Über Jahrhunderte war die katholische Kirche souveräne Herrin ihrer
selbst. Sie beherrschte die Interpretation des Kosmos, die Ordnung
der Gesellschaft und bis vor kurzem den Körper der Menschen.
Mit all dem ist es vorbei, auch bei den eigenen Mitgliedern. Sie
wurde von der Machtposition vertrieben und auf den religiösen Markt
geworfen. Diese radikale Kontextveränderung lässt nichts in ihr,
wie es war, ob sie es will oder nicht. Alles wird prekär, also
unsicher und abhängig von anderen: vom Partizipationsverhalten der
eigenen Mitglieder etwa, von der politischen Unterstützung oder den
religiösen Bedürfnissen der Gesellschaft.
Wie auf dem Markt bestehen, ohne ihm zu verfallen? Wie die eigene
Aufgabe unter diesen Bedingungen erfüllen? Welcher Umbau ist
notwendig?
Diesen Fragen stellt sich Rainer Bucher mit analytischer Schärfe
und zukunftsweisenden Vorschlägen.
Rainer Bucher, Dr. theol., geb. 1956, Professor und Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.