Talleyrand (eBook) - Willms, Johannes

Johannes Willms 

Talleyrand (eBook)

Virtuose der Macht 1754-1838

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Talleyrand (eBook)

„Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen“ – so ließ der wohl berühmteste Diplomat der Weltgeschichte einmal den spanischen Gesandten wissen, als dieser ihn an ein nicht eingehaltenes Versprechen erinnerte. Johannes Willms geht in seinem neuen Buch dem rätselhaften Genie jenes Mannes nach, der es mit unnachahmlicher Geschmeidigkeit verstand, in sechs verschiedenen Regimen sechsmal eine führende Rolle einzunehmen und das vollständig besiegte Frankreich ohne die geringste Gebietsabtretung durch den Wiener Kongreß zu lotsen.
Talleyrands Opportunismus mit seinen geradezu mythischen Dimensionen hat ihm bis heute bei den Historikern eine schlechte Presse und heftige moralische Verurteilungen eingetragen. Anders als das gängige Bild vom skrupellosen Verräter portraitiert Willms’ neue Biographie Talleyrand erstmals jenseits aller Klischees als Phänotyp seiner Zeit – einer Epoche gewaltiger sozialer und politischer Umbrüche, von der seine hochadlige Gesellschaftsschicht besonders stark betroffen war.


Produktinformation

  • ISBN-13: 9783406621468
  • ISBN-10: 3406621465
  • Best.Nr.: 34212789

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Mit Lob bedenkt Rezensent Matthias Weichelt diese Biografie über den französischen Diplomaten Talleyrand (1754-1838) von Johannes Willms. Den Fehler früherer Biografen, den Mythos Talleyrand durch weitere Mythen und Anekdoten weiter zu festigen, begeht der Autor seines Erachtens nicht. Er attestiert Willms stattdessen, einen Blick hinter die Maske des einflussreichen Politikers zu werfen. Die Schilderung des Verhältnisses Talleyrands zu Napoleon - von der anfänglichen Vertrautheit über die zunehmende Entfremdung bis zum Bruch - ist für Weichelt ein beeindruckendes Glanzstück des Buchs. Angetan hat es ihm zudem die jargonfreie, klare Sprache des Autors.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.08.2011

Napoleon war gegen ihn ein Waisenknabe
Warum Verrat eine Frage des Datums ist und Sprache die Gedanken verbergen soll: Johannes Willms erzählt das Leben des Meisterdiplomaten Charles-Maurice Talleyrand

Er ist eine jener historischen Figuren, die Projektionsfläche für Phantasien aller Art sind: Charles-Maurice Talleyrand, späterer Fürst von Benevent und Herzog von Talleyrand-Périgord. Seine pointiertesten Bemerkungen werden nach wie vor gern zitiert, zuletzt von Frank-Walter Steinmeier in einer Parlamentsrede wieder einmal das Bonmot, Verrat sei eine Frage des Datums.

Talleyrand gilt als Inbegriff der Verschlagenheit, des Opportunismus und der persönlichen Vorteilsnahme, als wüssten nicht auch im demokratischen Zeitalter ehemalige amerikanische Präsidenten oder abgedankte deutsche Kanzler und Außenminister, wie man nach dem Ende der politischen Karriere seine Schäfchen ins Trockene bringt. Er gilt auch als Beispiel einer "grauen Eminenz", obwohl er sich zeit seines Lebens keineswegs so sehr im Hintergrund gehalten hat, wie es graue Eminenzen üblicherweise tun. Franz Blei hat ihn schließlich 1932 in "Talleyrand oder der Zynismus" zum …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.08.2011

Der Schillerndste
Von SZ-Autoren: Johannes Willms
über den Staatsmann Talleyrand
Wenn je das Wort „schillernd“ jemanden charakterisiert hat, dann Charles-Maurice de Talleyrand-Perigord. Geboren 1754 und gestorben 1838, überstand der Altadlige nicht nur fünf politische Regimes und deren jeweils hochdramatische Wechsel, sondern er nahm bei allen fünf Umbrüchen entscheidenden Einfluss auf das Geschehen. Talleyrand war am Aufstieg der jeweiligen Machthaber ebenso beteiligt, wie er ihren Fall mit diplomatischen Ränken begleitete oder miteinfädelte. Das hat ihm schon zu Lebzeiten den Ruf des skrupellosen Opportunisten eingebracht und der Nachwelt sein Bild und seine historisch unzweifelhafte Bedeutung ziemlich unscharf und häufig ressentimentgeladen überliefert.
Johannes Willms setzt in seiner angenehm sachlichen Darstellung des „Virtuosen der Macht“ bei den politischen Prozessen an und orientiert sich bei der gelungenen Scharfzeichnung seines Protagonisten an Metternichs Einsicht: „Man muss bei M. de Talleyrand den moralischen vom politischen Menschen unterscheiden. Er könnte und würde nicht das sein, was er ist, wenn er moralisch wäre. …

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Johannes Willms ist Historiker und Kulturkorrespondent der 'Süddeutschen Zeitung' in Paris. Er hat vielbeachtete Werke vor allem zur französischen Geschichte vorgelegt, darunter Biographien Napoleons, Balzacs und Stendhals.
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