Kleopatra - Schuller, Wolfgang

Wolfgang Schuller 

Kleopatra

Königin in drei Kulturen. Eine Biographie

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Kleopatra

Wolfgang Schullers neue Kleopatra-Biographie macht Ernst mit der Tatsache, dass sie zuallererst Königin des 3000 Jahre alten Ägypten war und betont diese Seite ihres Lebens und ihrer Politik besonders. Natürlich kommen auch ihre politischen und persönlichen Beziehungen zu Rom und den großen Römern Caesar und Mark Anton nicht zu kurz, und weil Kleopatra nach ihrer kulturellen Herkunft Griechin war, wird das Ineinander dieser drei Kulturen ausgiebig behandelt. Schullers ebenso geistreich wie kurzweilig geschriebenes Buch beruht auf den neuesten und eingehend dokumentierten Erkenntnissen und Funden der Fachwissenschaft. Es breitet die antiken Quellen aus von ägyptischen Inschriften bis zu Werken der großen römischen Dichter und lässt eine ganze Epoche wieder lebendig werden.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2006
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 239 S. m. Übers.-Kte., 16 Bildtaf.
  • Seitenzahl: 240
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 148mm x 23mm
  • Gewicht: 414g
  • ISBN-13: 9783498063641
  • ISBN-10: 3498063642
  • Best.Nr.: 20849953
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.11.2006

Greif dir die Wahrheit der Geschichte
Die schöne Kleopatra ist gerade in Hamburg zu Gast. Das behauptet jedenfalls eine prächtige Ausstellung
Zwei alte hanseatische Damen, frisch blondiert, stehen vor einem Historienschinken. Darauf ist die letzte Königin Ägyptens als Barock-Heroine inmitten der vollgerümpelten Pracht ihres Phantasiepalastes zu sehen. Sie hat schöne Brüste, die vom fülligen Stoff ihres Kleides freigemacht sind – es soll ja ganz schön heiß sein in Alexandria. Und sie ist ebenfalls blond. Aber, aber, sagt die eine alte Dame, die war doch gar nicht blond? Nein, nein, sagt darauf die andere, das hat sich der Maler nur so vorgestellt.
Da sieht man: Das Gift der historisch-kritischen Betrachtung von Bildern hat sich tief in die Gesellschaft hineingefressen. Zeigen sie, die Bilder, denn den wirklichen, den historischen Menschen? Zu dieser Betrachtung lädt jetzt eine andere hübsche junge Dame in Hamburg ein. Sie ist dort der alles dominierende Gast in einem Ausstellungssaal neben dem Rathaus, während sie sonst in einem Ausstellungssaal neben dem Rathaus von Rom auf dem Kapitol zu Hause ist. Es ist die bewunderte „Venus vom Esquilin”, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Diese Frau hat nichts so schnell umgehauen
Wolfgang Schuller beschreibt Kleopatra als intelligente Akteurin zwischen drei Kulturen / Von Uwe Walter

Wenn Regisseure teurer Filme in Zeiten, als es weder die DVD noch den "director's cut" gab, den Kampf um die künstlerische Hoheit über ihr Werk verloren, waren sie oft selbst schuld. Die sechs Stunden "Kleopatra", die Joseph Mankiewicz dem Verleih als Zweiteiler anbot, bedeuteten eine Zumutung, und auch an der vierstündigen Premierenfassung fand die Schere noch reiche Beute. Übrig blieb ein dramaturgisch fragmentierter, dummer Film, dem man vor allem ansehen sollte, wie viel Geld er gekostet hatte.

Eine Schlüsselszene war erst wieder auf Arte in einer rekonstruierten Fassung zu sehen. Sie verdichtet die Vision einer universalen, auf Frieden und Wohlstand ruhenden ägyptisch-griechisch-römischen Weltzivilisation in einem großen Dialog zwischen der Protagonistin und Caesar am Sarkophag Alexanders des Großen. William Tarn, ein seinerzeit einflußreicher Alexanderforscher, hatte die Verschmelzungspolitik des makedonischen Welteroberers im Geiste damals gängiger Hoffnungen auf die Vereinten …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Wunderbar erzählt und angereichert mit längeren antiken Zitaten ist diese Kleopatra-Biografie laut Hans-Albrecht Koch ein Muss sowohl für den Connaisseur als auch für den Kleopatra-Voyeur. Voller Begeisterung gibt der Rezensent sogleich einige Kostproben, beispielsweise aus dem Kleopatra-Kommentar des Horaz oder als Kontrastprogramm ein hübsch bissiges Zitat aus der Dreigroschenoper. Überhaupt sei die Kulturgeschichte des Kleopatra-Bildes ein besonders "reizvoller" zweiter Teil des Bandes, der auch zeitgenössische Hollywoodfilmen umfasse.

© Perlentaucher Medien GmbH

Ein lebendiges, leichtes, schnell lesbares Buch. Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schuller, geboren 1935, wurde zuerst als Jurist ausgebildet und studierte danach Altertumswissenschaften. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2004 war er Professor für Alte Geschichte, seit 1976 an der Universität Konstanz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die griechische Antike, die antike Frauengeschichte sowie die DDR-Geschichte. Zuletzt ist er als Autor in der "ZEIT-Geschichte" hervorgetreten. Regelmäßige Beiträge u. a. in der F. A. Z.

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