbstmord des Zwillingsbruders und versucht, den Tod des alter ego mit der linearen Auflistung von bitteren Erinnerungen an eine gemeinsame Kindheit und Jugend zu bewältigen, berichtet Samuel Moser. Ohne Pathos und vor allem ohne die sonst oft benutzten Elemente der Sitcom-Komödien über lustige Verwechslungen verleiht der Autor dem Zwillings-Motiv eine neue Dimension, findet der Rezensent. Die Qualität der Erzählung liege vor allem darin, dass sie emotionslos sei. Die monotone Erzählweise sei bedrückend und lähmend. Anstatt des erleichternden Gefühls einer gelungenen Trauerarbeit stelle sich ein kaltes Brennen ein. Konsequent beschreibe Ohm den Prozess der Selbstzerstörung bis zum Suizid. Dabei habe sich jedoch eine Schwäche eingeschlichen, so Moser. Die Schilderung des Erzählers und Überlebenden sei zu stark vom verlorenen Bruder besetzt, die Trennung zwischen Erzähler und Figur nicht deutlich und differenziert genug gelungen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.10.2001

Wie rund war meine Trauer
Elend der Kindheit: Wilfried Ohms findet keine Sprache

Wenn einer der Indikatoren für gute Literatur das Geheimnis ist, das den Leser lockt, zurückweist und durch das listige Wechselbad von Verführung und Frustration eisern bei der Stange hält, dann ist Wilfried Ohms Erzählung schlechte Literatur. "Abschied vom Spiegelbild" ist auf ernüchternde Weise geheimnislos. Ein Zwillingspaar wächst unter bedrückenden Umständen auf. Die Atmosphäre, die das Elternhaus imprägniert, ist ebenso dumpf wie ehrgeizig, die erzieherischen Maßnahmen, mit denen die Kinder geformt werden, gewalttätig und lieblos, das traute Heim ein wüster Kampfplatz. Die Eltern suchen nur einen Vorwand für eigene Aggressionsabfuhr. In ihren Augen sind die Sprößlinge lästige Monsterchen, deren Willen rechtzeitig durch rigide Vorkehrungen zurechtgebogen werden muß.

Die dunkle Kindheit aus lauter Versagungen, Elend und Machtmißbrauch holt einen der Zwillinge ein. Er steuert unaufhaltsam auf eine Sackgasse zu. Beruflich scheitert er, in seinen Beziehungen wiederholt er traumwandlerisch die erlebten destruktiven Mechanismen. Verkommen und …

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Die dunkle Kindheit aus lauter Versagungen, Elend und Machtmißbrauch holt einen der Zwillinge ein. Er steuert unaufhaltsam auf eine Sackgasse zu. Beruflich scheitert er, in seinen Beziehungen wiederholt er traumwandlerisch die erlebten destruktiven Mechanismen. Verkommen und …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

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Die Geschichte ist ein Drama. Der Erzähler erfährt vom Selbstmord des Zwillingsbruders und versucht, den Tod des alter ego mit der linearen Auflistung von bitteren Erinnerungen an eine gemeinsame Kindheit und Jugend zu bewältigen, berichtet Samuel Moser. Ohne Pathos und vor allem ohne die sonst oft benutzten Elemente der Sitcom-Komödien über lustige Verwechslungen verleiht der Autor dem Zwillings-Motiv eine neue Dimension, findet der Rezensent. Die Qualität der Erzählung liege vor allem darin, dass sie emotionslos sei. Die monotone Erzählweise sei bedrückend und lähmend. Anstatt des erleichternden Gefühls einer gelungenen Trauerarbeit stelle sich ein kaltes Brennen ein. Konsequent beschreibe Ohm den Prozess der Selbstzerstörung bis zum Suizid. Dabei habe sich jedoch eine Schwäche eingeschlichen, so Moser. Die Schilderung des Erzählers und Überlebenden sei zu stark vom verlorenen Bruder besetzt, die Trennung zwischen Erzähler und Figur nicht deutlich und differenziert genug gelungen.

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