Wiedergeboren - Sontag, Susan

Susan Sontag 

Wiedergeboren

Tagebücher 1947-1963. Vorwort: Rieff, David

Übersetzung: Razum, Kathrin
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Wiedergeboren

Bereits mit fünfzehn vertiefte sie sich in Rilke und Gide, mit siebzehn heiratete sie ihren Professor: Susan Sontag war eine ungewöhnliche Frau. Ihr Lebenshunger und ihre unstillbare Wissbegierde führten die junge Intellektuelle von Kalifornien nach Chicago, später nach Paris und New York. Die frühen Tagebuchnotizen der Kunstbegeisterten bieten unvermutete Einblicke in ihre widersprüchliche Persönlichkeit: Das Private - ihre Ehekrise, ihre Liebschaften und ihre Homosexualität - sind der Anlass für weitreichende, tiefsinnige Betrachtungen. Ihr intimes Selbstporträt ist das Zeugnis eines einzigartigen intellektuellen Werdegangs und gleichzeitig ein Zeitdokument ersten Rangs.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 379 S.
  • Seitenzahl: 379
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23494
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 34mm
  • Gewicht: 535g
  • ISBN-13: 9783446234949
  • ISBN-10: 3446234942
  • Best.Nr.: 27975813
"Die Tagebuchnotizen der jungen Susan Sontag offenbaren die Innenwelt der amerikanischen Essayistin. Darin gibt das Gefühl dem Intellekt die Sprache." (FAZ)

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Tanja Schwarzenbach scheint ganz trunken vom Herumwühlen im Nachlass Susan Sontags im Keller der University of California. Die Vorstellung des ersten Teils von Sontags Tagebüchern (1947-1963) gerät darüber leider ins Hintertreffen. Allerdings findet Schwarzenbach für uns heraus, dass die Bücher wohl für die Öffentlichkeit bestimmt waren, käme das doch, so mutmaßt die Rezensentin, dem Wunsch der Autorin entgegen, nicht nur als Essayistin und Intellektuelle, sondern auch als bedeutende Literatin in Erinnerung zu bleiben. Die Bücher selbst, schreibt Schwarzenbach, seien mal kryptisch, mal detailliert und sehr intim.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.03.2010

Nicht lächeln, nicht verbindlich sein
Als die amerikanische Essayistin Susan Sontag 2004 starb, hinterließ sie über hundert Tagebücher: Der erste daraus veröffentlichte Band „Wiedergeboren” ist der Selbstbildungsroman einer jungen Intellektuellen Von Thomas Steinfeld
Die junge Frau ist noch gar keine Schriftstellerin, geschweige denn eine Intellektuelle, als sie schreibt: „Was bedeutet es, jung an Jahren zu sein und plötzlich der Qual, der Intensität des Lebens gewahr zu werden?” Genauer: Die Autorin dieser Zeilen ist eigentlich noch keine Frau, sondern ein gerade erst fünfzehn Jahre altes Mädchen aus Tuscon/Arizona, das größtenteils bei den Großeltern aufwuchs und gerade in North Hollywood die Oberschule abschließt. Und, was bedeutet es, dieses Gewahrwerden? Das kluge Mädchen hat mehr als eine Antwort: „Es bedeutet, sich der eigenen Anmaßung quälend bewusst zu sein”, lautet die beste, und sie ist quälend ernst gemeint. Denn nichts an diesem Mädchen erscheint angelesen und unbegriffen, nichts erscheint geliehen und als Pose gebraucht. Alles ist gedacht, und wenn sie schreibt, dass ein idealer Staat sich nicht nur durch ausreichenden …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.06.2010

Halt, so schnell kann ich nicht wachsen!

Ihre Zweifel vertraute sie nur den Tagebüchern an: "Wiedergeboren" gibt intimste Einblicke in den Lebensalltag der amerikanischen Vorzeigeintellektuellen Susan Sontag in den Jahren 1947 bis 1963.

Die meisten Amerikaner beginnen den Liebesakt, als sprängen sie mit geschlossenen Augen aus dem Fenster", schrieb Susan Sontag 1962 in ihr Tagebuch. Sie war eine der bissigsten Kritikerinnern ihres Landes, und noch mit fast siebzig Jahren löste sie im September 2001 einen Skandal aus mit dem kühlen Satz: "Was immer man über jene sagen mag, die das Blutbad vom Dienstag angerichtet haben - Feiglinge waren sie nicht."

Viele ihrer Landsleute hätten sie am liebsten gelyncht damals, trotz ihrer großen Verdienste, die natürlich niemand bestritt. Immerhin hatte sie Amerikas Intelligenz mit den wichtigsten europäischen Schriftstellern und Filmemachern bekannt gemacht, von Benjamin über Canetti und Sarraute bis Fassbinder, Godard und Bergman. Und das so leidenschaftlich, klarsichtig und unermüdlich, wie sie alles betrieb, was sie interessierte.

Welch unglaublichen Zweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen …

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Susan Sontag, 1933 in New York geboren, ist Schriftstellerin, Filmemacherin und Theaterregisseurin. Sie erhielt unter anderen den Jerusalem Prize, den National Book Award, den Prinz-von-Asturien-Preis und 2003 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sie starb 2004 in New York.

Leseprobe zu "Wiedergeboren"

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