Die aus dem Hessischen stammende Malerfamilie Tischbein kann auf
eine ganz erstaunliche Produktivität um den Wechsel vom 18. zum 19.
Jahrhundert verweisen erstmals wird sie anhand ihrer drei
bekanntesten Vertreter, dem Kasseler, Leipziger und
Goethe-Tischbein, umfassend vorgestellt.
Die ausgeprägten künstlerischen Begabungen in der Malerfamilie
Tischbein stellen ein einzigartiges Phänomen dar. Johann Heinrich
Tischbein d. Ä., Mitbegründer und Lehrer für Malerei an der
Kasseler Kunstakademie, entwickelt sich gemäß den aktuellen
Zeitströmungen zu einem Protagonisten des frühen Klassizismus in
Deutschland. Seine beiden Neffen und Schüler lösen sich vom Vorbild
ihres Lehrers und gehen eigene Wege. Johann Friedrich August
Tischbein, Direktor der Leipziger Akademie, gehört zu den
gefragtesten Porträtisten Europas. Johann Heinrich Wilhelm
Tischbein hingegen, nicht zuletzt durch sein berühmtes Porträt
Goethes in der Campagna sicherlich das bekannteste
Familienmitglied, widmet sich auch als Direktor der Akademie in
Neapel intensiv der antiken Kunst. Alle drei Künstler stehen mit
ihrem Werk auf dem Höhepunkt ihrer Zeit und haben europaweit
Geltung erlangt. Sie strebten dem Vorbild ihrer Zeitgenossen nach
und wetteiferten zugleich mit ihnen, wie der Vergleich mit Werken
von Carle Van Loo, Anton Raphael Mengs, Angelika Kauffmann, Sir
Joshua Reynolds oder Elisabeth Vigée-Lebrun zeigt. So wird erstmals
der Stellenwert bestimmt, der den drei Malern im Kontext der
europäischen Historien- und Porträtmalerei um 1800 zukommt.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20