Anton Bruckner - Floros, Constantin

Constantin Floros 

Anton Bruckner

Persönlichkeit und Werk

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
26 ebmiles sammeln
EUR 26,00
Bald lieferbar
Nachdruck / -produktion noch nicht erschienen
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Anton Bruckner

Anton Bruckner war zu Lebzeiten verkannt und umstritten. Heute gilt er als der bedeutendste Symphoniker nach Beethoven und vor Gustav Mahler, was die Originalität, Kühnheit und Monumentalität seiner Musik angeht. Das Bild des Menschen Anton Bruckner dagegen ist immer noch ein geradezu extremes Beispiel für die Macht der Vorurteile. Von keinem Geringeren als Gustav Mahler stammt das viel und gern zitierte Apercu: "Bruckner, ein einfältiger Mensch - halb Genie, halb Trottel". Der Bruckner-Experte Constantin Floros will das mit seinem Buch zurechtrücken. Seine These ist, das, anders als bisher behauptet, zwischen Persönlichkeit und Werk Bruckners eine enge Beziehung herrscht. Im mittelpunkt stehen daher existentielle Probleme: die Angst vor "Rivalen" wie Johannes Brahms und einer feindlichen Öffentlichkeit, das gestörte Verhältnis zu Frauen, Einsamkeit und "Sympathie mit dem Tod", die Vorstellung, durch sein Werk einem höheren Ziel zu dienen, von Musik als religiösem Bekenntnis. Wie Bruckner selbst zu seinem Werk stand, zeigt sein berührender Ausspruch: "Ich glaub, wenn's beim jüngsten Gericht schief ging, möcht ich dem Herrgott die Partitur vom Te Deum hinhalten und sagen: 'Schau, das hab ich ganz allein für dich gemacht', nachher würd ich schon durchrutschen".


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 149mm x 27mm
  • Gewicht: 460g
  • ISBN-13: 9783434505662
  • ISBN-10: 3434505660
  • Best.Nr.: 12851366

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Kein Dorfdepp also", weiß Wolfram Goertz von Anton Bruckner, nachdem er Constantin Floros' Darstellung von Persönlichkeit und Werk des oft "belächelten" Komponisten studiert hat. Wer Bruckner verstehen will, muss sich nämlich durch eine Flut von Anekdoten, Missverständnissen und Klatschgeschichten kämpfen, so Goertz. Der "neueste Baggerführer des Schrifttums" Constantin Floros' zeige nun "mit Erfolg" die autobiografischen Züge in Bruckners Musik, den Einfluss der Religion, von Wagner oder der Einsamkeit in Wien. Floros geht es um das "Moderne und Kühne" bei Bruckner, erklärt der Rezensent: Er enttarnt die Angriffe des Musikkritikers und Brahmsverehrers Eduard Hanslick als "durchsichtige und erstaunlich taube Manöver", weist nach, dass das Ungestalte der Brucknerschen Werke das Resultat einer "inneren Dynamik der Form" war und konstatiert, als Trumpfkarte", dass die Harmonik Bruckners progressiver war als die des Antipoden Brahms.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.10.2004

Die Einfalt im Walde
Constantin Floros schützt Bruckner / Von Michael Gassmann

Es gibt Biographen mit Beschützerinstinkt. Ihren Gegenstand meinen sie vor der feindlichen Umwelt in Schutz nehmen zu müssen. Constantin Floros, Hamburger Emeritus der Musikwissenschaft, ist solch ein Autor.

Das große Vorurteil, gegen das Floros angehen zu müssen glaubt, wurde schon von Gustav Mahler in eine prägnante Formulierung gepackt: Bruckner sei "ein einfältiger Mensch - halb Genie, halb Trottel". Will sagen: der Mensch Bruckner ein unbeholfen frommer Einfaltspinsel, der Komponist Bruckner das schiere Gegenteil, ein immens begabter, mit allen Wassern gewaschener Symphoniker. Die naheliegende Beruhigung der Biographen ist deshalb gelegentlich gewesen: Leben und Werk hätten bei Bruckner nichts miteinander zu tun. Floros möchte das Gegenteil beweisen, das Werk schlüssig aus dem Leben ableiten. Deshalb lautet der Untertitel nicht "Leben und Werk", sondern "Persönlichkeit und Werk". Floros schildert Bruckners Religiösität als tief empfunden, um sie nicht länger als naiv, Bruckners Ängste und Neurosen als verständlich, um sie nicht länger als …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.11.2004

Klang und Aura in der Wüste
Eine Meisterleistung: Constantin Floros über Anton Bruckner
„Einfältiger Mensch - halb Genie, halb Trottel.” Der das über Bruckner sagte, war immerhin sein Schüler gewesen: Gustav Mahler. Andere sprachen vom „Musikanten Gottes”, viele vom Mystiker und Metaphysiker.
Das Bild vom Komponisten Anton Bruckner, 1824 in einem Dorf in Oberösterreich geboren und 1896 in der Haupt- und Residenzstadt Wien gestorben, schwankt noch immer. Ein Neurotiker, psychisch krank, ein infantiler Mensch, wie der Psychiater Erwin Ringel 1977 behauptete? Nun sind Mystik und Neurose, Genie und Einfalt vielleicht gar keine Gegensatzpaare . . .
Menschen in Bruckners Nähe behaupteten - und Constantin Floros schließt sich ihnen an -, dass Anton Bruckner bei aller „Fremdheit seines Wesens” ein starkes Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, ja Sendungsbewusstsein besaß. Eine hohe Intelligenz, aber kaum die kulturelle Erfahrung „von den Erschütterungen, die Friedrich Nietzsches Umwertung aller Werte allenthalben hervorrief”. Emotionalität und Libido, felsenfeste Religiosität und Autoritätsgläubigkeit - eine ungeheuer …

Weiter lesen
Constantin Floros, geb. 1930 in Saloniki, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Wien. 1955 Promotion, 1961 Habilitation. Von 1967 bis 1995 war er als Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt Musik des Mittelalters und des 18., 19. und 20. Jahrhunderts tätig. Er ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Erfurt und Präsident der Mahler-Vereinigung Hamburg.

Blick ins Buch "Anton Bruckner"

2 Marktplatz-Angebote für "Anton Bruckner" ab EUR 24,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 24,95 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung Syndikat Buchdienst 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 39,90 1,40 Banküberweisung Greengabler 100,0% ansehen
Mehr von