Die verlorenen Söhne - Kelek, Necla

Necla Kelek 

Die verlorenen Söhne

Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Sachbuch 2006

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Die verlorenen Söhne

Zwangsheirat ist kein Randphänomen: Jede zweite Türkin in Deutschland gibt an, ihre Eltern hätten den Ehepartner für sie ausgesucht, jede vierte kannte ihren Mann vor der Hochzeit nicht.

Jedes Jahr werden Tausende junger Türkinnen durch arrangierte Ehen nach Deutschland gebracht. Necla Kelek hat, auf eigene Erfahrungen gestützt, mit den 'Importbräuten' gesprochen und konfrontiert uns mit Verstößen gegen die Grund rechte türkischer Bürgerinnen, die mitten unter uns leben. Die Soziologin deckt die Ursachen dieses Skandals auf und erzählt zugleich von ihrem eigenen Weg in die Freiheit.

"Ayan Hirsi, Necla Kelek, Seyran Ates - Ihrem Mut verdanken wir alles. Sie haben das Gesetz des Schweigens gebrochen und riskieren damit ihr Leben." -- Alice Schwarzer in der FAZ

"Eine Streitschrift, wie sie lange überfällig war ... Es lohnt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Auch, weil die, die sie als Verlorene beschreibt, diese Chance verdient haben." -- Regina Mönch in der FAZ

"Der Islam wird benutzt, um patriarchale Strukturen zu festigen ... um verloren geglaubte Söhne und Töchter zu disziplinieren." -- Rahel Volz in der Frankfurter Rundschau


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 253 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Goldmann Taschenbücher Bd.15436
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 126mm x 19mm
  • Gewicht: 222g
  • ISBN-13: 9783442154364
  • ISBN-10: 3442154367
  • Best.Nr.: 20944561
"Der Islam wird benutzt, um patriarchale Strukturen zu festigen ... um verloren geglaubte Söhne und Töchter zu disziplinieren." -- Rahel Volz in der Frankfurter Rundschau

"Der Islam wird benutzt, um patriarchale Strukturen zu festigen ... um verloren geglaubte Söhne und Töchter zu disziplinieren."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.04.2006

Armer türkischer Mann
Häusliche Gewalt und ein rigider Ehrenkodex - die übermächtige Tradition in vielen Familien diktiert auch das Verhalten der Söhne
Necla Kelek ist derzeit eine Persona non grata bei muslimischen Verbänden, ihnen gilt sie als Nestbeschmutzerin. Ebenso wenig populär ist die deutsche Soziologin türkischer Abstammung bei vielen Integrationsforschern, die ihr eine unwissenschaftliche Vorgehensweise und Populismus verworfen. Warum? Kelek hat vor zwei Jahren einen Bestseller verfasst, in dem sie das Schicksal türkischer Importbräute beschreibt, die - ohne Deutschkenntnisse und in ihren neuen Familien weitgehend entrechtet - am Rande der deutschen Gesellschaft leben. Politiker und Leser reagierten mit Schaudern auf diesen Einblick in eine Parallelgesellschaft; Fachleute konterten, die tatsächlichen Fallzahlen seien viel niedriger, als Kelek glauben mache.
Die Autorin ist von der massiven Kritik nicht unbeeindruckt geblieben, was man ihrem neuen Buch „Die verlorenen Söhne” anmerkt. Nicht ihre Thesen variiert sie - sie hält daran fest, dass das Rollenbild türkisch-muslimischer Männer sie zur Einhaltung eines starren Regelwerks …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2006

Der türkische Mann
Necla Keleks Streitschrift gegen rechtsfreie Räume im Islam

Die Kinder türkischer Einwanderer: Sie sind überfordert, haben die schlechteren und sehr viele gar keine Schulabschlüsse. Ihre gewalttätigen Väter werden sie nie in Frage stellen, was immer diese Väter ihnen auch antun. Die Kinder verachten Frauen, die ihren eigenen Weg gehen. Es sind Kinder, die den Spagat zwischen traditionellen Regeln, die von ihnen Gehorsam und Unterwerfung verlangen, und der modernen Gesellschaft, unserem Alltag, nicht bewältigen. In dieser Weise beschreibt die Soziologin Necla Kelek türkische Einwanderer-Kinder in ihrem Buch "Verlorene Söhne". Dieses Buch wird denen nicht gefallen, die argwöhnen, Kelek skandalisiere die Lebenssituation von Einwanderern, um Vorurteile festzuschreiben.

Die Autorin urteilt hart, wirft der Politik, den politischen Stiftungen, den Kirchen und Wissenschaftlern vor, Migranten als Mündel zu behandeln, sie damit in ihrer Rückständigkeit gleichsam einzumauern. Jede Anpassungsleistung stehe unter dem Verdacht, die Zugewanderten zu überfordern, ja ihre Kultur zu mißachten. Vor allem aber habe die …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Durchaus aufschlussreich findet Wolfgang G. Schwanitz dieses Buch über Söhne türkischer Migranten, das die Soziologin Necla Kelek verfasst hat. Die auf Gesprächen basierende Untersuchung vermittelt für Schwanitz drastisch das krude Weltbild dieser jungen Männer. Er attestiert der Autorin, Lebensmuster freizulegen, die zugleich Muster von Nichtintegration sind. Dabei unterstreicht er Keleks Ansicht, diese gewalttätigen Patriarchen seien nicht in der Moderne angekommen, sowie ihre Kritik an Deutschen, die vor der "Islamisierung" zurückwichen. Allerdings kann Schwanitz die Vehemenz, mit der die Autorin ihre Aussagen trifft, nicht ganz teilen. Fraglich scheint ihm jedenfalls, wie repräsentativ die Ergebnisse ihrer Untersuchung sind. Vor allem hätte er sich eine differenziertere Betrachtung auch im Blick auf die untersuchten sozialen Schichten gewünscht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Durchaus aufschlussreich findet Wolfgang G. Schwanitz dieses Buch über Söhne türkischer Migranten, das die Soziologin Necla Kelek verfasst hat. Die auf Gesprächen basierende Untersuchung vermittelt für Schwanitz drastisch das krude Weltbild dieser jungen Männer. Er attestiert der Autorin, Lebensmuster freizulegen, die zugleich Muster von Nichtintegration sind. Dabei unterstreicht er Keleks Ansicht, diese gewalttätigen Patriarchen seien nicht in der Moderne angekommen, sowie ihre Kritik an Deutschen, die vor der "Islamisierung" zurückwichen. Allerdings kann Schwanitz die Vehemenz, mit der die Autorin ihre Aussagen trifft, nicht ganz teilen. Fraglich scheint ihm jedenfalls, wie repräsentativ die Ergebnisse ihrer Untersuchung sind. Vor allem hätte er sich eine differenziertere Betrachtung auch im Blick auf die untersuchten sozialen Schichten gewünscht.

© Perlentaucher Medien GmbH
Necla Kelek, Dr. phil., geboren 1957 in Istanbul, hat in Deutschland Volkswirtschaft und Soziologie studiert und über das Thema "Islam im Alltag" promoviert. Sie forscht zum Thema Parallelgesellschaften und berät u. a. die Hamburger Justizbehörde zu Fragen der Behandlung türkisch-muslimischer Gefangener. Im November 2005 wurde sie für ihr Engagement mit dem Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München, 2006 mit dem Corine Preis für Sachbücher ausgezeichnet, 2010 mit dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung und 2011 mit dem Freiheitspreis geehrt.

Leseprobe zu "Die verlorenen Söhne" von Necla Kelek

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Leseprobe zu "Die verlorenen Söhne" von Necla Kelek

"Nur wenn er bereit ist, die Gleichberechtigung der Frau in Gesellschaft und Öffentlichkeit anzuerkennen, wird sich der türkisch-muslimische Mann aus den Zwängen des Patriarchats befreien können. Ohne befreite Frauen bleiben die Männer verlorene Söhne."

Leseprobe zu "Die verlorenen Söhne" von Necla Kelek

"Nur wenn er bereit ist, die Gleichberechtigung der Frau in Gesellschaft und Öffentlichkeit anzuerkennen, wird sich der türkisch-muslimische Mann aus den Zwängen des Patriarchats befreien können. Ohne befreite Frauen bleiben die Männer verlorene Söhne."

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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 29.04.2010 ***** ausgezeichnet
Mit der "fremden Braut" stocherte Frau Kelek 2005 wohltuend in einem Wespennest herum.
Von türkischen Landsleuten wurde sie als Nestbeschmutzerin verunglimpft; die Deutschen duckten sich vorsichtshalber weg, schließlich steht ihnen geschichtsschuldig keinerlei Kritik an anderen Nationalitäten und deren Gebärden zu.

Geändert hat sich seitdem so gut wie nichts.
Jene Bräute werden weiter fleißig importiert, damit die türkische Umma im deutschen Lande unter sich bleiben kann und lediglich einige Frauenrechtlerinnen kratzen mal an "Sitten und Gebräuche" und stellen die Kompatibilität zu einem Rechtsstaat in frage - und ernten dafür Titel wie "Islam-feindlich" oder "islamophob".

Es war lediglich nur konsequent von Necla Kelek auch die Empfänger dieser wegverheirateten armen Seelen zu beleuchten. "Die verlorenen Söhne" folgte 2006.

Die unbequeme Ex-Teilnehmerin der schäubleschen Islam-Konferenz stellt sich die Frage, warum türkische Männer stets durch Gewalt, Einschüchterung oder bloßem Haß auffallen, selten durch andere Tugenden.

Und sie findet Antworten. Sie deckt einen Kreislauf auf, der aus pseudo-religiösen, traumatisierenden Ritualen, falschem Stolz, traditionellen Vater-Sohn-Konflikten und der Unterdrückung jeglicher Selbständigkeit seine Kraft zieht und damit zu einem gesellschaftlichen Perpetuum Mobile wird, da niemand ihn durchbricht.

Wesentlich besser als im ersten Buch geht Frau Kelek auch darauf ein, daß sich durchaus Veränderungen ergeben haben und die Ergebnisse ihrer Studien sich nicht auf alle türkischen Männer zu 100 % übertragen lassen.

Doch erschreckende Fakten bleiben, daß eine Abgrenzung zur "verdorbenen deutschen Gesellschaft" noch immer Motor des ganzen ist und eine nicht zu hinterfragende "Religion", die nicht auf Güte, Liebe und Vergebung, sondern auf Kontrolle, Vergeltung und Macht basiert, ungefragt und unreflektiert weiter Einzug in diesem Land hält.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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