Fast zwanzig Jahre ist es her, seit Waris Dirie ihre Familie bei
der Flucht aus Somalia zurücklassen musste. Und immer war sie im
Ungewissen, ob Eltern und Geschwister in dem von Krieg und Hunger
gepeinigten Land noch lebten oder nicht. Ausgelöst durch eine
persönliche Krise, fasst sie eines Tages den Entschluss, nach
Somalia zurückzukehren. Die Ankunft in ihrer Heimat und die
Wiederbegegnung mit ihrer Familie wird für Waris Dirie zur
Herausforderung, sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auf
sehr persönliche Art auseinanderzusetzen.
Waris Dirie wuchs in einer Nomadenfamilie in der somalischen Wüste auf. Im Alter von fünf Jahren erlebte sie die Qualen der Beschneidung - ein Ritual, an dessen Folgen ihre Schwester und zwei Cousinen gestorben sind. Mit vierzehn floh sie zu Verwandten nach Mogadischu und arbeitete dann vier Jahre als Hausmädchen bei ihrem Onkel in London. Mit achtzehn wurde Waris Dirie als Model entdeckt. Lange war es ihr nicht möglich, darüber zu sprechen, was ihr in jungen Jahren zugestoßen war. Doch nach und nach reifte in Waris Dirie der Entschluss, ihre Leiden vor der Öffentlichkeit nicht mehr länger zu verheimlichen. Sie schrieb ihr Aufsehen erregendes erstes Buch Wüstenblume , das zu einem riesigen Bestseller in 21 Ländern wurde und auch in Deutschland über 100 Wochen auf der Bestsellerliste stand. Heute lebt sie mit ihrem kleinen Sohn in New York und engagiert sich als Sonderbotschafterin der UNO gegen die Beschneidung von Frauen, die noch heute in 28 Ländern der Welt praktiziert wird.
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