Die Finkler-Frage - Jacobson, Howard

Howard Jacobson 

Die Finkler-Frage

Roman. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize for Fiction 2010

Übersetzung: Robben, Bernhard
Gebundenes Buch
 
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Die Finkler-Frage

Von Männerfreundschaft, Liebe, Sex, Tod, und was es bedeutet, jüdisch zu sein - sprachlich raffiniert nimmt Howard Jacobson die Obsessionen unserer Zeit ins Visier und hat mit "Die Finkler-Frage" einen beißend-klugen und dabei hochkomischen Gegenwartsroman geschrieben.

Julian Tresloves Leben ist ein Scherbenhaufen. Gescheitert als Redakteur der BBC, gescheitert in seinen Beziehungen zu Frauen, gescheitert als Vater seiner zwei Söhne. Eines Abends wird Treslove Opfer eines Überfalls und glaubt zu hören, wie die Angreiferin ihn als Juden beschimpft - und ist auf perverse Art glücklich. Endlich gehört er irgendwo dazu. Was nur werden seine beiden Freunde zu diesem Gesinnungswandel sagen? Beide sind Juden und wären es lieber nicht ...

"Ein wahrhaft Großer! Ein herausragender Autor!" -- Jonathan Safran Foer

"Der britische Philip Roth!" -- Daily Mail

'Die Finkler-Frage ist ein Meisterwerk der Tragikomik, rückt den britischen Roman näher an den zeitgenössischen, amerikanischen Roman und erweitert den State of the Empire um eine jüdische Komponente.' -- Die Zeit


Produktinformation

  • Verlag: Dva
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 436 S.
  • Seitenzahl: 436
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 147mm x 38mm
  • Gewicht: 624g
  • ISBN-13: 9783421045232
  • ISBN-10: 3421045232
  • Best.Nr.: 33336479
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.09.2011

Die witzigste jüdische Versuchung seit Philip Roth

Wer kennt den Briten Howard Jacobson? Nicht nur, weil er den Booker-Preis gewonnen hat, sollte man "Die Finkler-Frage" unbedingt lesen: Der Roman ist großartig komisch und klug.

Anders als die amerikanische hat die britische Literatur keine ausgeprägt jüdische Romantradition, obwohl es, von Anita Brookner über Stephen Fry oder Zoe Heller bis zu Harold Pinter, durchaus nicht an Autoren fehlt. Es war der junge amerikanische Schriftsteller Jonathan Safran Foer, der im vergangenen Jahr auf diese Lücke hinwies: Hätte Howard Jacobson seine bisherigen Romane statt in Großbritannien in den Vereinigten Staaten verfasst, so Foer, wäre er dort inzwischen einer der ganz Großen und würde in einem Atemzug genannt werden mit Saul Bellow und Philip Roth, und, wie man hinzufügen darf, auch Safran Foer selbst.

Aber Howard Jacobson, der nach eigenem Bekunden "lieber die jüdische Jane Austen als der englische Philip Roth" sein möchte, ist eben kein amerikanischer Schriftsteller - und als Leser kann man nur sagen: zum Glück. Denn es ist schon sehr lange her, dass Philip Roth so witzig, sarkastisch und …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Geistreich und unterhaltsam sieht Rezensent Thomas Hermann Howard Jacobson die heikle "Gratwanderung" bewältigen, die sein mit dem Booker-Preis ausgezeichneter Roman unternimmt: Der britische Autor reproduziert und reflektiert Vorurteile und Klischees über Juden und spielt dabei auch mit den vorgefassten Meinungen seiner Leser, stellt der Rezensent amüsiert fest. Erzählt wird vom Imitationskünstler und "Stadtneurotiker" Julian Treslove, der, weil er glaubt Opfer eines antisemitischen Anschlags geworden zu sein, für sich das Judentum entdeckt, erfahren wir. Manchmal lässt Jacobson seine Figuren leider gar zu gedankenschwer daherkommen und dann liest sich dieser kurzweilige Roman streckenweise doch wie ein "Thesenroman", muss Rezensent Hermann zugeben. Die Auseinandersetzung mit der Frage, was Jüdischsein eigentlich auszeichnet und welche spezifischen, mitunter "widersprüchlichen" Haltungen damit zusammenhängen, belasten das überschaubare Handlungsgerüst mitunter über Gebühr, so Hermann, der dennoch dankbar ist, dass mit der Literaturauszeichnung nun ein hierzulande fast unbekannter Autor verdiente Beachtung erfährt.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Nein, über die Dramaturgie kriegt einen der letztjährige Bookerpreisgewinner wahrlich nicht. Selbst der Überfall, in den der Held Julian Treslove gerät, ist in seiner Betrachtung dermaßen gedehnt und durchanalysiert, dass eventuelle Spannung im Keim erstickt wird. Dennoch, er ist ein Wendepunkt in Julians Leben. Das war bisher gelinde gesagt eher wertlos. Und nach besagtem Überfall weiß Julian endlich, woran das liegt: Dass ihn sein Angreifer als Juden beschimpft, gibt ihm ungeahnten Auftrieb - endlich fühlt er sich irgendwo dazugehörig. Nun kann er vielleicht endlich mitreden, wenn seine beiden engsten jüdischen Freunde das moderne Judensein in all seinen Einzelteilen beleuchten. Und da hätten wir gleichwohl den größten, aber auch anfälligsten Punkt in Howard Jacobsons Roman "Die Finkler Frage". Die trockene Ironie, mit der hier jüdisches Leben auseinander genommen wird, verstaubt teilweise in langwirigen, drögen, wenngleich sprachlich meisterhaften Dialogpassagen. Stark wird der Roman jedoch, wenn man ihn über die jüdische Selbstreflektion hinausgehend betrachtet. Wenn man die fehlgeleitete Besessenheit des Helden nicht ausschließlich als Witz ansieht, sondern als etwas Gegenwärtiges. Als etwas, das bei viel zu vielen vorherrscht. Und dann ist die Erkenntnis, wie bescheuert Menschen à la Julian Treslove eigentlich sind, auch gleich doppelt so komisch. (ml)

»Jacobsen erforscht witzig und scharfsinnig, was es heißt jüdisch zu sein - politisch, gesellschaftlich, emotional, kulturell.«

"Oszillierend zwischen Komik und Trauer, Selbstironie und Selbstoffenbarung und voller Sprachwitz, beweist Jacobson, dass sich Komik und Größe literarisch keineswegs ausschließen." FAZ, 01.08.2011

»Jacobsen erforscht witzig und scharfsinnig, was es heißt jüdisch zu sein - politisch, gesellschaftlich, emotional, kulturell.«
Howard Jacobson, 1942 in Manchester geboren, hat zahlreiche Romane und mehrere Sachbücher vorgelegt. Jacobson zählt zu den renommiertesten Autoren Großbritanniens, er hat schon viele literarische Ehrungen erhalten, der Roman "Die Finkler-Frage" wurde 2010 mit dem Booker-Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis der englischsprachigen Welt.

Leseprobe zu "Die Finkler-Frage" von Howard Jacobson

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 21.10.2011 ***** sehr gut
Ich habe das Buch verschenkt. Es kam sehr gut an.

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