Vier Zeiten - Weizsäcker, Richard von

Richard von Weizsäcker 

Vier Zeiten

Erinnerungen

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 14,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Vier Zeiten

Richard von Weizsäcker war der deutsche Bundespräsident, der mit Sicherheit das höchste Maß an Popularität in der Bevölkerung und auch innerhalb der politischen und intellektuellen Elite genoss. Sein Buch erzählt die Geschichte seiner Familie und beschreibt zugleich ihre Einbettung in die Historie vom Kaiserreich über die Republik von Weimar und das Dritte Reich bis zum Neuanfang nach dem Krieg.

Â"Auf die Erfahrungen dieses in aller Welt hochverehrten Politikers sollte niemand verzichten.Â"LebensLauf, Juli 2010


Produktinformation

  • Verlag: Pantheon
  • 2010
  • 2. Auflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 479 S. m. Fotos. 215 mm
  • Seitenzahl: 480
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 138mm x 38mm
  • Gewicht: 595g
  • ISBN-13: 9783570551189
  • ISBN-10: 3570551180
  • Best.Nr.: 27949879
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.03.2010

Oberster Bürger im imaginären Ältestenrat
Richard von Weizsäcker wird neunzig Jahre alt: Vier neue Biographien sind über ihn erschienen
Helmut Schmidts politischer Wegweiser „Außer Dienst” zählt zu den zehn erfolgreichsten Bestsellern der vergangenen zehn Jahre. Das liegt nicht daran, dass Schmidt so unterhaltsam ist. Von ihm erwarten die Leute sich mehr: Orientierungshilfe in unsicheren Zeiten. Gesucht werden derzeit weise Männer und Frauen, die den Bürgern erklären, was die Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft zu tun hat und wie man aus historischen Einsichten womöglich sogar Hoffnung für die Zukunft schöpfen kann. Gefragt sind nicht Revolutionäre, nicht kompromisslose Visionäre, sondern wohlmeinende Autoritätspersonen, die den Zuhörern ermöglichen, ihre eigene Geschichte als Teil eines großen Ganzen zu begreifen, das nicht notwendigerweise auf die Klimakatastrophe und Umverteilungskriege zusteuert. Lange ist der Respekt vor der Altersweisheit nicht mehr so groß gewesen.
Ostdeutschland hat wenig Personal, das dies Bedürfnis nach politisch-moralischer Sinnstiftung bundesweit befriedigt. Einige Kirchenleute kommen in Frage. Die alte …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Bei Weizsäcker über Weizsäcker lesen - gute Idee, findet Franziska Augstein. Das Buch nennt sie hochinteressant, stellenweise amüsant und stilistisch ausgezeichnet. Seine Wiederauflage und seine Lektüre erscheinen ihr lohnend, auch wenn der Autor über manches schweigt bzw. eher flüchtig hinweggeht, was für die Rezensentin von Interesse gewesen wäre: von Weizsäckers Zeit in der Wehrmacht etwa, sein Wissenstand bezüglich der Verbrechen in Leningrad und betreffend die Attentäter des 20. Juli, die zu seinem Regiment gehörten, wie Augstein weiß.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Auf die Erfahrungen dieses in aller Welt hochverehrten Politikers sollte niemand verzichten.«
Richard von Weizsäcker wurde 1920 in Stuttgart geboren. Nach einer erfolgreichen Karriere in der Industrie war er von 1981 - 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1988 - 1994 Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Er war der deutsche Bundespräsident, der das höchste Maß an Popularität in der Bevölkerung und auch innerhalb der politischen Elite genoß.§Er ist Autor zahlreicher Bestseller.

Leseprobe zu "Vier Zeiten" von Richard von Weizsäcker

"Als meine Tochter mit mir über mein der Erinnerung geltendes Buch sprach, riet sie in einer spontanen Regung davon ab, es nach dem zu Ende gehenden Jahrhundert zu betiteln. Für junge Menschen beginnt die Welt stets von neuem, zumal an der Schwelle zur kommenden Zeitrechnung. Sie wissen sehr wohl, daß sie nicht wurzellos herangewachsen sind. Aber was nun kommt, wollen sie selbst in die Hand nehmen. Das ist ein gutes Zeichen ihres Lebenswillens.
Gilt also, was Rilke empfahl: "Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter Dir, wie der Winter, der eben geht"? Als wäre er hinter Dir - ganz so ist es nicht. Jahreszeiten der Natur haben sowenig eine Stunde Null wie die Zeitfolgen in der Geschichte. Beider Zukunft ist schon in der Vergangenheit enthalten. Niemand entgeht diesem Zusammenhang. Deshalb erinnern wir uns.
Dabei erfahren wir aus der Geschichte nicht, was wir morgen
tun sollen. Sie hält keine Handlungsanweisungen für uns bereit.
Jacob Burckhardts Zuspruch, Geschichte mache "denMenschen nicht klug für ein andermal, sondern weise für immer", klingt in unseren Ohren heute befremdlich. Der große Skeptiker hatte
den Weg unseres Jahrhunderts nicht vorhergesehen. Doch auch an dessen Ende würde er uns wohl ans Herz legen, seine Aussage nicht zu überhören, vielleicht nun erst recht nicht.
Das zwanzigste Jahrhundert hat uns in extreme Lagen menschlicher Existenz geführt. Seine Prüfungen machen es schwer und legen es um so eher nahe, über bewußt erlebte Vergangenheit Rechenschaft abzulegen. Den Jungen wird das in ihrer eigenen Meinung nicht vorgreifen. Wenn Erziehung und Weitergabe von Erfahrung einen Sinn haben sollen, dann gehört
dazu, die junge Generation in ihrer geistigen Freiheit zu bestärken. Sie sollen das Zutrauen finden, den eigenen Augen, Gefühlen und Werten Glauben zu schenken. Für ihre Kraft, sich selbst zu entscheiden, wird ihnen aber die gewissenhafte Einsicht helfen, daß eine Zukunft auf sie wartet, in der ziemlich viel
von der Vergangenheit wirksam sein wird. Ein Geschichtsverständnis muß weiter zurückreichen als die eigene Biographie.
Was ich hier aufschreibe, ist kein Geschichtsbuch, sondern ein persönlicher Bericht über ein aus der Familie kommendes und in sie eingebettetes Leben. Ihrer Einstellung entsprach es, sich aktiv an den allgemeinen Aufgaben ihrer Zeit zu beteiligen.
Immer wieder waren ihre Erlebnisse mit der historischen Entwicklung verknüpft. So war es auch bei mir. Bei meiner Schilderung kann ich daher das eine vom anderen nicht säuberlich trennen. Dennoch geht es mir weniger um generelle Analysen als vielmehr um die Wiedergabe eigener Eindrücke und konkreter Begebenheiten.
Mein Weg führte mich durch vier Zeiten unseres Jahrhunderts, die ich aus meinem Blickwinkel kurz charakterisieren will:
Weimarer Republik - Hitler und Weltkrieg - Teilung Europas
und Deutschlands in der bipolaren Welt - Vereinigung.
I.
Die dramatischen Jahre der Weimarer Republik erlebte ich als
wohlbehütetes Kind zu Hause, zumeist in Berlin. Mein Großvater hatte seine landespolitisch führende Tätigkeit in Württemberg beendet. Mein Vater war als Diplomat vorwiegend mit Fragen des Völkerbunds beschäftigt. Die außerordentliche kulturelle Kreativität des zu einer europäischen Metropole herangewachsenen Berlin überstieg in dieser Zeit meiner ersten sieben Schuljahre meinen Horizont bei weitem. Aber die politische Ruhelosigkeit und die sozialen Spannungen waren uns Schülern deutlich bewußt. Ohne die Ereignisse in ihrem Zusammenhang zu begreifen, diskutierten wir sie auf dem Schulhof mit kindlichem Temperament. Als Zwölfjähriger lernte ich, täglich zweimal eifrig und neugierig Zeitung zu lesen.
II.
Dies war auch mein Alter, als Hitler an die Macht kam. Die folgenden Jahre verbrachte ich wegen des Diplomatenberufs meines Vaters fast ganz im Ausland. Nach Deutschland kehrte ich 1938 zurück, um meinen Wehrdienst abzuleisten.

7 Marktplatz-Angebote für "Vier Zeiten" ab EUR 3,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 3,00 4,50 Banküberweisung hne24 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,79 1,80 Banküberweisung meerli80 97,3% ansehen
Mit leichten äußeren Lagerspuren, daher 6,95 3,00 offene Rechnung Bücher Thöne 99,7% ansehen
7,00 2,00 Banküberweisung, offene Rechnung, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat Mayrhans 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 7,90 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung primatexxt 99,7% ansehen
12,00 2,00 offene Rechnung Antiquariat am Prater 100,0% ansehen
wie neu 14,20 0,00 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen