Verlage ohne Verleger - Schiffrin, André

André Schiffrin 

Verlage ohne Verleger

Über die Zukunft der Bücher. Aus d. Amerikan. v. Gerd Burger. Nachw. v. Klaus Wagenbach

Übersetzer: Burger, Gerd
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Verlage ohne Verleger

Warum hat sich das Verlagswesen in den letzten Jahren radikal verändert? In seiner Polemik (die gleichzeitig in neun Ländern erschien) beschreibt Schiffrin die Gründe.
Ausgehend von eigenen Erfahrungen im Pantheon Verlag und der Entwicklungen in den USA untersucht er die Ursachen für den Zerfall einer Welt, in der dem Verleger Geschmack und Risiko überlassen worden waren.Die Ursachen sind: keine Querfinanzierung mehr - jedes Buch und jede Abteilung muß profitabel sein. Industrielle Rendite-Erwartungen. Ersetzung der Lektorate durch Marketing-Fachleute. Das Ergebnis ist: Es erscheinen keine Bücher mehr mit einer Auflagenerwartung von weniger als 6.000 bis 10.000 Exemplaren. Das Neue aber - ob in der Politik, Literatur oder Wissenschaft - kommt auf leisen Sohlen und in kleinen Auflagen. Eine moderne Gesellschaft ohne neue Ideen? Ohne unabhängige Verlage entsteht keine Kultur.


Produktinformation

  • Verlag: Wagenbach
  • 2000
  • 2000.
  • Ausstattung/Bilder: 124 S.
  • Seitenzahl: 128
  • Wagenbachs andere Taschenbücher (WAT) Nr.387
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 123mm x 15mm
  • Gewicht: 164g
  • ISBN-13: 9783803123879
  • ISBN-10: 3803123879
  • Best.Nr.: 08912372
"Leute, kauft Andre Schiffrins Buch, sofern euch noch etwas an den Büchern und ihrer Zukunft liegt!" (Lothar Baier, Wochenzeitung)<br />

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Schiffrin ist einer, der ordentlich schimpft und der guten alten Zeit des Verlagswesens und der eigenen Zeit als Lektor und Verleger hinterhertrauert. Dem Neuen kann er nichts abgewinnen, bedauert Michael Krüger, selbst deutscher Verleger. Der Name Schiffrin bedeutet viel in der Verlagswelt: schon der Vater, Jacques Schiffrin, übersetzte für die französische Pléiade, emigrierte dann in die USA, wo er mit dem Verlegerehepaar Wolff den Pantheon Verlag gründete, der sich um europäische Autoren verdient machte. Wie dann Pantheon schließlich bei Bertelsmann landete, das liest sich in Krügers Rezension schon sehr spannend: die Medienkonzerne auf dem Vormarsch. Dennoch stimmt Krüger mit Schiffrins Kritik nicht in allen Punkten überein: weder sei es richtig, dass nur kleine unabhängige Verlage ein Risiko mit innovativer Literatur eingingen; noch möchte er die Rolle der kleineren Universitätsverlage unterschätzt wissen, die sich zur Zeit gerade in den USA um europäische Autoren bemühten. Aber auch Krüger glaubt, dass die Überfütterung des Buchmarkts mit Ratgeber-, Memoiren- und Bestsellerliteratur eine "Verstopfung" zur Folge hat, die den Büchern der kleineren Verlage den Weg in die Buchhandlung verbaut. Schiffrins Appell an den Staat, diesbezüglich schützend einzugreifen, hält Krüger dennoch für naiv.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.10.2000

Verlage ohne Verleger
André Schiffrin über den Abstieg von Amerikas Buchbranche

NEW YORK, im Oktober

In manchen Branchen wird man auch mit größtem Glück nicht reich. Zum Beispiel im Buchgeschäft. Jason Epstein schrieb kürzlich, die Branche sei "einem Amateursport ähnlich, wo die Aktivität bereits das Ziel ist". Der Niedergang der Verlage begann, als irgend jemand davon zu träumen anfing, auch hier Gewinne zu erwirtschaften, wie sie in anderen Branchen üblich sind, und den Schwerpunkt von den Büchern aufs Geschäft verlagerte. Bisher wurden noch alle Investoren enttäuscht, doch im Zuge der Versuche, auch den Büchern statt der traditionell (und in jeder Wirtschaftslage) erwirtschafteten drei bis fünf Prozent Gewinn die in anderen Produktionszweigen üblichen fünfzehn Prozent abzupressen, hat sich die Verlagslandschaft dramatisch verändert und mit ihr das, was wir zu lesen bekommen.

In Amerika kommen inzwischen achtzig Prozent der Buchtitel aus fünf Medienkonglomeraten, während die vom Branchenverband anerkannten 2600 anderen Verlage sich die restlichen zwanzig Prozent teilen. André Schiffrin, Verleger von "The New …

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André Schiffrin, geboren 1935 in Paris, aufgewachsen in New York auf, wo er auch heute lebt. Bekannt im internationalen Verlagswesen, leitete lange den Pantheon Verlag, heute The New Press.

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