Helmut Schmidt - Soell, Hartmut
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Hartmut Soell 

Helmut Schmidt

Vernunft und Leidenschaft

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Helmut Schmidt

Gestützt auf eine fast beispiellos breite Quellenbasis, darunter bisher verschlossene Akten und Korrespondenzen, schildert Hartmut Soell anschaulich Jugend und Aufstieg von Helmut Schmidt, seine familiären und geistigen Wurzeln, und fördert dabei durchaus Unbekanntes zutage.

Helmut Schmidt, der sich einer ungebrochenen internationalen Wertschätzung erfreut, zählt zu den bedeutendsten Kanzlern des 20. Jahrhunderts.

In Hamburg aufgewachsen, erlebte er als Offizier den Zweiten Weltkrieg, war in britischer Gefangenschaft und trat 1946 in die SPD ein. Als Hamburger Innensenator erwarb er bei der Flutkatastrophe 1962 durch herausragendes Krisenmanagement höchstes Ansehen. Dies war der Durchbruch zu einer steilen politischen Karriere.
Seit 1967 Vorsitzender der SPD-Fraktion, war er im Bundestag als scharfzüngiger Redner bekannt. Schmidt hat maßgeblich zur Prägung der SPD als Volkspartei und zu ihrer Regierungsfähigkeit beigetragen.

Gestützt auf eine fast beispiellos breite Quellenbasis, darunter bisher verschlossene Akten und Korrespondenzen, schildert Hartmut Soell anschaulich Jugend und Aufstieg von Helmut Schmidt, seine familiären und geistigen Wurzeln, und fördert dabei durchaus Unbekanntes zutage.



Produktinformation

  • Helmut Schmidt
  • Bd.1
  • Verlag: DVA
  • 2009
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 957 S., 32 Fototaf.
  • Seitenzahl: 992
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 154mm x 55mm
  • Gewicht: 1175g
  • ISBN-13: 9783421053527
  • ISBN-10: 3421053529
  • Best.Nr.: 11836723
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.10.2003

Schmidt ohne Schnauze
Der fünfte Bundeskanzler hat keinen Biographen, sondern nur einen Protokollanten für sein Leben gefunden / Von Gregor Schöllgen

Helmut Schmidt war ein bedeutender Bundeskanzler. Der Kampf gegen den Terror der "Roten Armee Fraktion", der Aufbau des Europäischen Währungssystems - der Vorläuferin der Währungsunion und damit des Euro - oder auch die Formulierung und Verabschiedung des Nato-Doppelbeschlusses verbinden sich mit seinem Namen. Kein zweiter vor oder nach ihm war besser und vielseitiger auf das Amt vorbereitet als der fünfte Kanzler.

Erste administrative Erfahrungen sammelt er in Hamburg, zunächst, seit 1952, als Verkehrsdezernent, danach, von 1961 bis 1965, als Innensenator und in dieser Funktion als Retter aus der Not der Flutkatastrophe des Februar 1962. Seine bundespolitische Karriere beginnt Schmidt mit Mitte Dreißig, als sozialdemokratischer Abgeordneter im Bundestag, dem er von 1953 bis 1962 und erneut seit 1965 angehört, seit März 1967 als Fraktionsvorsitzender. Mit dem Amtsantritt der ersten sozial-liberalen Koalition im Herbst 1969 wird er Verteidigungs-, 1972 kurzzeitig "Superminister" für …

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literaturtest.de<br /> Der Kühle aus dem Norden<br /> Pünktlich zum 85. Geburtstag liegt der erste Teil der Biographie des fünften deutschen Bundeskanzlers vor. Sie beschreibt und bewertet die Zeit von 1918 bis 1969. Im Mittelpunkt stehen Familie, Kindheit, Kriegszeit, der Einstieg in die Politik mit dem ersten Bundestagsmandat (1953), die Zeit als Hamburger Innensenator und die Rückkehr auf die Bonner Bühne mit der Übernahme des SPD-Fraktionsvorsitzes.<br /> Vielseitig und gebildet<br /> Der Autor geht kräftig ins Detail. Soell, Geschichtsprofessor in Heidelberg, war mehrere Jahre Mitarbeiter des damaligen Fraktionsvorsitzenden Schmidt und selbst 14 Jahre Mitglied des Bundestages. In seine umfassende Biographie fließen eigene Erlebnisse ein und - in gigantischer Kleinarbeit zusammengetragen - Erfahrungen von Zeitgenossen, Protokolle, Vermerke, Aufzeichnungen, Artikel und Reden. Der Hanseat Schmidt ist geprägt durch eine freiheitliche, humanistische Erziehung. Er liebt das Theater, die Kunst, vor allem den Expressionismus, spielt Klavier und Orgel und schließt seine Studien als Diplomvolkswirt ab. Die erste Anstellung sichert ihm Karl Schiller, Ökonomie-Professor und Hamburger Wirtschaftssenator, Jahre später Bundesminister. Er stellte Helmut Sch. 1949 als persönlichen Referenten ein.<br /> "Schmidt-Schnauze"<br /> Schmidt hat schnell Spitznamen weg. "Schmidt-Schnauze" ist einer der ersten und bekanntesten. Er ist scharfzüngig, ein glänzender Debattenredner, gebildet und intelligent; manche nennen ihn arrogant und zynisch. Nach seiner umsichtigen und verantwortungsbewussten Arbeit als Innensenator Hamburgs bei der Flutkatastrophe 1962 begann der sichere und gewissermaßen konsequente Aufstieg in die Bundespolitik: Fraktionsvorsitzender, Minister und ab 1974 Kanzler. Diese Zeit wird den nächsten Teil der Biographie bestimmen.<br /> (Henrik Flor)<br />

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensent Heinrich August Winkler zeigt sich vom ersten Band von Hartmut Soells Biografie Helmut Schmidts, der bislang "umfangreichsten", außerordentlich beeindruckt - auch wenn er eine Reihe kritischer Anmerkungen anzubringen hat. Für Soell spricht seines Erachtens, dass er - bei aller Sympathie für den ehemaligen Kanzler - immer Distanz wahre, Schwankungen und Widersprüche Schmidts heraus arbeite, und auch Fehlurteile und Fehlentscheidungen nicht verschweige. Als einziger Biograf habe Soell das umfangreiche Privatarchiv des Ex-Kanzlers auswerten können, mit dem erfreulichen Ergebnis, das er mit einigem Neuen aufwarte - etwa über die familiären Prägungen und den Freundeskreis Schmidts, seine geistigen und musischen Interessen, über sein Verhältnis zu Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer, Herbert Wehner, Willy Brand usw. Insgesamt zeichnet sich Soells Biografie nach Einschätzung Winklers durch eine "bewundernswerte Gründlichkeit" aus. Darin sieht Winkler zugleich den Schwachpunkt des Buches. Allzu oft habe sich Soell von der Fülle des Materials überwältigen lassen, wenn er etwa über Seiten Reden, Aufzeichnungen und Schriften Schmidts referiere. Andererseits vermisst …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.12.2008

Schweiß, Sparsamkeit, Solidarität
Hartmut Soell überlässt im zweiten Band seiner großen Schmidt-Biographie das Urteil im Wesentlichen dem Leser
Mit Vorschusslorbeeren kommt Hartmut Soells zweiter Band seines Monumentalwerkes über Helmut Schmidt auf den Markt. Da schon der erste Band (2003) positiv aufgenommen wurde, waren die Erwartungen an die Fortsetzung entsprechend hoch. Belohnt wird, wer Zeitgeschichte als Chronologie der Ereignisse versteht und Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge sucht. Soells Buch ist eine Fundgrube für Zeitgeistforscher und Historiker. Wer hingegen kritische Bewertungen und Vergleiche wünscht, wird enttäuscht. Dies lässt eine gemischte Bilanz entstehen: eine Fleißarbeit, die das Urteil über die Schmidt-Ära dem Leser überlässt.
Soells Chronologie beginnt mit Schmidts Zeit als Verteidigungsminister im ersten Kabinett Brandt. Es folgt der stellvertretende Parteivorsitz und das Finanzministerium im zweiten Kabinett Brandt, als Schmidt für Schiller „in die Bresche” springt. Der Verteidigungsminister, so der Chronist, hatte Lust, „jedermann zu beweisen, dass er allen Sätteln gerecht werden könnte”. Schmidt hat die …

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Hartmut Soell, geboren 1939, ist seit 1977 Pofessor für Neuere Geschichte in Heidelberg. Er war mehrere Jahre lang Mitarbeiter des damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut Schmidt und von 1980 bis 1994 selbst Mitglied des Deutschen Bundestages. Soell veröffentlichte u. a. "Fritz Erler - Eine politische Biographie" (1976) und "Der junge Wehner - Zwischen revolutionärem Mythos und praktischer Vernunft" (DVA 1991).

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