Die "musica" im Fächerkanon der mittelalterlichen
Universität, Musik pflege an der Leipziger Paulinerkirche,
Auseinandersetzung mit der Theorie, Konzertauftritte der Studenten
- dies alles sind Bereiche der Musik, die im vorliegenden Band
diskutiert werden. Zwischen 1909 und 1941 erschienen mit den drei
Bänden der "Musikgeschichte Leipzigs" von Rudolf Wustmann
und Arnold Schering die letzten umfas senden wissenschaftlichen
Werke zur urbanen Musikkultur dieser Stadt.
Das 600-jährige Jubiläum der Universität Leipzig gab einer Gruppe
von Musikwissenschaftlern Anlass, die vielfältigen
Musiktraditionen, die von der Leipziger Universität getragen wurden
und die teilweise noch immer bestehen, neu zu untersuchen. 28
Autoren konnten für das ehrgeizige Projekt gewonnen werden, die
Leipziger Musikgeschichte mit dem Schwerpunkt Universiät dort
fortzusetzen, wo Wustmann und Schering aufhörten (nach 1800), und
dort zu aktualisieren und neu zu bewerten, wo neue
Forschungsergebnisse dies gebieten. Damit wurde ein wichtiges Stück
lokaler Musikgeschichte weitergeschrieben.
Das Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig
arbeitete dafür mit namhaften Wissenschaftlern nicht nur der
Universität, sondern auch des Bach-Archivs, des Gewandhauses, des
Thomanerchors sowie anderer Sachgebiete zusammen. Rund 30
Einzelbeiträge sowie ein umfangreicher Lexikonteil präsentieren nun
den aktuellen Forschungsstand in bisher einmaliger
Bandbreite.
Der Anhang bietet mehrere Verzeichnisse, die sowohl als
Nachschlageteil wie auch als Anstoß für weitere Forschungen
verstanden werden können. Dazu gehört u. a. eine gründliche
Neubearbeitung der in der bisherigen Literatur mitunter
widersprüchlich behandelten Frage der Leipziger
Universitätsmusikdirektoren.
Das reich illustrierte Buch wendet sich nicht nur an das
Fachpublikum, sondern an alle, die sich für die Stadt Leipzig, ihre
Universität und ihr Musikleben interessieren.
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