Das Familientreffen - Enright, Anne

Anne Enright 

Das Familientreffen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2007

Aus d. Engl. v. Hans-Christian Oeser
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Produktbeschreibung zu Das Familientreffen

Die Gewinnerin des Booker-Preises 2007!

Der Hegarty-Clan versammelt sich in Dublin, um Liam, das schwarze Schaf der Familie, zu Grabe zu tragen - doch schnell gerät der Anlass zur Nebensache. Nur Veronica wagt es, nach den Umständen zu fragen, die ihren Bruder in den Tod getrieben haben mögen. Ein beeindruckend intensiver Roman über die Frage nach Schuld und Verantwortung, nach der Liebe und ihren Folgen.

Als Kinder haben sie sich stets alle Geheimnisse anvertraut, und auch als Erwachsene sind Veronica und ihr Bruder Liam noch immer aufs Engste miteinander verbunden. Doch dann stürzt Liam sich mit Steinen in den Hosentaschen ins Meer, und Veronica bleibt allein zurück mit der Frage nach dem Warum. Während sie im Dubliner Elternhaus die Beerdigung vorbereitet, überwältigen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit, an ihre Großmutter, die aus Vernunftgründen auf die Liebe ihres Lebens verzichtete, an ihre Mutter, die sich nach den vielen Geburten und Fehlgeburten nicht einmal die Namen all ihrer Kinder merken konnte. Und an jenen Tag, an dem ihrem Bruder Liam, gerade neun Jahre alt, etwas angetan wurde, vor dem sie ihn hätte beschützen müssen.

Ein bewegender Roman, dessen sprachliche Finesse und eindrucksvolle Bildlichkeit einen bisher ungekannten Blick auf das verletzliche Wesen der menschlichen Seele zu werfen vermag.

'Ein starkes, unbequemes und zuweilen sogar wütendes Buch... Ein schonungsloser Blick auf eine trauernde Familie in harter, beeindruckender Sprache... Ein sehr lesbarer Roman.' Aus der Jury-Begründung des Man Booker Prize

'Anne Enrights Prosa ist pechschwarz - aber wie sie glitzert!' The New York Times

'Anne Enright schreibt so elegant und brillant wie Joan Didion; sie verfügt über eine Auffassungsgabe so groß wie die Alice Munros; die Sympathie, die sie ihren Figuren entgegenbringt, ist so mitfühlend und feinsinnig wie Alice McDermotts; ihre Vision Irlands ist so mutig und so originell wie die Edna O'Briens. DAS FAMILIENTREFFEN ist Enrights bestes Buch.' Colm Tóibín

"Und so ist Das Familientreffen, last, not least, auch ein Buch über das Spektrum der Liebe, die ein Geschenk sein kann - und eine Unfreiheit. Zugegeben: Mitunter tönt Veronicas Stimme, Veronicas Wut schrill in den Ohren. Mitunter verwackeln der Erzählerin im hohen Ton aufgewühlter Emotionen die Sprachbilder. Und doch ist es Anne Enright - und auch ihrem Übersetzer Hans-Christian Oeser - gelungen, das ganze Gewicht einer Lebenskrise einer leichten Sprache von hoher Assoziationskraft anzuvertrauen." Die ZEIT

"Ein starkes, unbequemes und zuweilen sogar wütendes Buch... Ein schonungsloser Blick auf eine trauernde Familie in harter, beeindruckender Sprache... Ein sehr lesbarer Roman." Aus der Jury-Begründung des Man Booker Prize

"Dass Anne Enright für diesen schonungslosen Roman mit seiner hinreißend gnadenlosen Sprache den renommierten Booker Prize gewonnen hat, ist mehr als verdient. Eine glitzernde, dunkle Perle von Buch." Brigitte

Produktinformation


  • Verlag: Dva
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 343 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 136mm x 35mm
  • Gewicht: 489g
  • ISBN-13: 9783421043702
  • ISBN-10: 3421043701
  • Best.Nr.: 23816654
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2008

Unseren Knochen eingeschrieben
Klar wie der Hass: Anne Enrights "Das Familientreffen" / Von Rose-Maria Gropp

Einmal fährt Veronica, die Erzählerin in diesem Buch, aus der Stadt hinaus und hat das Gefühl, dass sie schon bald, lange bevor sie das Ufer erreicht, mit ihrem Auto ins Gleiten über dem Wasser gerät, das an die Bucht von Dublin andrängt. Nichts ist an seinem sicheren Ort in diesem Roman. Nicht die Lebenden und nicht die Toten, nicht die Wirklichkeit und nicht die Phantasie, nicht die Liebe und nicht die Körper, nicht die Vergangenheit und nicht die Zukunft. Das kündigen schon die ersten drei Sätze an: "Ich möchte niederschreiben, was im Haus meiner Großmutter geschah in dem Sommer, als ich acht oder neun war. Aber ob es wirklich geschehen ist? Mit Gewissheit kann ich es nicht sagen." Ich - heißt das erste Worte dieses Romans. Und was folgen wird, ist durch diese Instanz nicht gesichert. Jedoch der Leser muss dem Roman vertrauen; denn er tritt immer wieder ganz nah an die Wahrheit heran, an die Schmerzgrenzen.

Auch noch der deutsche Titel "Das Familientreffen" meint mehr als die Zusammenkunft einer Zwangsgemeinschaft …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rezensentin Julika Griem betont, dass der Familienroman der letztjährigen Man-Booker-Preisträgerin Anne Enright den Fallen der Klischee beladenen Irlandliteratur entgeht, da er sich nicht in Alkohol und Glauben ergeht, sondern, wie es die Gegenwart verlangt, von Inzest und Alkohol handelt, also dem, was man gemeinhin ein "dunkles Familiengeheimnis" nennt. Im Mittelpunkt steht die 39-jährige Ich-Erzählerin Veronica, die den Selbstmord ihres Bruders Liam zum Anlass nimmt, sich einer "schonungslosen Selbstbefragung" zu unterziehen. Der Blick zurück in die Vergangenheit, der bis 1925 in die Jugendjahre der Großmutter reicht, bringt es schließlich ans Tageslicht. Die Rezensentin lobt neben dem "hochkomischen Talent" der Autorin auch die "sezierende und ergreifende Weise", wie Erinnerung und Vergessen miteinander verflochten wurden.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Veronica hat alles: wunderbare Töchter und ein schön eingerichtetes Haus, einen "wartungsaufwändigen Mann", einen toten Bruder, ein Geheimnis. Veronica ist 39 und erwachsen, zugleich aber immer noch eines der vielen Kinder ihrer konturlosen irischen Mutter. Der Tod ihres Bruders Liam reißt sie in einen Strudel aus echten und falschen Erinnerungen, aus Dichtung, Wunsch, Alptraum und Wahrheit. Mit Hilfe von Familiengeschichte und -geschichten fängt Veronica die Mischung aus Liebe, Hass und Gleichgültigkeit ein, die in ihr brodelt. In einer Sprache, die scharf und schön ist wie zerbrochenes Glas, führt Anne Enright im Laufe des Romans in hunderte kleiner Sackgassen, illustriert das Gefühl der Ausweglosigkeit. Mit einer Lösung für die Probleme der Heldin wartet "Das Familientreffen" nicht auf; was goldrichtig ist. Das hat auch die Jury des Booker-Preises 2007 erkannt und gewürdigt. (kab)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.02.2009

Iren trinken, Iren prügeln, Iren sind lustig
Anne Enright und ihr international erfolgreicher Roman „Das Familientreffen”
Bei Lesern wie bei Fernsehzuschauern scheint der Bedarf an Familiengeschichten unerschöpflich zu sein, auch und gerade jenseits der großen Epen, die von Generationskonflikten und Clan-Querelen der imposanteren Art handeln. Als hätte nicht jeder von uns genug an seiner real existierenden Sippe zu tragen, lässt sich die Mehrheit mit Vorliebe vom Blick hinter anderer Leute Gardinen unterhalten, wo es meist etwas krasser zugeht als in den eigenen vier Wänden, ansonsten aber alles hübsch wiedererkennbar bleibt. Ist die Romanfamilie beispielsweise in Irland beheimatet, muss getrunken, geprügelt und die Sexualität durch katholische Repression beeinträchtigt oder fehlgeleitet werden, um jene Authentizität herzustellen, die ein irisches oder an Irland interessiertes Publikum in den Lesesessel zwingt. Die Kunstfertigkeit des Autors erweist sich darin, wie weit es ihm gelingt, mit den Mitteln der Sprache das abgegriffene Genre neu zu beleben und die Grenzen des Milieus durchlässig zu machen für allgemeinere menschliche Belange.
Die bis …

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»Ein starkes, unbequemes und zuweilen sogar wütendes Buch Ein schonungsloser Blick auf eine trauernde Familie in harter, beeindruckender Sprache Ein sehr lesbarer Roman.« Aus der Jury-Begründung des Man Booker Prize

»Anne Enrights Erzählerin redet viel, aber meistens konzentriert und intelligent. Sie enthüllt eine Menge unerfreulicher Umstände und Zusammenhänge, verliert jedoch nur selten ihren schwarzen Humor. Gegen Kitsch und Klischees ist auch diese Familiengeschichte nicht völlig gefeit, was vermutlich in der Natur des Genres liegt. Das gute alte Irland grüßt mit Alkohol, Gewalt, unglücklichem Sex und repressivem Katholizismus, und doch hat es wieder eine neue, vitale Stimme gefunden. Mehr kann man von einem Buch, das mit dem wichtigsten Literaturpreis Großbritanniens ausgezeichnet wurde, heutzutage kaum verlangen.«

"Tatsächlich könnte Anne Enright für diesen Roman einen Waffenschein brauchen. Als Schriftstellerin ist sie schlicht ein großes Kaliber." Die Welt

»Anne Enrights Erzählerin redet viel, aber meistens konzentriert und intelligent. Sie enthüllt eine Menge unerfreulicher Umstände und Zusammenhänge, verliert jedoch nur selten ihren schwarzen Humor. Gegen Kitsch und Klischees ist auch diese Familiengeschichte nicht völlig gefeit, was vermutlich in der Natur des Genres liegt. Das gute alte Irland grüßt mit Alkohol, Gewalt, unglücklichem Sex und repressivem Katholizismus, und doch hat es wieder eine neue, vitale Stimme gefunden. Mehr kann man von einem Buch, das mit dem wichtigsten Literaturpreis Großbritanniens ausgezeichnet wurde, heutzutage kaum verlangen.«
Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren und lebt heute im irischen Bray, County Wicklow. Ihre Werke sind mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Doch erst mit dem Booker-Erfolgsroman gelang ihr der internationale Durchbruch - "Das Familientreffen" ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller.

Leseprobe zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

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