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Napoleon III.
Frankreichs letzter Kaiser
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Beck
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 311 S. m. 12 Abb.
- Seitenzahl: 320
- Deutsch
- Abmessung: 224mm x 148mm x 24mm
- Gewicht: 525g
- ISBN-13: 9783406571510
- ISBN-10: 3406571514
- Best.Nr.: 23157176
Produktbeschreibung zu "Napoleon III."
Beschreibung
Napoleon III., der zeitlebens die Gewohnheiten eines Abenteurers und Verschwörers beibehielt, war eine ungewöhnlich komplexe Herrscherpersönlichkeit. Er war gleichzeitig Träumer und Realist, naiv und verschlagen. Er hegte große politische Entwürfe, mit denen er in vieler Hinsicht seiner Zeit weit voraus war, deren Verfolgung ihn aber gleichzeitig auch blind machte für die sehr realen Gefahren, die vor allem auf dem Gebiet der Außenpolitik Frankreich wie seiner Herrschaft daraus erwuchsen. Das wurde ihm schließlich zum Verderben, als ihm mit Bismarck ab September 1862 ein überlegener Gegenspieler gegenübertrat. Wie sein Onkel und großes Vorbild Napoleon verspielte auch Napoleon III. seinen Thron mit der Niederlage in einer Schlacht, der von Sedan, nach der er am 4. September in preußische Gefangenschaft geriet. Am 9. Januar 1873 starb er im Exil in England, aus dem er einst aufgebrochen war, die Macht in Frankreich zu erobern. Der schmähliche Untergang des Zweiten Kaiserreichs hat lange das Urteil über Napoleon III. nachteilig beeinflußt und auch die großen, dauernden Verdienste seines Regimes verdunkelt, das nicht nur die Grundlagen einer umfassenden Modernisierung Frankreichs schuf, sondern dem es auch zu danken ist, daß der ständige Wechsel von Reaktion und Revolution aufgehoben wurde, der die Geschichte des Landes seit der Herrschaft Ludwigs XVI. kennzeichnete.
Leseprobe zu "Napoleon III." von Johannes Willms
27.03.2008
Putschist, Reformer
Von SZ-Autoren: Johannes Willms über Napoleon III.
Zwiespältig fällt das Urteil der Nachwelt über Napoleon III., den letzten französischen Kaiser sogar in seiner Heimat aus und in Deutschland sowieso. Dabei hat dieser Herrscher, der gewiss auch Parvenü, Verschwörer und Putschist in einer Person war, vielleicht die wichtigste Rolle gespielt bei Frankreichs Weg in die Moderne, ob sozialpolitisch, wirtschaftlich oder städtebaulich. Johannes Willms schärft in seiner fesselnden Studie das Profil dieses sich sonst direktem Zugriff entziehenden Mannes, der sich einerseits dem Erbe des übermächtigen Namens Napoleon verpflichtet fühlte, andrerseits auf kontrollierten Fortschritt durch Reformen setzte, umso der Gefahr neuerlicher Revolution zu entgehen. Diese Mischung aus autokratisch-despotischer Haltung und reformerischem Ansatz wird ebenso klar dargestellt wie die schleichende, dann offene Agonie des Kaiserreiches, die mit dem gesundheitlichen Verfall des Herrschers einherging. Dass Frankreich militärisch geschlagen wurde und Gefahr lief, nur mehr eine Macht zweiten Ranges zu sein, hat Napoleon III. wohl gesehen, doch vermochte er dem nicht mehr entgegenzuwirken. SZ
JOHANNES WILLMS: Napoleon III. Frankreichs letzter Kaiser. Beck Verlag München 2008. 312 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
08.05.2008
Ausgesprochen positiv findet Rezensent Wilhelm von Sternburg diese
Biografie Napoleons III., die erste ernstzunehmende Biografie des
letzten Kaisers der Franzosen überhaupt, wie er schreibt. Und zwar
sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Das Verdienst des
Autors Johannes Willms, Paris-Korrespondent der Süddeutschen
Zeitung, sei es, hier einmal das verzerrte Bild Napoleons III.
gerade und dessen Verdienste in ein angemessenes Licht zu rücken
und auch die Niederlagen in einen Zeitkontext zu stellen. Napoleon
III. sei nämlich besser gewesen als sein Ruf, was sich nicht nur am
Stadtbild Paris' ablesen lasse, dem er sein bis heute gültiges
Gesicht gegeben habe. Auch in der Innen- und Wirtschaftspolitik war
Napoleon III. nach der Beschreibung von Willms durchaus umsichtig,
wie der Rezensent zustimmend referiert. Insgesamt habe Willms hier
eine "klassische, spannende und ganz auf das Politische
konzentrierte" Biografie vorgelegt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Johannes Willms"
Johannes Willms, geb. 1948, war von 1988 bis 1992 Leiter der Redaktion "aspekte" beim ZDF und ist jetzt Kulturkorrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Paris. Er hat vielbeachtete Werke zur deutschen und französischen Geschichte vorgelegt.
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