 | Besprechung |
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"What's wrong with being a snob?", fragte einst Nobelpreisträger V.S. Naipaul und schränkte gleich ein: "Wir sind snobistisch genug zu wissen, dass jemand, der sicher und wohlversorgt ist, nie ein wirklicher Snob ist." Platter gesagt: Nur wer ursprünglich arm ist, wer durch Arbeit eine Aneignung vollzogen hat, kann etwa den Besitz hellbrauner Halbschuhe von Berluti - der "besten Schuhe der Welt" - wirklich genießen, die in Christian Krachts neuem Roman "1979" so eben nicht für die Vitalität, sondern für den Verfall ihrer Besitzer stehen. Auch Kracht selbst bringt es bei aller Selbst- und Fremdinszenierung nicht bis zum Snob, er ist zu sehr Millionenerbe, Sohn des ehemaligen Springer-Generalbevollmächtigten Christian Kracht sen.: Aber nicht alle Millionärssöhne müssen ja so überflüssig sein wie Bin Laden. Denn so unangenehm es auch sein mag: Christian Kracht jun. ist gegenwärtig der bedeutendste deutschsprachige Schriftsteller, und "1979" ist sein Prophet, für alle, die nach "Faserland" noch ungläubig sein mochten. "1979" ist die Geschichte einer Selbstauslöschung zweier homosexueller, höchst westlich-zivilisierter décadents vor dem Hintergrund der …
 | Besprechung von 15.10.2001 |
Kultur:
ESS-STÄBCHEN, DIE SICH IN DEN KOPF BOHREN.
Schwer zu hassen, schwer zu kopieren: '1979' - der neue
Roman von Christian Kracht.
Vor sechs Jahren schrieb Christian Kracht ein Buch, das
'Faserland' heißt. Ein namenloser junger Mann macht darin
eine Reise, 'einmal durch die Republik von Nord nach Süd. Dabei
erzählt er von Partys und Bars, von Himmelfahrtsnasen der Mädchen
und vom Kotzen mit Stil', so steht es im Klappentext. Und weil
im Buch selbst tatsächlich nicht sehr viel mehr Handlung folgt und
die Sprache von 'Faserland' sich gar nicht erst die Mühe
macht, das hohle Gerede der Figuren literarisch zu glätten, all das
dann auch noch oft besprochen und viel gekauft wurde, wünschten
viele den Autor, der in seinem öffentlichen Auftreten seiner
arroganten Hauptfigur oft bedrohlich nahe kam, einfach nur zum
Teufel. Manche fanden wenigstens, Christian Kracht könne gut, habe
aber nichts zu erzählen. Ein paar aber liebten ihn sehr dafür, dass
endlich mal jemand ein wahres Buch über die armseligen Kinder
reicher Eltern schrieb oder freuten sich, das eigene Leben
vorgelegt zu bekommen.
Nun hat Christian Kracht …
Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension
Ganz so dumm ist dieser Typ also doch nicht, hört man Elke Buhr zwischen den Zeilen sagen. Schon Krachts Debütroman "Faserland" galt als der beste unter den Werken der jungen deutschen Pop-Literaten, die von Talkshow zu Talkshow zogen und die "Unterwerfung aller Lebensfragen unter das Primat des Stils" proklamierten, so Buhr. Darum geht es ansatzweise auch in Krachts neuem Roman, der im besagten Jahr 1979 im revolutionären Teheran spielt, das in seltsamem Kontrast zu den zwei westlich dekadenten Dandys steht, die es dorthin verschlägt. Krachts einst Unsicherheit verratende Sprache sei der Klarheit und Präzision gewichen, lobt die Rezensentin. Der Protagonist agiere wie ein "offenes Fass", das alles aufsaugt, protokolliert, aber nicht rebelliert, auch nicht, als er nach einem heilsuchenden Trip durch Tibet vom chinesischen Militär aufgegriffen und in ein Arbeitslager gesteckt wird. Was dort vom Dandy übrig bleibt, so Buhr, ist nicht etwa sein Zynismus, seine Verachtung, seine Intelligenz, sondern bloß Blasiertheit und Indifferenz: "zwischen Dummheit und Zen".
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 | Besprechung von 09.10.2001 |
Wir sehen uns mit Augen, die nicht die unseren sindDer Blick auf die Oberfläche reicht nicht mehr: Aus Christian Krachts Roman "1979" spricht der Selbsthaß als Lebensgefühl des WestensAls der Schah gestürzt wird und die islamische Revolution unter Ajatollah Chomeini sich anschickt, Iran zu erobern, befinden sich auch zwei junge Deutsche in Teheran, Angehörige der internationalen Partyszene, die sich zur Kreuzfahrt in der Ägäis, an der französischen Mittelmeerküste oder in den Villen im reichen Norden der persischen Hauptstadt trifft. Einer der beiden jungen Männer stirbt nach einer Jet-set-Party, weil er zuviel Alkohol getrunken und zuviel Drogen genommen hat und ohnehin nicht mehr ganz gesund war. Der andere, ein etwas einfältiger Innenarchitekt, wird von einem undurchsichtigen Partygast mit dem klingenden Namen Mavrocordato nach Tibet geschickt.
Dort soll er den heiligen Berg Kailash umrunden, um seine Seele zu reinigen, ein Opfer zu bringen und Buße zu tun. Am Fuß des Berges wird der Pilger aus Deutschland von chinesischen Soldaten aufgegriffen, zum russischen Spion erklärt und in verschiedenen Umerziehungs- und Arbeitslagern …
»Christian Kracht hat mit <em>1979</em> einen verstörenden Text geschrieben, der wie ein dunkler Granitblock in der Landschaft unserer Herbstliteratur liegt. Hart, kalt, schön, unbegreiflich, drohend.« (Elke Heidenreich im Spiegel)<br /> »Das ist absurd, das ist schrecklich. Das liest sich wie ein subtiler Splatterroman, wie die totale Schwindsucht, wie ein lauter Schrei nach Autorität und wie ein stiller nach Liebe.« (taz)<br /> »Ein brillant geschriebenes Buch. Ein sehr konsequentes, sehr trauriges Buch.« (Elmar Krekeler in der Welt)<br /> »Christian Kracht ist ein ästhetischer Fundamentalist.« (Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung)<br /> »Schwer zu hassen, schwer zu kopieren: <em>1979</em> – der neue Roman von Christian Kracht.« (Timm Klotzek im jetzt-Magazin)<br /> »Kracht ist seinem Publikum, kaum daß er es zu gutem Geschmack erzogen hat, schon wieder eine Nasenlänge voraus.« (Berliner Zeitung)<br /> »Die sozialen Überlegenheitsposen dieses wohlhabenden Taugenichts erscheinen als Protest gegen die Häßlichkeit der Gesellschaft, ihrer Menschen und Dinge, gegen das allgegenwärtige pädagogisch-moralische Geschwätz.« (Die Zeit)<br /> »Mit intelligentem Zynismus nimmt Kracht eine zwar ideologiefreie doch keineswegs amoralische Position ein.« (Sonntagszeitung, Zürich)<br /> »Nachhaltig verstörend und sprachlich überzeugend.« (Kölner Stadt-Anzeiger)<br /> »<em>1979</em> ist eine Überraschung. Schnell geschrieben? Unwahrscheinlich. Schnell gelesen? Unbedingt. Schnell vergessen? Auf keinen Fall.« (Hamburg pur)
"Christian Kracht hat mit '1979' einen verstörenden Text geschrieben, der wie ein dunkler Granitblock in der Landschaft unserer Herbstliteratur liegt. Hart, kalt, schön, unbegreiflich, drohend." Elke Heidenreich im 'Spiegel'<br/><br/>"Das ist absurd, das ist schrecklich. Das liest sich wie ein subtiler Splatterroman, wie die totale Schwindsucht, wie ein lauter Schrei nach Autorität und wie ein stiller nach Liebe." Gerrit Bartels in der 'taz'<br/><br/>"Ein brillant geschriebenes Buch. Ein sehr konsequentes, sehr trauriges Buch." Elmar Krekeler in der 'Welt'<br/><br/>"Christian Kracht ist ein ästhetischer Fundamentalist." Gustav Seibt in der 'Süddeutschen Zeitung'<br/><br/>"Schwer zu hassen, schwer zu kopieren: '1979' - der neue Roman von Christian Kracht." Timm Klotzek im 'jetzt-Magazin'<br/><br/>"Kracht ist seinem Publikum, kaum daß er es zu gutem Geschmack erzogen hat, schon wieder eine Nasenlänge voraus." Berliner Zeitung<br/><br/>"Die sozialen Überlegenheitsposen dieses wohlhabenden Taugenichts erscheinen als Protest gegen die Häßlichkeit der Gesellschaft, ihrer Menschen und Dinge, gegen das allgegenwärtige pädagogisch-moralische Geschwätz." Die Zeit<br/><br/>"Mit intelligentem Zynismus nimmt Kracht eine zwar ideologiefreie doch keineswegs amoralische Position ein." Regula Freuler in der 'Sonntagszeitung', Zürich<br/><br/>"Nachhaltig verstörend und sprachlich überzeugend." Marcus Bäcker im 'Kölner Stadt-Anzeiger'<br/><br/>"'1979' ist eine Überraschung. Schnell geschrieben? Unwahrscheinlich. Schnell gelesen? Unbedingt. Schnell vergessen? Auf keinen Fall." Hamburg pur
Christian Kracht, 1966 geboren, ist Schweizer. Nach 'Faserland' (1995) schrieb er den Asien-Klassiker 'Der gelbe Bleistift' (2000). Seine Bücher sind in 14 Sprachen übersetzt.
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