Jerofejew, Der gute Stalin (eBook) - Jerofejew, Viktor

Viktor Jerofejew 

Jerofejew, Der gute Stalin (eBook)

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Produktbeschreibung zu Jerofejew, Der gute Stalin (eBook)

Viktor Jerofejew wuchs im Herzen der politischen Macht auf, sein Vater gehörte zum Stalin'schen Hofstaat. Die Welt der privilegierten Herren porträtiert der Autor mit melancholischem Spott, zugleich wahrt er jedoch den Blick des Kindes, das nicht anders kann, als den Vater zu lieben. Letztlich aber ist dieser eindrucksvolle Roman die Geschichte der Geburt eines Schriftstellers und Dissidenten, die Geschichte des Triumphs der künstlerischen Freiheit - dank des politischen Mordes an seinem Vater wurde der Autor paradoxerweise ein freier Mensch. Dass ihm ebenjener »Ermordete« zur Seite steht, als die politische Verfolgung einsetzt, zeugt von der menschlichen Größe der Protagonisten dieses literarischen Zeitzeugnisses.

Produktinformation


  • ISBN-13: 9783827070104
  • ISBN-10: 3827070104
  • Best.Nr.: 28191798

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ein schlechter Romancier und ein glänzender Essayist sei Viktor Jerofew, eröffnet Ulrich M. Schmid seine Besprechung mit einem Rundumschlag. Sein jüngstes Buch bezeichnet Jerofejew, dem Kritiker trotzend, dennoch als Roman; Schmid allerdings meint, die Genrebezeichnung "autobiografischer Essay" werde dem Text am ehesten gerecht. Insofern lässt Schmid den Text auch als gelungen gelten. Die Provokation sei das Markenzeichen des russischen Autors, und diese Attitüde behalte er auch in diesem Buch bei oder durch, indem er seine eigene Kindheit als stalinistisches Paradies inszeniere. Jerofejew stammt aus der Kaderklasse, sein Vater - im Buch der "gute Stalin" - war Diplomat, der allerdings für die Aufmüpfigkeit seines Sohnes büßen musste und aus dem diplomatischen Dienst abberufen wurde. Den Text könne man einerseits als Hommage an den Vater lesen, der mit Anerkennung und zugleich kritisch porträtiert werde, meint der Rezensent, sowie als pfiffige Analyse der Bewusstseinsmechanismen der staatstragenden Intellektuellenkaste - besser als jedes soziologische Lehrbuch, lobt Schmid. Wirklich ärgerlich seien nur Jerofejews pubertären sexuellen Anspielungen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2004

Erzählte Leben

ALS SCHILLER 1789 seine Antrittsvorlesung in Jena hielt, glaubte er noch, daß "die Tat lebt und weiter eilt", während der Name ihres Urhebers hinter ihr zurückbleibt. Heute, da auch Taten oft Schall und Rauch sind, zählt die Biographie zu den beliebtesten Genres. Ein Mann auf der Kippe - so zeigt Rüdiger Safranski Friedrich Schiller. Safranskis Buch ist die Biographie des Jahres, nicht nur, weil das Schiller-Jahr bevorsteht, sondern vor allem, weil es Safranski gelungen ist, sich von den ungezählten Titeln und Früchten der Schiller-Literatur freizumachen, ohne sie schlicht zu ignorieren.

Nachdem Harry Graf Kessler gleich für zwei Biographen nicht recht zu fassen war, sollen Selbstzeugnisse für Abhilfe sorgen. In seinen Tagebüchern zeigt sich jetzt eine Gestalt, die unserer Zeit auf faszinierende Weise den Spiegel vorhält, indem sie demonstriert, welch armselige Mischung Selbstbezogenheit und falsch verstandene Weltläufigkeit abgeben. Pflichtlektüre für die Sklaven des guten Geschmacks. Eine Biographie ganz eigener Art hat Viktor Jerofejew geschrieben: Er erzählt einen dramatischen Vater-Sohn-Konflikt im Schatten Stalins und seiner Nachfolger als bewegende Doppelbiographie.

igl

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.03.2004

Es ballert die rote Fahne im Winterwind
Ein Fall von brutaler Gutmütigkeit: Viktor Jerofejew erklärt Stalin zum Gesamtkunstwerk
Die „goldene Jugend Moskaus” – so nannte man die Söhne und Töchter von Mitgliedern der Nomenklatura der Sowjetunion. Dank der Privilegien ihrer Eltern lebten sie ein in materieller Hinsicht leidlich süßes Leben – zumindest nach dem Maßstab der kommunistischen Mangelwirtschaft. Auch Viktor Jerofejew, 1947 geboren, wuchs unter solchen Verhältnissen auf. Sein Vater war sowjetischer Diplomat, zuletzt vertrat er sein Land bei den Vereinten Nationen in Wien, vorher arbeitete er über Jahre an der sowjetischen Botschaft in Paris. Viktor Jerofejew hat den größten Teil seiner Kindheit in Frankreich verbracht, nur in den Sommerferien kehrte die Familie in die Heimat zurück – in jene Ferienhaussiedlung, in der die Politbüromitglieder ihre Datschen hatten.
In Jerofejews neuem Roman „Der gute Stalin” wird Vladimir Nabokov dreimal auf missgünstige Weise angegangen. Da Jerofejew selbst einige Bücher Nabokovs herausgegeben hat, kann von einer grundsätzlichen literarischen Feindseligkeit nicht ausgegangen werden. Tatsächlich …

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Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, gilt als einer der führenden Autoren Russlands. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker sowie für Geo, Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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  • Best.Nr.: 28191798

Produktbeschreibung zu "Jerofejew, Der gute Stalin (eBook)"

Beschreibung

Viktor Jerofejew wuchs im Herzen der politischen Macht auf, sein Vater gehörte zum Stalin'schen Hofstaat. Die Welt der privilegierten Herren porträtiert der Autor mit melancholischem Spott, zugleich wahrt er jedoch den Blick des Kindes, das nicht anders kann, als den Vater zu lieben. Letztlich aber ist dieser eindrucksvolle Roman die Geschichte der Geburt eines Schriftstellers und Dissidenten, die Geschichte des Triumphs der künstlerischen Freiheit - dank des politischen Mordes an seinem Vater wurde der Autor paradoxerweise ein freier Mensch. Dass ihm ebenjener »Ermordete« zur Seite steht, als die politische Verfolgung einsetzt, zeugt von der menschlichen Größe der Protagonisten dieses literarischen Zeitzeugnisses.

26.11.2004

Erzählte Leben

ALS SCHILLER 1789 seine Antrittsvorlesung in Jena hielt, glaubte er noch, daß "die Tat lebt und weiter eilt", während der Name ihres Urhebers hinter ihr zurückbleibt. Heute, da auch Taten oft Schall und Rauch sind, zählt die Biographie zu den beliebtesten Genres. Ein Mann auf der Kippe - so zeigt Rüdiger Safranski Friedrich Schiller. Safranskis Buch ist die Biographie des Jahres, nicht nur, weil das Schiller-Jahr bevorsteht, sondern vor allem, weil es Safranski gelungen ist, sich von den ungezählten Titeln und Früchten der Schiller-Literatur freizumachen, ohne sie schlicht zu ignorieren.

Nachdem Harry Graf Kessler gleich für zwei Biographen nicht recht zu fassen war, sollen Selbstzeugnisse für Abhilfe sorgen. In seinen Tagebüchern zeigt sich jetzt eine Gestalt, die unserer Zeit auf faszinierende Weise den Spiegel vorhält, indem sie demonstriert, welch armselige Mischung Selbstbezogenheit und falsch verstandene Weltläufigkeit abgeben. Pflichtlektüre für die Sklaven des guten Geschmacks. Eine Biographie ganz eigener Art hat Viktor Jerofejew geschrieben: Er erzählt einen dramatischen Vater-Sohn-Konflikt im Schatten Stalins und seiner Nachfolger als bewegende Doppelbiographie.

igl

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

22.03.2004

Es ballert die rote Fahne im Winterwind
Ein Fall von brutaler Gutmütigkeit: Viktor Jerofejew erklärt Stalin zum Gesamtkunstwerk
Die „goldene Jugend Moskaus” – so nannte man die Söhne und Töchter von Mitgliedern der Nomenklatura der Sowjetunion. Dank der Privilegien ihrer Eltern lebten sie ein in materieller Hinsicht leidlich süßes Leben – zumindest nach dem Maßstab der kommunistischen Mangelwirtschaft. Auch Viktor Jerofejew, 1947 geboren, wuchs unter solchen Verhältnissen auf. Sein Vater war sowjetischer Diplomat, zuletzt vertrat er sein Land bei den Vereinten Nationen in Wien, vorher arbeitete er über Jahre an der sowjetischen Botschaft in Paris. Viktor Jerofejew hat den größten Teil seiner Kindheit in Frankreich verbracht, nur in den Sommerferien kehrte die Familie in die Heimat zurück – in jene Ferienhaussiedlung, in der die Politbüromitglieder ihre Datschen hatten.
In Jerofejews neuem Roman „Der gute Stalin” wird Vladimir Nabokov dreimal auf missgünstige Weise angegangen. Da Jerofejew selbst einige Bücher Nabokovs herausgegeben hat, kann von einer grundsätzlichen literarischen Feindseligkeit nicht ausgegangen werden. …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

04.05.2004

Ein schlechter Romancier und ein glänzender Essayist sei Viktor Jerofew, eröffnet Ulrich M. Schmid seine Besprechung mit einem Rundumschlag. Sein jüngstes Buch bezeichnet Jerofejew, dem Kritiker trotzend, dennoch als Roman; Schmid allerdings meint, die Genrebezeichnung "autobiografischer Essay" werde dem Text am ehesten gerecht. Insofern lässt Schmid den Text auch als gelungen gelten. Die Provokation sei das Markenzeichen des russischen Autors, und diese Attitüde behalte er auch in diesem Buch bei oder durch, indem er seine eigene Kindheit als stalinistisches Paradies inszeniere. Jerofejew stammt aus der Kaderklasse, sein Vater - im Buch der "gute Stalin" - war Diplomat, der allerdings für die Aufmüpfigkeit seines Sohnes büßen musste und aus dem diplomatischen Dienst abberufen wurde. Den Text könne man einerseits als Hommage an den Vater lesen, der mit Anerkennung und zugleich kritisch porträtiert werde, meint der Rezensent, sowie als pfiffige Analyse der Bewusstseinsmechanismen der staatstragenden Intellektuellenkaste - besser als jedes soziologische Lehrbuch, lobt Schmid. Wirklich ärgerlich seien nur Jerofejews pubertären sexuellen Anspielungen.

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Autorenporträt zu "Viktor Jerofejew"

Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, gilt als einer der führenden Autoren Russlands. Er schreibt regelmäßig für den New Yorker sowie für Geo, Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung; zudem ist er Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe. Sein erster Roman Die Moskauer Schönheit wurde in 27 Sprachen übersetzt.

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