Dzigar Kongtrül empfiehlt, angesichts solcher Erfahrungen uns nicht
als hoffnungslosen Fall einzustufen. Tatsächlich sind sie kein
Problem, wenn wir sie entstehen lassen können, ohne sie zu
verurteilen oder mit zu viel Bedeutung aufzuladen. Diesen Umgang
mit unseren Erfahrungen bezeichnet Kongtrül als Selbst-Erkenntnis.
Selbst-Erkenntnis ist eine Praxis, ein Pfad und eine Haltung. Es
ist die Geisteshaltung, Interesse gerade an dem zu entwickeln, was
wir normalerweise abwehren wollen. Unsere Praxis wird damit erst
lebendig, und sie bewahrt uns davor, Meditation lediglich als ein
weiteres Hobby zu betrachten. Wenn wir Selbst-Erkenntnis
praktizieren, nehmen wir unsere Befreiung selbst in die Hand und
akzeptieren die Herausforderung und die Ermächtigung, die Kongtrül
in den Titel dieses Buches gelegt hat: Es liegt an uns in unserer
Hand.