Markus Lüpertz, Hauptwege und Nebenwege

Markus Lüpertz, Hauptwege und Nebenwege

Eine Retrospektive. Bilder und Skulpturen von 1963 bis 2009. Katalog zur Ausstellung Kunst- und Ausstellungshalle der BRD Bonn, 2009/2010

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Markus Lüpertz, Hauptwege und Nebenwege

Markus Lüpertz hat nie an den reinen Abbildungscharakter der Kunst geglaubt, sich vielmehr, wie er selbst sagt, immer "auf der Suche nach dem möglichen Bild" gesehen und sich so keiner Stilrichtung verpflichtet gefühlt. Gerade deshalb ist es ihm gelungen, seine Werke aus einem großen kunst- und kulturhistorischen Fundus frei, in eigener Handschrift zu gestalten, Bilder(-zeichen) zu schaffen, die nur mit ihm verbunden werden können und von einer gereiften wie energischen Freiheit sprechen, die für die ein oder andere Künstlergeneration als Vorbild gilt. So sind jüngere Kollegen wie Peter Doig, Tal R oder Thomas Houseago längst seine Fans. Die Ausstellung und das umfangreicher gefasste Buch haben es sich zur Aufgabe gemacht, hinter die "große Geste" zu schauen, Lüpertz' bewusstes Spiel mit der Rolle des Künstlers also hautnah zu verfolgen und sein facettenreiches, ebenso leidenschaftliches wie intellektuelles Schaffen in einer breiten Auswahl von etwa 150 Gemälden und Skulpturen, darunter viele noch heute überraschende Frühwerke, vorzustellen. Das reicht von den ersten Werken der "dithyrambischen", "antiabstrakten" Malerei der 1960er Jahre, nahe der Pop-Art, bis hin zu den intensiven Auseinandersetzungen mit dem mythologischen und klassischen Themenkanon in den letzten Jahrzehnten und wird durch einen umfangreichen Teil fotografischer Dokumente eindrucksvoll begleitet. Die Retrospektive in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn steht in der Kontinuität der in den letzten zwanzig Jahren präsentierten Ausstellungen mit den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart und stellt Markus Lüpertz bewusst an die Seite von Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz. Markus Lüpertz has never believed in the purely representational purpose of art, but, in his own words, has always been "searching for the potential picture" and thus doesn't feel bound by any one style. Precisely for this reason, he has succeeded in freely creating works from a vast fund of artistic and historic-cultural material, devising coded paintings that bear his emphatic signature and which are themselves redolent of a mature and energetic freedom, which is in turn regarded by many a generation of artists as exemplary. In this way, younger artists, such as Peter Doig, Tal R, or Thomas Houseago, have been avid fans for some time now. The exhibition and the comprehensive accompanying catalogue set out to investigate the "large gesture", as well as to explore Lüpertz's conscious play with the role of the artist, duly presenting his multifaceted oeuvre and his passion and intellectual rigour in a large selection of 150 paintings and sculptures, including a number of early works, which still have the capacity to surprise one today. They range from the early examples of the "dithyrambic", "anti-abstract" painting from the 1960s with its proximity to pop art, to the intensive engagement with the mythological and classical canon of themes during the past few decades, all of which is impressively accompanied by an extensive section containing photographic documents. The retrospective exhibition held at the Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn builds on a successful series of exhibitions featuring leading German painters over the past twenty years, placing Lüpertz alongside artists such as Gerhard Richter, Sigmar Polke, and Georg Baselitz.

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. In der Folge der großen monografischen Ausstellungen deutscher Maler, wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz, präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle auf etwa 2000 qm die bislang umfangreichste Retrospektive von Markus Lüpertz. Sie zeigt eine repräsentative Auswahl von etwa 150 Gemälden und Skulpturen des 1941 geborenen Künstlers, der stets mit der Pose des "enfant terrible" und des "Malerfürsten" gespielt hat. Sein Werk umspannt einen Zeitraum von fast 50 Jahren und reicht von der "Anti-Malerei" nahe der Pop Art der 60er Jahre bis zur Auseinandersetzung mit der klassischen Malerei in den letzten Jahrzehnten.

Die Ausstellung hat sich zur Aufgabe gemacht, das leidenschaftliche, intellektuelle und vielseitige Schaffen von Markus Lüpertz zu entdecken. Sie präsentiert einen Künstler, der sich nie einer Stilrichtung verpflichtet hat, nie an den reinen Abbildungscharakter der Kunst geglaubt hat und der sich ständig - in eigenen Worten - "auf der Suche nach dem möglichen Bild" bewegt.

Die Präsentation spannt einen weiten Bogen von der "dithyrambischen Malerei", mit der Lüpertz Mitte der 60er Jahre Aufsehen erregte, über die "deutschen Motive" Anfang der 70er Jahre, die abstrakte "Stil-Malerei", die traumgleichen "Zwischenraumgespenster", die bekannten Daphne-Skulpturen, bis hin zu den in den 90er Jahren entstandenen "Landschaftsbildern" und den freien, aktuellen Werken aus den 2000er Jahren.

Von Beginn an widmete sich Markus Lüpertz neben der bildenden Kunst auch der Lyrik, der Prosa, der Musik und dem Theater. Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung würdigt diese Aspekte in zahlreichen Veranstaltungen. Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene greifen zudem Ausstellungsthemen auf und bieten eine Möglichkeit zum eigenständigen und kreativen Verständnis der gesehenen Werke.

Begleitet wird die Ausstellung von einem etwa 376 Seitenumfassenden Katalog, der neben den Abbildungen aller Exponate Beiträge von renommierten Autoren enthält.


Produktinformation

  • Verlag: Snoeck
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 375 S. m. zahlr. Farbabb. , 1 Ausfalttaf.
  • Seitenzahl: 376
  • Deutsch
  • Abmessung: 309mm x 258mm x 48mm
  • Gewicht: 2855g
  • ISBN-13: 9783940953216
  • ISBN-10: 3940953210
  • Best.Nr.: 27348475
Markus Lüpertz, geboren 1941 in Liberec (Böhmen), studierte 1956 bis 1961 an der Werkkunstschule Krefeld. 1962 Übersiedlung nach Berlin, 1966 Beginn der dithyrambischen Malerei nach den Kultliedern auf Dionysos. Ab 1976 Professur an der Kunstakademie Karlsruhe, ab 1986 an der Kunstakademie Düsseldorf, deren Rektorat er 1988 übernahm. Zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland, 1996 große Retrospektive in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, 1997 in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München.

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