Vorbei - Schädlich, Hans J.

Hans J. Schädlich 

Vorbei

Drei Erzählungen. Ausgezeichnet mit dem Preis der SWR-Bestenliste 2007 und dem Bremer Literaturpreis 2008

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Vorbei

Ein kostbares Buch (FAZ)
Kein Zweifel, Schädlich ist einer der wichtigsten heute schreibenden deutschen Autoren.

Drei Erzählungen, drei Leben, die thematisch miteinander verbunden sind. Drei Leben, die auf den Tod zugehen.

TUSITALA Auf dem Schiff, das 1721 aufbrach, um das geheimnisvolle Südland zu finden, reisen Freunde und Verwandte nach Samoa, um Robert Louis Stevenson zu besuchen. Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts spiegeln sich geheimnisvoll ineinander.
TORNIAMO A ROMA
Winckelmann in Italien. auf dem Vesuv.
CONCERT SPIRiTUEL Stationnen im Leben des Komponisten Antonio Rosetti, der kurz vor seiner Berufung nach Berlin in Ludwigslust stirbt.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 158 S.
  • Seitenzahl: 158
  • rororo Taschenbücher Nr.25203
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 117mm x 13mm
  • Gewicht: 135g
  • ISBN-13: 9783499252037
  • ISBN-10: 3499252031
  • Best.Nr.: 25632611
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.05.2007

Eine Wieder-Entdeckungsreise
Knapper Stil, große Kunst: Hans Joachim Schädlichs Erzählungsband „Vorbei”
Scheint das Glück nah, steht Wunscherfüllung bevor, und glaubt man wenigstens zu wissen, wie man leben sollte, dann ist es meist zu spät und man muss gehen. Kalendersprüche, Schlagerverse und kitschig-komische Geschichten berichten davon. In der Braut, die vor dem Altar verstirbt, wie im Bettler, der in dem Augenblick, da er im Lotto gewann, einem Herzinfarkt erliegt, erkennen wir Bilder der conditio humana. Aber sie taugen nicht viel, sind zu grob und zugleich zu saftig. Nur sentimentale Gemüter oder larmoyante Köpfe erfreuen sich an derlei Schicksalsschlägen in pompöser Kostümierung. Sie sind für schwache Stunden. Literatur aber, die in bester Kitschvermeidungsabsicht über solche Erfahrungen schweigt, wird läppisch, Journalismus, S-Bahn-Lektüre.
„Vorbei” heißt das neue Buch des großen Romanciers Hans Joachim Schädlich. Der Titel ruft den Tod als ewigen Refrain des Lebens ebenso herauf wie er an das Verfehlen des Ziels erinnert. Für diese drei Erzählungen gibt man leichten Herzens zwei Dutzend „spannender”, „abgründiger”, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.03.2007

Die Phantasie des Protokollanten

Hans Joachim Schädlich hat es immer schon meisterhaft verstanden, aus Dokumenten, Berichten und den Klängen fremder Stimmen literarische Funken zu schlagen. In seinen neuen Erzählungen spürt er den Lebensgeschichten von Stevenson, Winckelmann und Rosetti nach. Eindringlich erzählt Schädlich vom lauernden Tod und seiner Sinnlosigkeit.

Von Peter von Matt

Ein kostbares Buch. Eine Prosasonate in drei Sätzen, erzählt in Hans Joachim Schädlichs ganz und gar eigentümlicher Weise. Diese ist weit musikalischer, als ihr auffälligstes Merkmal vermuten lassen könnte. Ganz unübersehbar nämlich ist bei Schädlich das Arbeiten mit Dokumenten und Tatsachen, mit Zeugnissen, Berichten, Protokollen. Der nüchterne Ton solcher Nachrichten stellt wohl den äußersten Gegensatz zu dem dar, was man sich unter musikalischer Prosa vorstellt. Aber wie die verschrobene Syntax amtlicher Erlasse aus den Kanzleien des späten achtzehnten Jahrhunderts unter Kleists Händen zu einem betäubenden Rhythmus fand, so gewinnt das trocken Registrierte und Referierte im Erzählen Schädlichs unverwechselbaren Klang und Zug. Zitat und …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ein "kostbares Buch" sieht Peter von Matt in diesem Band mit drei Erzählungen von Hans Joachim Schädlich. Die Erzählungen, in denen Schädlich den Lebensgeschichten von Stevenson, Winckelmann und Rosetti nachgeht, handeln für ihn vom "lauernden Tod und seiner Sinnlosigkeit". Insbesondere die Winckelmann-Erzählung zeichnet sich seines Erachtens durch eine beklemmende Intensität aus. Bewundernd äußert er sich vor allem über Schädlichs Stil und attestiert ihm, souverän Zeugnisse, Berichte und Protokolle in seine Prosa zu integrieren. Sein Erzählen bewege sich damit stets in einer schwankenden Balance zwischen Dokument und Fiktion, wobei nie ganz klar sei, was nun Zitat aus Dokumenten sei und was sich dem freien Erzählspiel verdanke. Das Ergebnis dieses Verfahrens scheint Matt jedenfalls nicht nur absolut stimmig, sondern auch erstaunlich musikalisch und eindringlich.

© Perlentaucher Medien GmbH
Geboren am 08.10.1935 in Reichenbach (Vogtland), studierte Hans Joachim Schädlich Gemanistik in Berlin und Leipzig und promovierte mit einer Arbeit über "Die Phonologie des Ostvogtländischen" (1966). Von 1959 bis 1976 war er an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften tätig, anschließend als freier Übersetzer. In der DDR nicht veröffentlicht und als Unterzeichner der Biermann-Resolution attackiert, konnte Schädlich im Dezember 1976 ausreisen. 1988 Literaturpreis für Kurzprosa, Hamburg, Thomas-Dehler-Preis 1989, 1992 Johannes-Bobrowski-Medaille Berlin und Heinrich-Böll-Preis Köln. 1988 Brüder-Grimm-Gastprofessur an der GHS Kassel. Mitglied der Dt. Akademie für Sprache und Dichtkunst.

Leseprobe zu "Vorbei"

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