Mitten im brasilianischen Dschungel, am Amazonas, kommt Sueli
Menezes zur Welt - und wird von ihrer Mutter ausgesetzt, vor der
Tür einer fremden Familie. Ihre Kindheit geprägt von den Gefahren
des tropischen Regenwaldes und der Brutalität des Pflegevaters, der
über die Familie herrscht wie ein Tyrann. Eines Tages beobachtet
ein französischer Ingenieur, wie das sechsjährige Mädchen
mißhandelt wird. Er bietet Sueli an, sie in die Großstadt Manaus
mitzunehmen und für sie zu sorgen. Suelis Leben nimmt eine
unverhoffte Wendung?
In ihrer Kindheit misshandelt, aufgewachsen in der Großstadt, eine
Vergewaltigung, eine Liebe, die nicht sein darf, eine
Bekanntschaft, die sie nach Europa führt, Ehe und Scheidung in
Österreich, Spendenaktionen für brasilianische Straßenkinder - der
Lebensweg einer Indianerin.
Suelis Geschichte beginnt Anfang der siebziger Jahre mitten im
brasilianischen Dschungel. Sie ist ein Findelkind, wie sie erst
viel später erfährt. Ihren Vornamen verdankt sie der Beschriftung
auf einer Zündholzschachtel, den Nachnamen gaben ihr
Provinzbeamte.
Die üppige Natur des tropischen Regenwalds und die Unbarmherzigkeit
des Mannes, der, wie sie heute weiß, ihr leiblicher Vater ist, sind
ihre ersten prägenden Erfahrungen. Sie muss sich vor Anakondas und
Piranhas ebenso in Acht nehmen wie vor den Gewaltausbrüchen des
Familienoberhaupts. Nur der geliebte Großvater bietet ihr Schutz
und Geborgenheit.
Eines Tages nimmt ihr Leben eine unverhoffte Wendung. Ein
Ingenieur, der sich in ihrem Dorf aufhält, beobachtet, wie sie
brutal misshandelt wird, und schlägt vor, fortan für die etwa
sechsjährige zu sorgen. Die Familie ist einverstanden, und so
wächst Sueli in Manaus auf, der Hauptstadt Amazoniens, einer für
sie zunächst vollkommen fremden Umgebung, mit der sie nur langsam
vertraut wird. Ihr Gönner kümmert sich wie ein Vater um sie, doch
als sie ungefähr 14 Jahre alt ist, wartet sie vergeblich auf seine
Rückkehr von einer Europareise. Sie muss sich nun allein
durchschlagen ...
Sueli Menezes, geb. 1968 mitten im Amazonasdschungel. Mitte der 80er Jahre kam sie nach Wien und arbeitete zunächst als Tänzerin in einem bekannten Ensemble. Heute ist sie Übersetzerin und engagiert sich für soziale Projekte in ihrer Heimat. Sueli Menezes wurde Kommissionsmitglied im Integrationsprogramm des österreichischen Innenministeriums und unternahm zahlreiche Reisen nach Brasilien, u. a. mit dem ORF für einen Dokumentarfilm über ihre Geschichte. Ihr Buch Amazonaskind wurde ein Bestseller. Sie hat drei Söhne und lebt in Wien.
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